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Spielefresser, Biomonster & Fanboys: Geschichten aus der Welt der Videospiele
 
 
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Spielefresser, Biomonster & Fanboys: Geschichten aus der Welt der Videospiele [Gebundene Ausgabe]

Jörg Luibl
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Piranha Magazin, 09/2007

Ebenso unterhaltsam wie kritisch tauscht Jörg Luibl in den Alltag des modernen Spielers ab Nicht nur seine Forderungen nach mehr inhaltlicher Qualität und gesellschaftlicher Anerkennung sind absolut lesenwert

GEE Magazin, Oktober/November 2007

Dem Journalisten Jörg Luibl gelingt es mit dieser Textsammlung auf ebenso amüsante wie informative Weise, das weite Feld der Videospiele zu beackern. Dabei schlägt er einen Bogen von den Untiefen der Fankultur und des Spielejournalismus über den Einfluss japanischer Tradition auf das heutige Gamedesign bis in zu Fragen nach Lust und Gewalt, Spielspaß und Kunst

DE:BUG Magazin, Oktober 2007

Die essayistische Sammlung nimmt mit seiner Vielseitigkeit und dem Mut, einige Jahre Revue passieren zu lassen außerdem die bei Computerspielen noch deutlich klaffende Lücke zwischen Hurra-Berichterstattung und akademischer Inanspruchnahme für sich ein und ist somit Zitat- wie Ideengeber zugleicht.

Dresdner Neuste Nachrichten, 05. September 2007

Zu einem bunten Streifzug durch die Welt der Videospile läd Jörg Luibl in seinem Buch ein. Er plaudert über den Glaubenskrieg zwischen PC- und Konsolenanhängern, die Innovations(un)lust von Softwareschmieden, die Vor- und Nachteile von 3D-Actionshootern und dergleichen mehr

Dresdner Neuste Nachrichten, 05. September 2007

Zu einem bunten Streifzug durch die Welt der Videospiele läd Jörg Luibl in seinem Buch ein. Er plaudert über den Glaubenskrieg zwischen PC- und Konsolenanhängern, die Innovations(un)lust von Softwareschmieden, die Vor- und Nachteile von 3D-Actionshootern und dergleichen mehr

WCM Magazin, Oktober 2007

Jörg Luibl versteht es die Szene mit viel Witz, durchaus Sarkastisch und beißend aber immer mit Kenntnis und Insiderwissen zu beleuchten. Für jene die "darin leben" ein gefundenes Fressen und eine sehr unterhaltsame Lektüre bei der man sich Kopfnicken, Lachen und ein "Genau so ist es!" nicht verkneifen kann. Gerade deswegen würde ich es auch für viele andere zur Pflichtlektüre machen. Politiker die schnell nach Zensur schreien, Lehrer die weder Gordon Freeman noch Lara Croft kennen und jene die sich mit "Kultur" im weitesten Sinne beschäftigen. Dank des flüssigen und wortreichen Schreibstils mit gelungen Parallelen und Anspielungen liest man das Buch rasend schnell aus.

Piranha Magazin, 09/2007

Ebenso unterhaltsam wie kritsich tauscht Jörg Luibl in den Altag des modernen spielers ab Nicht nur seine Forderungen nach mehr inhaltlicher Qualität und gesellschaftlicher Anerkennung sind absolut lesenwert

GEE Magazin, Oktober/November 2007

Dem Journalisten Jörg Luibl gelingt es mit dieser textsammlung auf ebenso amüsante wie infromative Weise, das weite Feld der Vodeospiele zu beackern. Dabei schlägt er einen Bogen von den Untiefen der Fankultur und des Spielejournalismus über den Enluss japanischer Tradition auf das heutige Gamedesign bis in zu Fragen nach Lust und Gewalt, Spielspaß und Kunst

Krone.at, Oktober 2007

Im Kampf um die gesellschaftliche Anerkennung für ein oftmals verkanntes Medium wird nicht nur das heiß diskutierte Thema "Killerspiele" zur Sprache gebracht, auch Kritik am vorherrschenden Sexismus so mancher Titel oder den meist sehr flachen und wenig originellen Inhalten wird laut. Trotz aller Kritik darf in "Spielefresser, Biomonster & Fanboys" der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen - etwa wenn der Autor über seine peinliche Niederlage bei einem nächtlichen Xbox-Live-Duell berichtet oder zwanghaft versucht, von seiner Spielesucht loszukommen. Alles in allem ein vergnüglicher und kurzweiliger Lesestoff, der nicht nur Gamern, sondern auch Vertretern der Industrie sowie dem Videospiel sonst eher skeptisch gegenüber eingestellten Menschen zu empfehlen ist.

