Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis ist vor dem Kauf dieses Buches meiner Meinung nach ganz hilfreich.
Ich habe es verpackt in der Buchhandlung gekauft und bin nun nicht ganz glücklich. Ich glaube, die Bewertung dieses Büchleins hängt sehr davon ab, was man sich erwartet.
Ich für meinen Teil habe mir, als ich den Titel "Spielend Freunde werden: Richtiges Spiel für Hund und Mensch" las, ein Buch erhofft, das einmal erklärt, wie Hunde wirklich spielen wollen - denn viel zu oft sieht man, wie Hunde lahm geworfenen Bällchen nachlaufen oder in einer "Soloaktion" ihr Spielzeug zerlegen.
So richtig körperbetonte, aktionreiche Spiele, wo sich der Mensch richtig zu "Affen macht", bloß damit der Hund seinen Spaß hat und dieser für so ein Spiel alles liegen und stehen lässt, das setzen wohl nur die wenigsten Hundebesitzer ein. Und das, obwohl es so wirkungsvoll wäre! Es wird auch in kaum einem Buch wirklich beschrieben, eben leider auch in diesem nicht.
Das vorliegende Büchlein ist ganz einfach ein 0815-Werk, nicht mehr und nicht weniger. Vom Zerrspiel bis zum allseits beliebten Apportierspiel ist alles drin. Es fasst alles schön zusammen, gibt ein paar Empfehlungen für lohnenswertes Spielzeug, gibt Hinweise, wie man Sitz, Fuß und Co ins Spiel einbauen kann, erklärt wann man nicht spielen sollte und wie man die Kontrolle behält.
Ein wenig verwundert hat mich, dass die Autorinnen in dieses Büchleins einige Tricks und Hundesport aufgenommen haben. Das ist natürlich eine Definitionssache, aber für mich ist das Lehren/Erlernen eines Tricks etwas anderes als Spielen. Auch Hundesport ist etwas anderes. Argumentieren lässt sich das freilich damit, dass es dem Hund - sofern richtig aufgebaut und gemacht - Spaß macht und die Bindung zum Halter fördert.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass dieses Büchlein auf kompakten 86 Seiten alles beinhaltet, was jene, die schon einige Hundebücher gelesen haben und sich ein wenig mit Hunden/Hundeverhalten/Erziehung beschäftigt haben, schon irgendwo einmal gehört haben.
Das Buch ist ganz nett (und teilweise amüsant), aber auch irgendwie unnotwendig. Jene Hundebesitzer, die einen Hund haben, der weiß, dass Herrchen/Frauchen keine Spielmaschine ist sowie jene Hundehalter, die wissen, welche Spiele ihr Hund mag und dass der Mensch immer die Kontrolle behalten muss, für die bietet das Buch eigentlich nichts Neues. Für solche Hundehalter, die dem Spiel mit ihrem Hund bisher wenig Beachtung geschenkt haben, könnte die Lektüre dieses Büchleins ein Gewinn sein.