Heiko Wolz hat mit Spinnerkind ein wirklich außerordentliches Debüt
vorgelegt. Die skurrile Geschichte rund um den 14jährigen Jakob McGhee
und seinen wirklich sonderbaren Freunden und Eltern zieht einen von der
ersten Seite an in den Bann. Ob Jakob nun mit einer Zirkuskanone vom
Vater übers Haus geschossen wird oder von der Mutter in Nachbars Teich
fast ertränkt wird, um den Nachbarn gewinnbringend verklagen zu können:
Man lacht mit Jake, man weint und hofft mit ihm. Und leider muss man
sich am Ende des Buches von allen verabschieden, was mir schwerfiel wie
lange nicht mehr. Man lernt Sätze auswendig, liest kleinere Passagen
mehrmals, weil man kaum genug kriegen kann von der einfühlsamen und
schnörkellosen Sprachgewalt, mit der Wolz stilsicher seine Personen
durch deren "wundersame Welt" dirigiert. Und mit jeder Seite nimmt das
Gefühl zu, in einem alten Fotoalbum mit Freunden aus längst vergessenen
Tagen zu blättern.
Spinnerkind ist eines jener selten gewordenen Erzählstücke, die irgendwo
beginnen und irgendwo enden. Dazwischen aber wird einem mit jedem Satz
bewusst, wie schön Lesen sein kann.