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Spielen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Karl Ove Knausgård , Paul Berf
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

11. November 2013
Das literarische Abenteuer aus Norwegen, das autobiographische Projekt von Karl Ove Knausgård geht weiter: Nach Sterben und Lieben nun Spielen – ein Roman über eine Kindheit, der eine Welt beschreibt, in der Kinder und Erwachsene parallele Leben führen, die sich nie begegnen. Alles beginnt mit einer traditionellen Familie: Vater, Mutter und zwei Jungen, die nach Südnorwegen ziehen, in ein neues Haus in einer neuen Siedlung. Es sind die frühen Siebzigerjahre, die Kinder sind klein, die Eltern jung, die Zukunft scheint offen und verheißungsvoll. Aber irgendwann beginnt sie sich zu schließen, irgendwann wird das, was mit großen Hoffnungen begann, klein und festgelegt. Was ist passiert? Wie konnte es dazu kommen?

»An einem milden und bewölkten Tag im August 1969 fuhr auf einer schmalen Straße am äußeren Ende einer südnorwegischen Insel, zwischen Wiesen und Felsen, Weiden und Wäldchen, ein Bus. Er gehörte der Arendal-Dampfschifffahrtsgesellschaft und war wie alle Busse des Unternehmens hell- und dunkelbraun. Er fuhr über eine Brücke, an einer schmalen Bucht entlang, blinkte rechts und hielt. Die Tür ging auf, eine kleine Familie stieg aus. Der Vater, ein großer und schlanker Mann in einem weißen Hemd und einer hellen Polyesterhose, trug zwei Koffer. Die Mutter, in einem beigen Mantel und mit einem hellblauen Kopftuch, das um die langen Haare geschlungen war, hielt an der einen Hand einen Kinderwagen und an der anderen einen kleinen Jungen. Als der Bus weitergefahren war, hing seine dicke, graue Abgaswolke noch für einen Moment über dem Asphalt.«


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (11. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630874126
  • ISBN-13: 978-3630874128
  • Originaltitel: Min Kamp III
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.441 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren und gilt als wichtigster norwegischer Autor seiner Generation. Als erster Debütant überhaupt bekam er den Norwegischen Kritikerpreis verliehen. "Alles hat seine Zeit", sein zweiter Roman und vielfach preisgekrönt, war nominiert für den Nordischen Literaturpreis und den internationalen IMPAC Dublin Literary Award. "Sterben" - der erste Roman eines sechsbändigen, autobiographisch angelegten literarischen Projektes, das in Norwegen zur Sensation wurde - war das meist diskutierte Buch der letzten Jahre, stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste, wurde mit dem wichtigsten norwegischen Literaturpreis, dem Bragepreis ausgezeichnet, in der Zeitung VG zu einem der besten Bücher der letzten zehn Jahre gewählt sowie von den Lesern der Tageszeitung Morgenbladet zum Buch des Jahres. Bei Luchterhand erscheint nun nach "Sterben", "Lieben" und "Spielen" der vierte Band seines Projektes, "Leben". Karl Ove Knausgård lebt mit seiner Familie an der schwedischen Südküste.

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kindheit in Angst 13. Januar 2014
Von Gospelsinger TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Kindle Edition
„Das Gedächtnis ist keine verlässliche Größe im Leben, aus dem einfachen Grund, dass für das Gedächtnis nicht die Wahrheit am wichtigsten ist. Niemals ist der Wahrheitsanspruch entscheidend dafür, ob das Gedächtnis ein Ereignis richtig oder falsch wiedergibt. Entscheidend ist der Eigennutz.“

Umso schwieriger ist es, sich an die eigene Kindheit zu erinnern. Im Gedächtnis bleiben meist nur einzelne Episoden und generelle Gefühle, wie zum Beispiel Angst.

Letzteres wird wohl der Grund sein, warum Karl Ove Knausgård sich so genau an seine Kindheit erinnern kann. Denn sie war geprägt von der Angst vor dem Vater, wie schon im ersten Band des auf sechs Bände angelegten autobiografischen Projekts zu lesen war.

Als Kind war Karl Ove dem Vater völlig ausgeliefert. Einem Vater, der irrsinnige Regeln aufstellte, die streng befolgt werden mussten. Es durfte niemand mit nach Hause gebracht werden, im Haus durfte man sich nicht schnell bewegen, selbst der Ablauf des Essens war streng reglementiert, kurz, es herrschte eine ständige Kontrolle, und Verstöße hatten übermäßig harte Auswirkungen. Das Familienleben war völlig anders als das der Nachbarsfamilien. Eine schöne Kindheit war es nicht.

Karl Oves Alltag war ein ständiges Flüchten vor den Launen und vor allem vor der Wut des Vaters. Das ging so weit, dass er einmal in Anwesenheit des Vaters eine Schüssel Cornflakes mit sauer gewordener Milch ganz aufaß. Er traute sich einfach nicht, etwas zu sagen.

Eine im Schwimmbad verlorene Socke kam da einer Katastrophe gleich. „Und was meinst du eigentlich, wie viel Geld wir haben?
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Teufelskreis 23. November 2013
Von Felix-ine TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Norweger Karl Ove Knausgard nimmt den Leser mitten hinein in sein Leben.

