Hemiparese als "vollständige oder unvollständige Lähmung einer Körperhälfte" bei jungen Kindern stellt eine große Herausforderung für jedes Elernteil, aber auch für Erziehende und Therapeuten/-innen dar.
Die beiden Autorinnen Astrid Koenen und Alexandra Ott geben in ihrem Buch sehr hilfreiche Anregungen, wie man diesen jungen Menschen eine adäquate Unterstützung geben kann. Hierzu stellen sie zu Beginn des Buches zwei Kinder gegenüber: ein nicht behindertes Mädchen und ein Jungen mit einer spastischen Hemiparese. Sie verdeutlichen die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede in ihrer Altersstufenentwicklung sowie mögliche Hilfestellungen durch die Ergotherapeutin sowie ihr Spielverhalten zur Förderung ihrer Entwicklung. Nach diesem sehr informativen ersten Teil des in Ringbuch-Heftung sehr praktischen Buches, folgt der Zweite Teil mit praktischen Informationen zum Spielen und für die Entwicklungsförderung von Grob- und Handmotorik sowie die Sensorik und die Einbindung von Aktivitäten im Alltagsleben.
Dies ist der Kern der Publikation, die durch prägnante schwarz-weiße Fotos von Übungs- und Alltagssituationen geprägt ist. Hier finden sich äußerst abwechslungsreiche Darstellungen mit der übsichtlichen Gliederung in "Idee - Material - Ziel - Variationsmöglichkeiten". So werden Mütter, Väter und therapeutisch unterstützende Personen angeregt, ein Kind mit einer Hemiparese im Wechselspiel zwischen Herausfordern und Vergnügen, Spiel und Förderung, Spaß und Anstrengung weitestmöglich zu unterstützen.
Der Anhang mit Anschriften und einem klar gegliederten Glossar, das wesentliche Begriffe erklärt, sowie einem Literaturverzeichnis (von dem man sich freilich etwas mehr jüngere Publikationen gewünscht hätte)vervollständigen dieses ansprechend gestaltete Buch, das sich nicht als Therapiebuch, sondern als Sammlung für anregende Aktivitäten versteht und somit sowohl Laien als auch die sogenannten "Profis" wirkungsvoll unterstützen kann, jungen Kindern mit einer Hemiparese so weitestgehend wie möglich die Förderung und Hilfe zukommen zu lassen und so im Leben mit dieser Einschränkung die Handlungsräume erweitern zu lassen. Ein Buch, dem die Nähe zu und der Respekt vor den Eltern sowie die Wertschätzung gegenüber den betroffenen Kindern durch und durch anzumerken ist.