Das neue Album von Pink Martini ist wiedermal ein wunderbares Weltmusikalbum geworden, das verschiedenste Einflüsse aus diversen Ländern und Stilrichtungen beinhaltet. Das Orchester spielt bravourös und man merkt auch die Spielfreude eindeutig heraus. Das ist ECHTE Musik. Dieses Mal hört man vor allem den Bossa Nova und den Swing in einigen Stücken heraus, viele Streicher und Bläser gibt's wie immer zu bestaunen und in unterschiedlichsten Sprachen wird gesungen, auch Gastmusiker werden involviert.
So gibt es einige herausragende Stücke wie den "Opener" und "Ender" des Albums "Ninna nanna", das griechisch-meditarrene Einflüsse beinhaltet und für mich eindeutig DAS Highlight des Albums darstellt: wunderschön eingesungen, Melancholie pur, opulente Streicher und das gleich in zwei Versionen, die abgespecktere Version am Ende des Albums
In "Splendor in the grass", "And then you're gone" und "Now I'm back" werden sogar klassische Komponisten wie Schubert und Tschaikowsky als Thema verwendet, was wunderbar passt und sehr besonders klingt.
Ein weiteres Highlight ist "Over the valley", welch schöne "Schnulze", die aber durch die besondere Klangfarbe von China Forbes einfach herausragend wirkt und wirklich glänzen kann.
"Sing" von den Carpenters ist auch einer der schönsten Songs des Albums, wiederum glänzend neu interpretiert.
"New Amsterdam" alias NY bringt noch gegen Ende des Albums einen wahrlichen Höhepunkt mit wunderschöner Strophe zunächst von China Forbes, dann von einem Männerchor gesungen, begleitet durch einen wahrlich gänsehauterzeugenden Rhythmus, der gegen Ende fast schon zum Marschlied wird. Klasse!
Leider gibt es für mich dieses Mal ein paar Songs, die ich einfach skippen muss, wie den zweiten Song "Hello Ohio", der zwar anfangs durch seinen Henri Mancini und Swing Out Sister-angehauchten Charme gefallen kann, mir aber durch die endlose Trompete nach 2 Minuten zum Langweiler in meinen Ohren wird. An vielen Stellen des Albums wird es mir etwas zu swinglastig wie in "Bitty boppy betty" oder "Now I'm back", das Al Shapiro singt, die zwar an sich gut sind und sicherlich für diese Musikrichtung sehr gelungen sind, leider gefallen mir diese Songs aber nicht. "Tuca tuca" ist grenzwertig.
"Piensa en mi" ist dann mein persönlicher Tiefschlag des Albums, gesungen von der 90-Jährigen mexikanischen Folk-Legende Chavela Vargas, das MUSS ich einfach weiterschalten, ich finde diesen Gesang einfach nicht besonders hörenswert, einfach nicht mein Geschmack.
Gesungen wird auf Englisch, Neapolitanisch, Italienisch, Französisch und Spanisch, was besondere Abwechslung bringt. Leider fehlt für mich aber ein wenig die Abwechslung in den Musikrichtungen wie ich sie bei den letzten Alben vorfand (da gab es japanische Einschläge, portugiesisch und auch balkanorientierte Songs), da waren die Songs auch insgesamt noch viel unterschiedlicher und ein "Cante e dance"-Song, der mich immer noch zum Schwärmen bringt fehlt mir auch, weswegen ich "nur" vier Sterne für das neue Pink Martini Album vergeben kann.