Vor 15 Jahren, als dieser Film erschien, mag das Thema "dissoziative Persönlichkeitsstörung" (damals noch multiple oder gespaltene Persönlichkeit genannt) einigen Kinobesuchern noch neu und originell vorgekommen sein; heute jedoch würden die meisten stöhnen: "Nicht schon wieder!"
Es gibt durchaus Filme, in welchen dieses Thema toll umgesetzt wurde, wie "Identität", andere jedoch sind einfach nur miserabel und lächerlich, allen voran "Color of Night" mit Bruce Willis.
"Never talk to strangers" gehört leider in die zweite Kategorie, nicht so schlecht wie "Color of Night", aber auch kein Meilenstein der Filmgeschichte. Ziemlich vorhersehbar, auch wenn man versucht, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken.
Dieser Film ist nicht besonders anspruchsvoll, mäßig spannend, und man muss ihn nicht - wie ein Rezensent hier vorgeschlagen hat - öfter angucken, um ihn zu verstehen. (Hallo, lieber Rezensent, bitte nie einen David Lynch - Film ansehen)
Eine Bitte an Antonio Banderas: Please, please, lass in Zukunft die Finger von solch seichten Drehbüchern; ich verstehe, du warst neu in Hollywood und brauchtest das Geld, aber du kannst es besser (dein Kumpel Almodóvar wird mir sicher Recht geben)
FAZIT: Sehenswert für Leute, die den Psychothriller-Boom in den 90ern verpasst haben oder nicht genug davon kriegen können; ausserdem sehenswert für Männlein und Weiblein, die Senor Banderas in seinen besten Latin-Lover-Zeiten mit nacktem, nassem Oberkörper bewundern wollen (was einen meiner Sterne erklärt ;o).
Zu den erotischen Szenen sei nur soviel gesagt: "Basic Instinct" mit Rebecca deMornay in der Hauptrolle wäre ein totaler Flop geworden.
Man kann sich diesen Film ansehen, man kann aber auch einen Kuchen backen ... oder ein Schaumbad nehmen ... oder ...