Wie alle Sammelbände ist es auch bei diesem der Fall, daß die Qualität der Aufsätze alles andere als homogen ist. Ausgehend von einer Konferenz mit dem Namen "Bodies that splatter" aus dem Jahre 2003 folgt nun der Sammelband zu dieser. Allein auch durch die Aufteilung des Buches in Sektion, wie es bei wissenschaftlichen Konferenzen oder Tagungen üblich ist, macht das deutlich.
Aus Zeitschriften und anderen Veröffentlichungen sind es vor allen Dingen Autoren wie Stefan Höltgen, Marcus Stiglegger und Arno Meteling, welche sich in einem film- rsp. medienwissenschaftlichen Diskurs mit dem Genre des Horrorfilms beschäftigen, der hier im Titel schon mit dem modernen Horrorfilm gleichgesetzt wird, was nur bedingt richtig sein kann.
Neben alten Themen, wie Cronenbergs Filme im Zirkel der Gender-/Horrordebatte (Julia Köhne) und eine Abhandlung zum leidigen Thema Zensur und Horrorfilm am Bsp. "Tanz der Teufel" (Manfred Riepe) fallen vor allem die Aufsätze zu wirklich neuen Produktionen wie "House of the 1000 Corpses" (Meteling) und "Scream" auf (Elisabeth Bronfen), die nicht nur diese Filme erst in die Diskussion bringen, sondern auch eine Relektüre des Vorhandenen bedeuten können.
Neu heiß aber nicht auch, daß die Thesen zu den Filmen neu sind. So beim Aufsatz von Judith Halberstam, die teilweise schon abgedroschene Phrasen der Genderdebatte versucht als Schablone über "Chuckys Braut" zu legen und dabei mehr als redundant wirkt.
Des Weiteren fällt auf, daß der Ansatz Splatter als eine Ästehtik zu verstehen nicht durchgängig beibehalten wird. Findet man doch im Kanon am Ende des Buches (der wie jeder Kanon unter dem Problem der Exklusion leidet) einen Film wie die "Passion Christi", der Splatter als Ästhetik deutlich vormacht, wird dieser Aspekt in einigen Aufsätzen ausgeklammert.
Ein besonderer Zusatz sind hierbei aber auch noch die Interviews mit Jörg Buttgereit und Christoph Schlingensief, die von ihrer Tätigkeit im Sinne des "unterschlagenen Films" in Deutschland berichten.
Fazit: Ein wissenschaftliches Buch mit unterschiedlichen Ansätze in unterschiedlicher Qualität, welches Themen verhandelt, über die in Zukunft hoffentlich weiter nachgedacht und geschrieben wird.