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Spinozas Theorie des Menschen
 
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Spinozas Theorie des Menschen [Taschenbuch]

Wolfgang Bartuschat
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Taschenbuch --  
Taschenbuch, 1995 --  

Produktinformation

  • Taschenbuch: 396 Seiten
  • Verlag: Meiner Felix Verlag GmbH (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3787312730
  • ISBN-13: 978-3787312733
  • Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,3 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Wolfgang Bartuschat
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anhand einer durchgehenden Neuinterpretation der Ethik Spinozas zeichnet der Verfasser (im Anschluß an frühere, vielbeachtete Vorarbeiten) ein gründlich modifiziertes Bild der Grundgedanken dieser Philosophie, die - als Theorie des Menschen - keineswegs historisch überholt ist, sondern größte Beachtung verdient. Es ist wohl wahr, daß Spinoza den Menschen als Teil der Natur bestimmt, aber es ist nicht wahr, daß er ihn deshalb als unselbständigen Teil einer Natur im Ganzen begreift. Die vorschnelle, aber verbreitete Meinung, Spinozas Philosophie sei als ein auf den Monismus der Substanz gegründetes deduktives System zu verstehen, beruht auf einer Fehldeutung seines Hauptwerkes, der Ethik. Sie ist vielmehr durch einen Perspektiven-Dualismus gekennzeichnet, der einen doppelten Ausgangspunkt hat: den Ausgang von Gott und den Ausgang vom Menschen. Der diese beiden Glieder verknüpfende Grundgedanke ist der einer durchgängigen Rationalität der Welt; dies ist ein eminent auf den Menschen bezogener Gedanke, da die Begreifbarkeit der Welt nur für ein Wesen von Interesse ist, das zu begreifen vermag. So notwendig Spinoza seiner Ethik die Theorie der Substanz voranstellen muß, so notwendig ist seine Philosophie andererseits eine Theorie des Menschen: der Mensch ist das ausgezeichnete endliche Wesen, das im Akt des Erkennens aus eigenem Können sein eigenes Sein bewahrt, d.h. seine Freiheit erfährt. - Diese These wird in der Vielfalt der Aspekte präsentiert und auf ihren Ertrag für eine Theorie des welthaft existierenden Menschen überprüft.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spinoza redivivus 31. Mai 2009
Format:Taschenbuch
Diese Arbeit von Wolfgang Bartuschat ist ein Lebenswerk. Ihr wesentliches Verdienst ist, durch eine durchaus immanente Lektüre der "Ethik" Spinozas den Philosoph inmitten der aktuellen philosophischen Debatte zu stellen. Wenn die polemische Frage Levinas', ob die Fundamentalontologie eigentlich fundamental - für eine Ethik - sei, die Wasserscheide der gegenwärtigen und einflussreicheren Richtungen des Philosophierens bildet, so antwortet das Buch Bartuschats darauf mit einem deutlichen Ja und Nein. Ja, weil die Ontologie Spinozas wesentlich und im Voraus auf das Sein des Menschen gerichtet ist: Eine adäquate Erkenntnis des Absoluten ist nur für den Menschen von wesentlichem Interesse. Nein, weil der Versuch Heideggers in "Sein und Zeit" an dem cartesianischen Mangel leidet, die Frage nach dem Absoluten einseitig aus der Perspektiven der Endlichkeit bzw. der Zeitlichkeit zu stellen.
Der Mensch ist das ausgezeichnete Wesen, das aus Ewigkeit und Endlichkeit besteht. Bartuschat zeigt, dass die Ethik" Spinozas durch diesen Perspektiven-Dualismus" gekennzeichnet ist und ihr Sinn, den menschlichen Zugang zu Gott zu bestimmen, sich durch eine wesentliche Wechselseitigkeit erschließen lässt. Der Mensch braucht ein präliminäres, abgrenzendes Verständnis des Unbedingten, weil der Mensch im rationalen Begreifen dessen, was überhaupt ist, sich selbst und seine Stellung in der Welt angemessen zu bestimmen vermag. Das bedeutet aber nicht, dass seine Verantwortung für sich selbst und seine Welt im Unbedingten verschwindet oder quasi abzuleiten wäre. Das weltlich gelingende Leben ist kein Optional für den Mensch, sondern ein entweder - oder zwischen Knechtschaft und Freiheit, bewirktem Leiden und verwirklichendem Handeln. Die Erkenntnis Gottes ist aber auch notwendig, damit der Mensch im Kampf für seine Freiheit sich selbst nicht an die Welt verliert. Eine adäquate Erkenntnis seiner selbst gewinnt der Mensch, sofern es ihm möglich ist, sich nicht nur von der Welt, sondern, und vor allem, von der Ewigkeit her zu verstehen.
Trotz des sympathetischen Verständnisses Bartuschats für seinen Autor bleibt sein Beitrag exemplarisch kritisch und präzise, ein Verstehen Schritt für Schritt, das die Selbständigkeit des Verfassers nie preisgibt. Wie üblich bei Bartuschat ist die Sekundärliteratur - kaum 4 Seiten - sorgfältig gewählt und sparsam zitiert, auch wenn es um Themen geht, wie z. B die Selbständigkeit der Modi der Substanz gegenüber, die von Leibniz über Christian Wolff und den Deutschen Idealismus bis hin zu Wolfgang Cramer reichen".
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