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Spinozas Theorie des Menschen
  
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Spinozas Theorie des Menschen [Taschenbuch]

Wolfgang Bartuschat
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Taschenbuch --  

Produktinformation

  • Taschenbuch: 399 Seiten
  • Verlag: Meiner Felix Verlag GmbH (1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3787310908
  • ISBN-13: 978-3787310906
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.759.702 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Spinoza redivivus 31. Mai 2009
Format:Taschenbuch
Diese Arbeit von Wolfgang Bartuschat ist ein Lebenswerk. Ihr wesentliches Verdienst ist, durch eine durchaus immanente Lektüre der "Ethik" Spinozas den Philosoph inmitten der aktuellen philosophischen Debatte zu stellen. Wenn die polemische Frage Levinas', ob die Fundamentalontologie eigentlich fundamental - für eine Ethik - sei, die Wasserscheide der gegenwärtigen und einflussreicheren Richtungen des Philosophierens bildet, so antwortet das Buch Bartuschats darauf mit einem deutlichen Ja und Nein. Ja, weil die Ontologie Spinozas wesentlich und im Voraus auf das Sein des Menschen gerichtet ist: Eine adäquate Erkenntnis des Absoluten ist nur für den Menschen von wesentlichem Interesse. Nein, weil der Versuch Heideggers in "Sein und Zeit" an dem cartesianischen Mangel leidet, die Frage nach dem Absoluten einseitig aus der Perspektiven der Endlichkeit bzw. der Zeitlichkeit zu stellen.
Der Mensch ist das ausgezeichnete Wesen, das aus Ewigkeit und Endlichkeit besteht. Bartuschat zeigt, dass die Ethik" Spinozas durch diesen Perspektiven-Dualismus" gekennzeichnet ist und ihr Sinn, den menschlichen Zugang zu Gott zu bestimmen, sich durch eine wesentliche Wechselseitigkeit erschließen lässt. Der Mensch braucht ein präliminäres, abgrenzendes Verständnis des Unbedingten, weil der Mensch im rationalen Begreifen dessen, was überhaupt ist, sich selbst und seine Stellung in der Welt angemessen zu bestimmen vermag. Das bedeutet aber nicht, dass seine Verantwortung für sich selbst und seine Welt im Unbedingten verschwindet oder quasi abzuleiten wäre. Das weltlich gelingende Leben ist kein Optional für den Mensch, sondern ein entweder - oder zwischen Knechtschaft und Freiheit, bewirktem Leiden und verwirklichendem Handeln. Die Erkenntnis Gottes ist aber auch notwendig, damit der Mensch im Kampf für seine Freiheit sich selbst nicht an die Welt verliert. Eine adäquate Erkenntnis seiner selbst gewinnt der Mensch, sofern es ihm möglich ist, sich nicht nur von der Welt, sondern, und vor allem, von der Ewigkeit her zu verstehen.
Trotz des sympathetischen Verständnisses Bartuschats für seinen Autor bleibt sein Beitrag exemplarisch kritisch und präzise, ein Verstehen Schritt für Schritt, das die Selbständigkeit des Verfassers nie preisgibt. Wie üblich bei Bartuschat ist die Sekundärliteratur - kaum 4 Seiten - sorgfältig gewählt und sparsam zitiert, auch wenn es um Themen geht, wie z. B die Selbständigkeit der Modi der Substanz gegenüber, die von Leibniz über Christian Wolff und den Deutschen Idealismus bis hin zu Wolfgang Cramer reichen".
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