Nach Baikalsee und Feuerland geht der geschätzte Klaus Bednarz nun also unter die Weinjournalisten. Österreichs beste Winzer werden mit je einer farbigen Doppelseite, teils auch mit drei Seiten bedacht.
Während die Winzer mit Sorgfalt ausgesucht worden sind und einige Farbfotos gut gelungen sind, fallen die Texte meines Erachtens etwas ab: Erfahrene Leser von Weinbüchern werden den Ton der meisten Porträts kennen, in denen zunächst die Familiengeschichte der - stets offenen oder mindestens sympathischen - Winzer dargestellt, dann das Gut selbst porträtiert und Weinphilosophie nebst Kellerarbeit vorgestellt werden.
Für Einsteiger und Laien mag dieser Überblick amüsant und lehrreich sein, für erfahrene Weinliebhaber ist er aber etwas zu oberflächlich geraten: Weder wird en détail auf die einzelnen Weine und Jahrgänge eingegangen, noch werden Qualitätsunterschiede angesprochen. Man könnte bei der Lektüre fast glauben, dass alle besprochenen Weine herausragend sind - was nicht der Fall ist. Mir fehlt bei diesem Buch insofern der profunde Kennerblick.
Zudem gibt es kleinere Rechtschreibfehler im Text selbst, die in Anbetracht des stolzen Preises irritieren.
Insgesamt kann ich dieses Buch als nette Bilderreise durch Österreichs in der Tat quicklebendige Weinszene empfehlen - nicht aber als Führer für den etwas ambitionierteren Liebhaber von Veltliner, Zweigelt und Co.