WCM Magazin, Oktober 2007

Jörg Luibl versteht es die Szene mit viel Witz, durchaus Sarkastisch und beißend aber immer mit Kenntnis und Insiderwissen zu beleuchten. Für jene die "darin leben" ein gefundenes Fressen und eine sehr unterhaltsame Lektüre bei der man sich Kopfnicken, Lachen und ein "Genau so ist es!" nicht verkneifen kann. Gerade deswegen würde ich es auch für viele andere zur Pfl ichtlektüre machen.Politiker die schnell nach Zensur schreien, Lehrer die weder Gordon Freeman noch Lara Croft kennen und jene die sich mit "Kultur" im weitesten Sinne beschäftigen. Dank des flüssigen und wortreichen Schreibstils mit gelungen Parallelen und Anspielungen liest man das Buch rasend schnell aus.

Kurzbeschreibung

Was haben Heraklit, Lessing, Humboldt oder Napoleon mit dem PC oder der PlayStation zu tun? Eine ganze Menge! Wer sich auf diese Geschichten einlässt, wird in den Alltag des modernen Spielers abtauchen. Mal witzig, mal bissig, mal nachdenklich hält Jörg Luibl der bunten Branche zwischen PC und Konsole den Spiegel vor.

Er spannt den Bogen vom chaotischen Alltag des neuzeitlichen Spielers bis zur antiken Philosophie. Vom Gonzo-Journalismus eines "Das Klischee schlägt zurück" bis hin zur kulthistorischen Reise in die Seele Japans reicht das ebenso amüsante wie informative Repertoire. Dabei versteht er sich vor allem als Kritiker seiner Zeit. Ein Leitthema seiner Kolumnen ist nicht nur die Forderung nach mehr inhaltlicher Qualität, sondern auch nach der gesellschaftlichen Anerkennung eines gerade in Deutschland oftmals verkannten Mediums.

Dabei ist das Hobby des modernen Highscore-Jägers bereits ein wichtiges Element unserer Gegenwartskultur. Dazu der Autor: "Das Spiel wird gerne zur Primetime als Gewaltauslöser diffamiert, obwohl gerade eine zweite Generation mit diesem Medium groß, von ihm begeistert und geprägt wird. Die fruchtbaren Einflüsse, die einfach zu mehr Spaß oder gar akademischen Karrieren führen können, werden kaum diskutiert."

Über den Autor

Jörg Luibl, M.A., geboren 1973 in Westfalen, Studium der Geschichte, Skandinavistik und Archäologie, Tätigkeit als Rezensent und Kurzgeschichtenautor. Seit November 2000 Spiele-Journalist, seit 2004 Chefredakteur beim Online-Magazin 4Players.de und Autor der dortigen Kolumnen.

Auszug aus Spielefresser, Biomonster & Fanboys von Jörg Luibl. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Alles ist still. Die Stadt schläft. Während sie leise döst, krepiert mein PC langsam. Der Monitor flackert wie eine blaue Blume. Grell und giftig starrt mich ein Kernel_Data_Inpage_Error an. Es gibt Tage, da läuft alles schief. Man kann einen PC, Konsolen und Handhelds im Haus haben - überall ist der Wurm drin. Erst die seltsamen Abstürze, dann die Verbindungsabbrüche über Xbox Live und schließlich der leere DS. Mein Aufladegerät? Verliehen. Was sonst.

Es ist einer dieser Bluescreen-Tage. Alles streikt. Nichts geht. Draußen regnet es in grauen Strömen. Mitten im Sommer. Wann sonst. Es wird stickig in der Wohnung. Ich kann nichts zocken, nicht entspannen, ich muss raus. Als die ersten Blitze zucken, ziehe ich den Netzstecker, quäle mich fluchend in meine Jacke und stürze in die Nacht, hungrig nach Spielspaß.

