Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
********** 10 Sterne bitte!, 25. September 2007
Der Roman ist auch unter den Titel "Die Braut des Spielmanns" erschienen.
Es war einmal.... die verwöhnte, schöne und kluge Tochter eines deutschen Fürsten in Messelstein. Sie führte ein sorgenfreies Leben zwischen Seidenkleidern und Bällen aber eigentlich machte sie sich sehr kritische Gedanken über ihr Leben und vor allem über die Beziehungen zwischen Mann und Frau. Alle Bewerber, die um ihre Hand anhielten, wies sie mit resoluter Bestimmtheit ab. Irgendwann hatte der Vater die Nase voll von den Sperenzchen seiner Tochter. Für ihn schien dies nichts anderes als verwöhnter Hochmut zu sein. Der nächste Mann der hereinkäme solle ihr Gatte werden, wer auch immer es sei, drohte er und er machte es auch wahr: Als kurz darauf der zerlumpte Spielmann Jakob den Raum betrat, konnte er die schöne Fürstentochter auch gleich mit auf die Wanderschaft nehmen. Allein mit dem was sie auf dem Leib trug, begann ein neues Leben für Elisabeth. In der Armut der Hütten und Landstraßen im Deutschland während des 30jährigen Krieges. Sie wurde mit Hunger und Kälte konfrontiert, lernte aber gleichzeitig, wie eng und klein ihre Welt früher war und wie sich echte Freiheit anfühlt.
Auch die Geschichte des Spielmanns Jakob wird erzählt, der ein äußerst vielfältiges, abenteuerliches Leben geführt haben muss, der aufrührerischen Gedanken nachhängt und ein begabter Musiker ist. Doch dessen näheren Zusammenhänge mit der Geschichte erschließen sich dem Leser erst nach und nach und werden erst zum Schluss einigermaßen enträtselt. Die Frage wer Jakob eigentlich wirklich ist, zieht sich durch den ganzen Roman.
Ich habe das Buch gerade zu Ende gelesen und bin einfach schwer begeistert! Hin und weg! Es ist ein Buch in dem man richtig schwelgen kann, ich habe jede Seite genossen. Das Märchen vom König Drosselbart hat mich schon als Kind fasziniert und das Motiv ist hier wunderbar umgesetzt worden. Die Spannung wird schnell aufgebaut, langsam gesteigert und bleibt auch bis zu Schluss erhalten. Die Helden haben ein Seele, sie habe Stärken und Schwächen, entwickeln sich und bedienen nicht nur Klischees.
Welchem Genre dieses Buch nun entspricht kann man nicht so genau sagen:
- Ist es ein Märchen? Ja und Nein: Es ist eine Variante vom "König Drosselbart" und hat einen märchenhaften Charakter. Andererseits ist es jedoch viel zu realistisch und zu politisch um ein echtes Märchen zu sein.
- Ist es ein historischer Roman? Ja und Nein: Die Handlung spielt in Deutschland, nach dem 30-jährigen Krieg um 1650 und es werden auch sozialkritische Themen behandelt, z B. die Armut und die Abhängigkeiten der armen Schichten, andererseits hat es doch viel zu wenig politische und geschichtliche Hinweise. Man erlebt doch alles nur aus der Perspektive der Heldin, die einen sehr begrenzten Einblick in die damalige Welt hat.
- Ist es ein Liebesroman? Ja und Nein: Es ist sehr romantisch, wie Elisabeth und Jakob sich näherkommen aber es fehlen die rosarote Brille und das kitschige Happy End.
Es ist also von alledem ein Stück, und noch ein bisschen mehr, und das macht das Buch auch aus. Dieser Roman hat 100%ig meinen Geschmack getroffen und ich lese viel. Ein richtig gutes Buch ist selten, ich finde, wenn ich Glück habe, höchstens einmal im Jahr eines. Das ist meine Entdeckung der Jahre 2006/2007!
!Vorsicht Spoiler! Hier bitte nur weiterlesen wer das Buch schon kennt:
Was viele bemängeln ist der offene Schluss, und dass es kein Happy End gibt, aber hier muss ich sagen, für mich ist dieser Schluss der einzig mögliche, sonst würden alle Optionen in einer Sackgasse enden. Im Endeffekt ist dies ein emanzipatorischer Roman, wo es nicht nur um die Emanzipation der Frau oder speziell der Entwicklung von Elisabeth geht sondern beider Protagonisten. Auch Jakob steht am Ende am Scheideweg und muss sich noch weiterentwickeln, muss sich entscheiden ob er seine Macht nutzen will um seine Ideale zu verwirklichen oder ob er einfach - mit oder ohne Abfindung - abdanken will. Er muss diese Entscheidungen für sich selbst treffen und nicht für Elisabeth.
