CHANGE X
Es wäre kein Scholz-Buch, würde der Professor nicht sein darwinsches Drei-Stufen-Modell - Variation, Selektion und Retention - bemühen, um zu erklären, warum Unternehmen von heute auf morgen von der Bildfläche verschwinden. Doch wie der Titel bereits sagt, konzentriert sich der Saarländer nicht nur auf den Überlebenskampf der Unternehmen. Er betrachtet vor allem den Einzelnen, den Mitarbeiter, den Manager, den Chef. Wie verhält er sich im globalen Kräftespiel? Ist er allseits bereit und folgt er ohne Plan und Ziel seinem Herdenführer? Oder verhält er sich opportun und stellt eine Kosten-Nutzen-Gleichung auf: Was soll der Job bringen? Was bin ich bereit zu geben? Und wo liegen meine Grenzen?
Was für Scholz keine Frage ist, wird von Unternehmen vielfach ignoriert. Statt Mitarbeiter als Persönlichkeiten mit eigenen Ziel- und Wertvorstellungen wahrzunehmen, glauben sie an ihre eigene Propaganda: "Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, bei uns kann er sich selbst verwirklichen." Um so verständnisloser reagieren sie, wenn die "darwiportunistische Generation" abwandert, um auf ihrer Selbstverwirklichungslinie ein Kästchen weiterzuhüpfen. Doch nicht nur Unternehmen sind blind. Auch Mitarbeiter ignorieren vielfach das Kräftefeld, in dem sich Firmen heute befinden. Sie pochen auf ihr Recht und sind nicht bereit unternehmerisch zu denken, Risiken einzugehen oder für ihre Fortbildung selbst zu sorgen. Deswegen fordert Scholz von beiden Parteien einen "neuen, sozialen Kontrakt", einen "neuen Realismus". Nur wenn beide ehrlich miteinander kommunizieren, ihre Ziele und Nutzenkalküle offen legen und "Darwinismus" und "Opportunismus" als Grundkonstanten akzeptieren, können die Lager aufgehoben und die Fronten durchbrochen werden.
Was sich nach Tante-Emma-Rezept anhört, ist in Wirklichkeit schwer umzusetzen. Die Nebelwand ist dick. Statt mehr Selbstbestimmung, Freiheit und innerbetriebliche Demokratie heißt es zur Zeit Rückzug. Das weiß auch Scholz. Er sitzt nicht im Elfenbeinturm. Trotzdem lässt er sich seinen Optimismus nicht nehmen: "Jeder hat es selbst in der Hand: jeder Mitarbeiter, jeder Unternehmer und zusätzlich - als neuer darwiportunistischer Kontrakt - beide gemeinsam!" Und das ist wohl - neben seiner interessanten Verquickung - sein größter Verdienst.
(c)changeX Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft
Pressestimmen
PERSONALmagazin, 3/2003
"Originell, hintergründig und fundiert beschreibt der Experte für Personalmanagement, wie das moderne Arbeitsleben funktioniert und wohin es sich entwickelt. Die Geschichten, die er erzählt, vermitteln ein eindrückliches Bild."
business-wissen.de, Juni 2003
"Für Leser, die für Personal verantwortlich sind, eine Pflichtlektüre, auch wenn man nicht allen Thesen und Empfehlungen zustimmen muss. Es kommt vielleicht doch noch frischer Wind ins Personalmanagement."
OrganisationsEntwicklung 2_03
"In seinem neuen Buch Spieler ohne Stammplatzgarantie plädiert Christian Scholz für eine neue Ehrlichkeit, bei der beide Seiten akzeptieren, dass Unternehmen nun mal darwinistisch und die Mitarbeiter opportunistisch handeln."
Die Welt, 03.05.2003
"Scholz lehnt es ab, in den Chor des Jammerns einzustimmen und versucht sich an Vorschlägen für einen 'neuen sozialen Kontrakt' in der Arbeitswelt."
VDI Nachrichten Rundschau, 22.08.2003
"Eine Stammplatz-Garantie gibt es in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr - weder für Mitarbeiter noch für Unternehmen. Aus der Unternehmenssicht herrscht marktwirtschaftlicher Darwinismus - nur die stärksten Spieler überleben. Auch die Mitarbeiter haben sich geändert, sie sind Opportunisten und nutzen ihre Chancen, ohne Rücksicht auf Unternehmen. "Dawiportunismus" nennt der Autor die zukünftige Basis für einen neuen sozialen Kontrakt im Arbeitsleben. Dieser Darwiportunismus ist die Grundlage für den ersten Blick verblüffende und provozierende Vorschläge zur Gestaltung einer neuen Arbeitswelt.
Kurzbeschreibung
Aber nicht nur die Unternehmen machen Druck, auch die Mitarbeiter haben sich geändert. Es geht ihnen um viel mehr als schnelles Geld oder sichere Arbeitsplätze. Im Mittelpunkt stehen die Optimierung des eigenen Lebenslaufs und die individuelle Lebensgestaltung. Die neuen Mitarbeiter sind Opportunisten. Sie nutzen die Chancen, die sich ihnen bieten, ohne Rücksicht auf andere und ohne Rücksicht auf die Unternehmen. Was allein zählt, ist der eigene Marktwert!
Eine Stammplatzgarantie gibt es in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr - weder für Mitarbeiter noch für Unternehmen. Unternehmen wie Mitarbeiter, Politiker und Interessensverbände müssen sich umstellen.
"Darwiportunismus" nennt Christian Scholz die künftige Basis für einen neuen sozialen Kontrakt im Arbeitsleben. Scholz erklärt in seinem Buch den logischen Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen Darwinismus und Opportunismus und verbindet sie zum Darwiportunismus. Er ist Grundlage für auf den ersten Blick verblüffende und provozierende Gestaltungsvorschläge. Denn laut Scholz gibt es keinen Grund zum Jammern oder zu gegenseitigen Vorwürfen. Es geht darum, eine Welt zu gestalten, in der Unternehmen und Mitarbeiter ihren eigenen Interessen nachgehen und gerade so die Potentiale der wechselseitigen Freiheiten nutzen können, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.