Drei Frauen. Sie sind wunderschön. Sie sind nackt. Sie werden im Begleitprogramm eines Sechstagerennens tanzen. Die schönste von ihnen, Nora, ahnt: es wird das letzte Mal sein.- Ein Mann, Lennart. Er ist in feierlicher Stimmung. Er betritt das Radstadion. Er wird etwas tun, auf das sein ganzes Leben zuzulaufen schien: Er wird Nora entführen. Er wird sie gefangen halten.
Es ist dieser Moment, auf den der Roman zutreibt, und er tut es langsam, fast genüsslich verzögernd. Gleichzeitig erzählt er eine zweite Begegnung: Lennart trifft, zeitlich nach der Entführung, Noras Mutter. In völliger Dunkelheit entfaltet sich das Wechselspiel von Bedürfen und Begehren zwischen diesen beiden. Wer Lennart in seine Dunkelheiten folgt, wird ihn nicht mehr verlassen. Stets faszinieren die Wege seiner Gedanken, Erinnerungen und Gefühle. Seine kleinen und größeren Grausamkeiten.
„Spiel im Dunkeln" ist ein Buch wie eine schwarze Trüffel, selten, voller literarischer Aromen. Ein Genuss, den man sich nicht entgehen lassen darf.