Zu "Spirits" habe ich eine zwiespältige Beziehung. Wenn ich in der Stimmung bin, finde ich die Musik genial, wenn nicht, kann ich sie nicht hören, sie nervt dann nur. Keith Jarrett hatte sich 1985 in sich in sein Heimstudio in New Jersey zurück gezogen und spielte für sich allein ein bisschen mit seinen Instrumenten, von pakistanischer Flöte, Tablas, südamerikanischen Shakers, Percussion, Saxofon, Klavier, Glockenspiel etc. und mixte alles zusammen. Herausgekommen sind 110 Minuten Weltmusik, die sehr einzigartig ist, ein musikalische Panoptikum, ein ständiges Pendeln zwischen den Anden Perus, afrikanischen Savannen und dem pakistanischem Karakorum. Manchmal erinnert das ganze an Jan Garbarek. Keith Jarrett befand sich gerade in einer persönliche Krise und so ist "Spirits" eine musikalische Sinnsuche. Das im Booklet zitierte Rilke-Gedicht umschreibet das so: "Wandelt sich rasch auch die Welt - wie Wolkengestalten, - alles Vollendete fällt - heim zum Uralten."