Bücher über Burnout gibt es viele. Zumeist bieten sie eine detailreiche Beschreibung möglicher Symptome und anschließend eine Reihe praktischer Tipps der Art "Mach doch öfter mal Pause". Ja, als wenn es so einfach wäre. Peter Abel, studierter Pädagoge und Theologe, geht da andere Wege.
Basierend auf den Gedanken wichtiger Gestalten des Christentums möchte er vor allem zum Nachdenken anregen. Der Weg - auch der spirituelle - aus dem Burnout beginnt mit der schwierigen Erkenntnis, dass man überhaupt in diesen Strudel der Erschöpfung hinein geraten ist und eben nicht mehr "alles unter Kontrolle hat". Abel schlägt den Bogen von Moses und Elias über Benedikt und Gregor den Großen bis hin zum Dekalog der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII. Und er erzählt dem Leser, wie sie mit ganz ähnlichen Situationen umgegangen sind und wie es ihnen gelungen ist, ihre eigene Schwäche anzunehmen und - ganz wichtig - wieder auf fruchtbare Pfade zurückzukehren.
Den Weg zurück ins Gleichgewicht zu finden, ist für vom Burnout Betroffene sicherlich die schwierigste Aufgabe. Abel, Leiter der Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung und Beratung im Bistum Hildesheim, baut hier nicht allein auf in knapper und verständlicher Form dargestellte Erkenntnisse der Psychologie, sondern er bringt vor allem seine ganz persönlichen Erfahrungen mit ein. Das verleiht dem Buch eine hohe Glaubwürdigkeit, denn Abel kommt nicht als jemand daher, der anderen Ratschläge erteilen möchte. Er berichtet vielmehr einfach vom "Das hilft bei mir" und davon, wie er selbst sein persönliches Lebensgleichgewicht auch unter Belastung aufrecht erhält. Der Leser ist dann aufgefordert, eigene Wege zu finden, wie er die an ihn gestellten Anforderungen besser bewältigen kann.
Nebenbei ist der Band auch noch besonders schön gestaltet, und das Cover lädt in den Denkpausen zum Träumen ein. Ein Buch zum immer wieder mal in die Hand nehmen - wie geschaffen für eine tägliche kleine Auszeit.