Für mich war dieses Abenteuer von Spirou und Fantasio eine große Enttäuschung: Nach den vorangegangenen Bänden, die allesamt sehr unterhaltsam waren, fällt dieser hier doch stark ab. Alle Komponenten, die den Erfolg der Vorgänger ausmachten, sind auch hier vorhanden, doch irgendwie wirkt es hier wie ein lascher zweiter Aufguss. Die Story ist sehr vorhersehbar und banal, und es fehlt eine gewisse Inspiration. Das Papagei-Marsupilami ist zwar wiederum eine neue Idee (vom Szenaristen Rosy), die aber nicht zündet, und die Franquin später selbst sehr bereut hat - die Sprachkapazität vermenschlicht das Tier, das eh schon ein Wunderding der Natur ist, zu sehr und lässt es praktisch als "deus ex machina" die Lösung für alle Probleme von Spirou und Fantasio werden, was der Erzählstruktur und dem Spannungsbogen der Geschichte nicht gut tut.
Zeichnerisch wirkt sich die Zusammenarbeit mit Will wenig spürbar aus, der Stil der Reihe ist fest etabliert und gefällt durch seine Unaufgeregheit und Gelassenheit. Im Gegensatz zu anderen frankobelgischen Zeichnern wie Roger Leloup beispielsweise findet man nie "Wow!"-Momente.
Trotzdem ist die Reihe insgesamt natürlich ein Klassiker und praktisch vorbehaltslos empfehlenswert - und gerade in einer solch hochklassigen Reihe muss man einem Autor auch mal einen Durchhänger erlauben.