Ingesamt ein sehr guter Ratgeber, der gut informiert wie man eine Kita und Krippe gestalten kann.
Das Buch vermittelt wichtige Grundkenntnisse von der Wirkung der Farben, Akkustik, Licht welche Möbel sinnvoll sind und wie man Spielmaterial sinn-voll anbietet.
Man erfährt auch wie man eine Gruppe einrichtet und ansprechend für die Kinder gestaltet.
Bei der Auswahl von Möbeln und Spielmateral ist hier weniger mehr.
Es bietet auch die Möglichkeit klar strukturierte Orte zu finden die für die Kinder ordentlich und optisch ansprechend sind.
Viele Anleitungen für Spielmaterial oder Ordnungstrukturen, lassen sich direkt und einfach umsetzen.
Die Ideen lassen sich auch teilweise für den Einsatz in Kindergarten und Hort gut umsetzen.
Was mich persönlich etwas stört ist, dass diese Kuschelnestchen für die Krippe und Kita so sehr angepriesen werden.
Mehr oder weniger als einzigste Schlafmöglichkeit für Babys und Kleinkinder.
Sicherlich sind diese Körbchen, schnell weg zu stellen und nicht so sperrig. Es zweifelt auch niemand daran, dass Kinder in so einem Nest nicht gut schlafen können.
Laut der Autorin haben die Kinder hier einen begrenzten natürlichen Raum ähnlich wie im Mutterleib.
Im Gegenzug dazu werden Gitterbettchen aber komplett abgelehnt.
Ein "Babyknast" so die Autorin, wo die Kinder "verfrachtet" werden. Zudem zu schwer, sperrig und zu groß.
Diese Betten sind jedoch in den meisten Babyzimmern im Elternhaus vorhanden.
Alleine schon der Luftzikulation wegen und im Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstot.
Die meisten Krippenkinder sind diese Betten also schon von Zuhause auf gewohnt und werden auch in einem solchen Bett geborgen und sicher schlafen.
Ich bin selbst Erzieherin aber auch eine Mutter und meine Tochter hat Zuhause nicht in so einem Weidenkörbchen geschlafen sondern im einem Babygitterbettchen.
Und sie hat darin gern geschlafen und wohl gefühlt.
Wenn sie morgens wach war hat sie in ihrem Bettchen gespielt und gesungen.
Auch als die Gitterstäbe schon lange raus waren hat sie weiter noch in diesem Bettchen morgens gespielt.
In der Krippe ist es ja auch so, dass die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten schlafen und auch wach werden.
Ich kann mich selbst noch erinnern, dass wir auch nicht die Möglichkeit hatten bei den schlafenden Kinder zu bleiben, alleine desshalb, weil wir gar nicht soviel Personal hatten.
Bei uns schliefen die kleinen auf der oberen Etage dadurch, dass alle Kinder unterschiedlich wach wurden hatten wir ein Babyphon im Zimmer stehen.
Ein offenes Bett wäre hier viel zu gefährlich gewesen.
Im Erdgeschoss einer Kita und Krippe kann ich mir schon vorstellen, dass Gitterbetten nicht die erste Wahl sind, da sie zu groß und zu sperrig sind.
Jedoch Gitterbetten dermaßen zu verdammen und zu kritisieren finde ich wirklich fehl am Platz.
Auch in ein Gitterbett kann man kuschelig und gemütlich mit persönlichen Kuscheltieren, Lammfellen gestalten und mit Stillkissen, oder ähnlichen Hilfsmitteln künstlich verkleinern.
Kleinere Säuglinge können auch gepuckt werden oder einen Schlafsack bekommen um Begrenzungen ihres Körpers zu erfahren.
Manche Kleinkinder brauchen auch einen kleinen geschlossenen Raum, um zur Ruhe zu kommen.
Wir hatten einige solcher "Stehaufmännchen", die hundemüde waren aber immer wieder aufstanden oder umher wanderten, erst in einem geschlossenen Gitterbett fanden diese zur Ruhe.
Das waren dann die Kinder die am längsten schliefen...
Ansonsten fällt den kleinen Entdeckern nämlich ständig etwas neues ein- man könnte ja etwas verpassen wenn man einschläft.
Nur ein total übermüdetes Baby/Kleinkind trägt nicht zu einem entspannten Gruppenklima bei.
Es mag Gruppen geben, wo der Einsatz von diesen Nestchen sinnvoll und gut ist- nur die Alternative "Gitterbett" von vorneherein auszuschließen halte ich für falsch.
Fazit:
Abgesehen von diesem Kritikpunkt halte ich das Buch für sehr gelungen.