Vom Cover des neuen Spirou und Fantasio Bandes sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Geschichte ist spannend geschrieben und verweist auf viele Vorgängerbände (z. B. Bd. 2 und Band 40). An Munueras modernen Zeichenstil muss man sich erst einmal gewöhnen (v. a. an den neuen Grafen von Rummelsdorf, der aber glücklicherweise in seiner futuristischen Entstelltheit in diesem Band nicht vorkommt). Die Geschichte "Der Mann, der nicht sterben wollte" ist in sich gut durchdacht, und bildet deutlich den Grundstock für die daraus erwachsenden Bilder.
Die Figuren scheinen mit ihren Persönlichkeiten eine wichtige Rolle zu spielen, und werden mit viel Witz und Charme zum Leben erweckt. So findet man z. B. plötzlich Spirou auf der Couch eines Psychotherapeuten wieder, dem er Alpträume schildert, in denen er auf ein Blatt Papier gemalt wird.
Insgesamt wurde "Der Mann, der nicht sterben wollte", mit viel Liebe für´s Detail gestaltet. Sowohl in zeichnerischer Hinsicht, als auch im Bezug auf das gesamte "Spirou und Fantasio" - Universum. Neben dem Bösewicht Zantafio und dem rettend eingreifenden Eichhörnchen Pips kommt auch wieder ein neuer "Turbot" zum Einsatz.
Also insgesamt kein Grund zum Gruseln. Das Thema "Tod und Sterben" macht es jedoch an der einen oder anderen Stelle nötig, dass auch mal Blut fließt. Da käme dann die Frage ins Spiel, ob das Comic auch für Kinder geeignet ist. Das macht aber nur einen kleinen Bruchteil des Comics aus (3-4 Seiten von 56).
Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Mit dem Autorenteam Morvan und Munuera ist "Spirou" durch seine Aufmachung und spannungreiche Erzähltechnik in der Gegenwart angekommen.