Schonungslos berichtet der Autor in seinem ersten Buch "Sterben" über seine schwierige Kindheit, den lieblosen Vater und dessen Suff. Er berichtet vom Auffinden des toten Vaters mit ekligen Gerüchen und der Befreiung, dass er nicht mehr im Leben der Familie weilt. Bei dem Leser dieses Buches bleibt Beklommenheit zurück.

In seinem zweiten Buch "Lieben" erzählt der Schriftsteller von dem Versuch selbst Vater zu sein. Die fast gleichen Tagesabläufe in der Familie mit Frau und Kindern, die gleichen Fehler und Streitigkeiten, die Hektik, die schreienden Kinder, die Selbstzweifel. Dabei wollte er alles besser machen. Sie holt ihn ein, die Unsicherheit, die Vergangenheit der Kindheit. Seine innere Ruhe findet er nur vor seinem Schreibtisch sitzend beim Schreiben seiner Biografie.
Kindheitserinnerungen und Jugendjahre bleiben hängen, verwischen nie und ziehen andere familiäre Schwierigkeiten nach sich.

In seinem Buch "Spielen" ist es eine Suche nach der verlorenen Zeit als kleiner Junge und Jugendlicher. Jetzt ist sein Leben als Familienvater. Er will es anders machen, nicht die gleichen Fehler begehen die seine Eltern gemacht hatten. Karl Ove Knausgard erinnert sich an verschiedene Begebenheiten seiner Kinderzeit, vom Schwimmunterricht, wo seine Mutter ihm zu seiner Scham eine geblümte Badekappe gekauft hatte statt einer für Jungs. Er erzählt von verrückten Mutproben, von seiner Angst vor Gespenstern, Hunden und Füchsen, von stundenlangen Fahrten im Auto der Familie und von ständigen Ermahnungen und Zurechtweisungen. Machtlos zu sein als Kind und sich nicht wehren können.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Spielen" 13. März 2014
Von Arnold
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Ein sehr gut formuliertes (auch sehr gut übersetztes ...), manchmal bedrückendes , aber immer sehr lebensnahe geschriebenes Buch über die Jugenderinnerungen des Autors. Als Zeitgenosse (desselben Jahrzehnts) kann man sich viele Situationen sehr gut vorstellen

Sehr gut und sehr bedrückend wurde der psychische und physische Druck seines übermächtigen Vaters dargestellt, sehr lebensnahe die Jugenderlebnisse unter Freunden.

Ja, ich empfehle fast, diesen Band 3 dem Band 1"Sterben" vorzuziehen,
Erst nach der Lektüre von Band 3 hat man dieses "ohnmächtige Gefühl" dem Vater gegenüber
in sich aufgenommen, und kann verstehen, warum in Band 1 die Angst vor dem Vater
auch als 16 jähriger noch vorhanden ist.

Eine unbedingte Empfehlung für Biografie Liebhaber und ein großes Lob auch an den Übersetzer,
Paul Berf, dessen Formulierkunst uns die Stimmungen im Hause Knausgard sehr nahe bringt.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurück in die Kindheit 13. Juni 2014
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Der Roman führt einem in eine Welt, die man vielleicht schon lange vergessen, oder verdrängt hat. Man leidet mit dem Jungen, denn die Kontrolle des Vaters ist allgegenwärtig spürbar. Gutes Buch.
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr gewesen 18. Juni 2014
Von Tobias Nazemi VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt Bücher, da wünsche ich mir noch einmal hundert oder zweihundert Seiten dazu. Um Akteure besser kennen zu lernen, Zusammenhänge zu verstehen oder einfach um die Lesestimmung noch eine Weile zu halten. Bei diesem Roman ist es anders. Hier wünschte ich mir eher zweihundert Seiten weniger. Denn so schön Knausgard seine Kindheitserinnerungen auch aufgeschrieben hat, nach ca. 400 Seiten kommt einfach nichts Neues mehr dazu. Die Detailverliebtheit, die ich auf den ersten Seiten noch positiv und stimmungsfördernd empfunden habe, ging mir am Ende auf den Geist. Doch ich wollte die Lektüre nicht einfach so abbrechen, also habe ich die letzten zweihundert Seiten nur noch quer gelesen.

Grundsätzlich ist „Spielen“ eine schöne Hommage an die Kindheit in den siebziger Jahren. Als man noch einfach beim Nachbarjungen klingelte und fragte: „kommst Du raus - spielen?“ Ohne Verabredung, ohne Mami, die einen mit dem Auto hinbringt und wieder abholt. Ich bin auch ein Kind dieser Zeit und habe mich beim Lesen wohlig erinnert. An so manches Lagerfeuer, die Bude im Wald, eine zufällig im Altpapier gefundene Neue Revue. Natürlich auch an die ganzen Unzulänglichkeiten, Enttäuschungen und Ängste, die auch der kleine Karl Ove beim Erwachsenwerden durchlebt. Das alles hat Knausgard in diesem Roman wunderbar exakt und authentisch beschrieben. Als Zeitgenosse kann ich das beurteilen und wertschätzen.

Aber wie geht es Lesern aus einer anderen Zeit? Ist der Roman ohne den persönlichen Erfahrungshintergrund noch genauso interessant? Ich wage das zu bezweifeln. Denn Knausgard macht nichts anderes, als Erinnerungen sauber aufzuschreiben. Der Gesamteindruck ist literarisch durchaus ok. Aber richtiger Lesegenuss kommt nicht auf.
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