Das Leben im Wald, in der Hütte, war kein echtes Leben, für beide, es war gestohlene Zeit. Eigentlich auch ein recht fragwürdiges Experiment von Jakob. Was bezweckte er eigentlich genau? Elisabeth hat da zwar viel gelernt aber kaum zurück im Schloss merkt sie, dass sie schon nach zwei Tagen wieder über Seidenkleider nachdenkt und sich bald im goldenen Käfig wieder eingerichtet hat, wie vorher bei ihrem Vater auf Messelstein. Bald wäre sie wieder hochmütig und gedankenlos. Dabei hat sie doch schon den Geschmack von Freiheit und Unabhängigkeit gekostet.
Natürlich will man am Liebsten mit einem "Am Schluss ist alles gut" und "Wenn sie nicht gestorben sind dann lieben sich auch heute noch" bedient sein. Aber so gefällig ist der Roman halt nicht. Und das ist auch gut so.
Eine Fortsetzung wünsche ich mir nicht unbedingt, für mich ist das Buch hier zu Ende und man kann sich ja denken dass die zwei sich auf jeden Fall wiederfinden und ihr Leben zusammen verbringen, nachdem jeder erst mal seinen Weg gegangen ist und frei ist für eine Bindung.
!Spoilerende...
Das einzige was ich nicht verstehe ist warum das Buch kein Bestseller wurde und warum, verflixt!, das Buch nicht wenigstens neu verlegt wird. Eine Schande ist das! Der Markt wimmelt nur so von teils grottenschlechten Büchern und so ein Schatz ist kaum mehr erhältlich!.
Und liebe Frau Ganß, BITTE schreiben Sie noch eine Roman! Mit dem Talent müssen Sie einfach weiterschreiben.
Wie wärs mit einem weiteren historischen Roman? Die zahlreichen Fans würden sich sehr freuen!
Nachtrag 2009: Nun erscheint sie ja endlich die Neuauflage:Der Spielmann!! Wurde ja auch Zeit. Und ich hörte es munkeln, dass Frau Ganß wieder schreibt. Wär ja wundervoll....
Tipp für MärchenliebhaberInnen: Die Sevenwaters Trilogie z.B. Band 1 " Die Tochter der Wälder" .
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faszinierend, spannend und vor allem mitreißend!, 7. April 2005
Ich bin zufällig auf das Buch gestoßen, kaum hielt ich es in den Händen und las die ersten Seiten, war ich vollkommen vertieft. Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig, märchenhaft und die Geschichte hat einen fabelhaft gut durchdachten und recherchierten Hintergrund, so dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die Charaktere und deren Handlungen und Gefühle sind einzeln, von der Hauptperson bis zur Nebenperson faszinierend und vielfältig beschrieben, ohne zu Übertreiben und so realistisch, dass man das Gefühl bekommt, diese Menschen würden tatsächlich existieren. Ebenso sind die Szenenorte beschrieben. Ich fühlte mich ins 17. Jahrhundert zurückversetzt. Auch wenn es nach kitschigem Liebesheimatroman aussieht, ist es eher das absolute Gegenteil. Die Beziehung zwischen Elisabeth und Jakob ist wunderschön beschrieben. Öfters lese ich noch in diesem Buch, es ist in kürzester Zeit zu meinen absoluten Favourit geworden. Umso mehr war ich von dem überraschenden, schnellen Ende enttäuscht und ich wünsche mir wirklich eine Fortsetzung. Ansonsten würde ich es jedem Liebhaber von historischen Romanen und spannenden Handlungen empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Spielmann von Ingrid Ganß, 21. Oktober 2004
... eigentlich wollte ich das Buch gar nicht lesen, weil das Umschlag-Bild so nach "Liebes-Kitsch-Roman" aussah. Die ersten Seiten fand ich dann auch wirklich nicht berauschend, weil mir die Sprache von Elisabeth auf die Nerven ging und ich wollte das Buch mehr als einmal zur Seite legen. Aber als sie dann mit dem Spielmann mitging, wurde es immer interessanter!Die Autorin verstand es, die Atmosphäre aus dieser Zeit so gut rüberzubringen, daß man wirklich meinte, mit Elisabeth und ihrem Geschirr mitten auf dem Marktplatz zu stehen... Ein supertolles Buch, es hätte noch viel, viel länger sein können!!
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