Trotz der feuchten Frischluft sehe ich alles durch die Zockerbrille: Der Regen hämmert in Echtzeit auf meine Schulter, der Dunst wabert partikelfroh, die Autos fahren ruckelfrei - blöde Phrasen, wunderbare Welt. Im echten Leben gibt's eben keine Grafikfehler, keine Abstürze. Aber es gibt Spielhallen mit ewig blinkenden Automaten und Highscore. Die letzten Reservate der Arcade-Zeit. Da will ich hin.

Was ist das denn? Mein Arm ragt zwanzig Zentimeter in eine Wand! Das ist doch guter Beton. Ist das Clipping, oder was? Ich hab wohl Hallus. Nur weg hier. Ich hetze um die Ecke, renne über die Straße, halte an einer Ampel. Plötzlich verschwimmen die Texturen, alles flackert in einem kunterbunten Pixelbrei: Rot, Grün und Gelb umschwirren mich wie Bienen.

Dann erscheint diese Frau. Sie schaut mich an. Meine Sinne sind gespannt. Sie kommt langsam näher. Ihre Hüfte wiegt sich im Takt, ihre Blicke tanzen lasziv - eine lächelnde Göttin in Slow-Motion. Kalt und verführerisch. Wow. Die rasant abnehmende Hitpointleiste unter mir nehme ich gar nicht wahr, weil ich im Angesicht der viel zu perfekten Lady auf eine philosophische Ebene schwebe:

Ist das nicht das wahre Spiel? Das einzige Spiel für uns Männer? Darauf sind wir programmiert, das ist unsere biologische Hauptquest: Jagen und Fortpflanzen. Was interessieren mich Norrath, Kalimdor oder Pro Evolution Soccer? Wozu brauche ich eine blöde Maus und diesen Monitor? Da schnurrt eine Katze im Großformat. Und gleich ist sie da. Noch wenige Schritte ...

... aber irgendetwas stimmt nicht: Wieso ist das alles so einfach, so platt? Und wieso beugt sie sich so seltsam steif zu mir? Nein, sie ruckelt regelrecht! Ihre bleichen Arme sehen aus wie schlecht montierte Gelenke und: Sie hat kein Gesicht. Sie hat verdammt noch mal kein Gesicht! Und was ist das bitte für ein ballistischer Wackelpudding? Boob Bouncing in schlecht. Ihr Mund ist nicht mehr als ein blutrot glänzender Pixelfleck. Jetzt haucht sie mich lippenasynchron an - von der künstlichen Stimme ganz zu schweigen:

"Ich bin dein Klischee."

Was soll das jetzt heißen? Dann geht alles ganz schnell: Ihre Hand berührt mich, nestelt an meinem Gürtel, greift zu. Es macht Klick. Es tut weh. Ich schreie. Ich wache auf. Ich will den Traum abschütteln. Ich will aufstehen und pralle direkt gegen eine Scheibe - 19 Zoll groß, hart und unnachgiebig. Verdammt. Ich bin nicht im Bett, sondern im Monitor.

Dann kommt sie, die gesichtslose Gürtelgreiferin. Sie fährt mit dem Mauszeiger über mein Gesicht, meine Arme, meine Beine. Rechts von mir blinkt etwas: "Editor". Bitte was? Sie klickt mich an. Erst zaghaft, dann immer wilder. Sie zerrt und zieht an mir, zieht mich an und aus, verpasst mir lila Hosen, Federhüte und Blumenhemden. Die Frau scheint weder Geschmack noch KI zu haben. Mein Gesicht verformt sich, meine Haare färben sich, meine Muskeln straffen sich, ich wachse - nein: ich mutiere.

Nach einer halben missbrauchten Ewigkeit lässt sie von mir ab. Im Spiegel des Monitors erkenne ich eine Mischung aus Clooney, Cruise und Travolta. Warum gerade die? Scheiße, ich hasse die Kerle. Ich hasse diesen Tag. Und ich hasse diese Frau.

Plötzlich lächelt sie wieder. Dann speichert sie ab und zischt:

"Jetzt bist du mein Klischee."

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