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Spiel [Gebundene Ausgabe]

Stephan Enter
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1 (11. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827008123
  • ISBN-13: 978-3827008121
  • Originaltitel: Spel
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 716.443 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stephan Enter
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Norbert Vijgh wächst in dem idyllischen Dorf Brevendal in den Niederlanden auf. Wir tauchen ein in die Welt seiner Kindheit und Jugend, in die rätselhafte Welt von Winnetou und Hiob, von Dorftrotteln und einer weisen Großmutter, von Katechismusunterricht und erster ungelenker Verliebtheit.Norbert ist neun und verliert beim Scrabble jedes Mal gegen seine Großmutter. Für ihn ist das der Beweis, dass sie ihn ernst nimmt - und er liebt sie dafür wie niemanden sonst. Als er Jahre später doch gegen sie gewinnt, erkennt er schlagartig, was Älterwerden bedeutet - für sie beide. Norbert, ein scheuer Junge mit ungewöhnlicher Beobachtungsgabe, macht allmählich seinen Weg ins Erwachsenenleben. Bei Indianerspielen, Schach und in den Machtspielen der Jungen lernt er seine Rolle einzunehmen. Er lernt, dass auch das Leben im Dorf einem Spiel gleicht. Und er lernt, wie sich der erste Kuss anfühlt und der erste Verlust. Stephan Enter spürt jenen kleinen Verschiebungen des Blicks nach, die das Vertraute unwiederbringlich verändern können. Die präzisen und einfühlsamen Beschreibungen lassen die Schönheit der ersten Erfahrung, eine Zeit voller Intensität erstehen und machen Spiel zu einem ebenso fesselnden wie poetischen Roman.

Über den Autor

Stephan Enter, geboren 1968, hat in den Niederlanden bereits den Erzählband Winterhanden und den Roman Lichtjaren veröffentlicht. Die Bücher wurden von der Kritik begeistert aufgenommen und für den Gerard-Walschap- und den Libris-Literaturpreis nominiert. Stephan Enter gilt als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren niederländischen Literatur. Spiel ist sein erster Roman auf Deutsch.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der vorliegende Roman des jungen Niederländers Stephan Enter ist der erste von ihm, der ins Deutsche übersetzt wurde. Seine beiden ersten Bücher wurden in Holland von der Kritik sehr positiv aufgenommen und er gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen niederländischen Autoren der Gegenwart.

Der Roman besteht aus zwei Hauptteilen, wobei ich vermute, dass der zweite Teil mit dem Titel "Scrabble", der auch den Buchtitel "Spiel" inspirierte, von Enter zuerst geschrieben wurde. Darin beschreibt der mittlerweile 19 Jahre alt gewordene Norbert, am Grab seiner Großmutter stehend, seine Erinnerungen an die Jahre mit ihr. Seit Norbert 10 Jahre alt war, hat ihn die Großmutter in jedem Sommer mit dem Zug mit in die Schweiz genommen, wo er in ihrem Haus in den Bergen wunderschöne Urlaube mit vielen Wanderungen verbringt, die er sein Leben lang nicht vergessen wird. Über die ganze Zeit spielt die Großmutter immer wieder mit Norbert Scrabble. Sie nimmt ihn ernst dabei, spielt ehrgeizig und über lange Jahre ist ihr Punktevorsprung am Ende des Spiels groß. Doch irgendwann schmilzt er zusammen und als Norbert dann zum ersten Mal gegen sie gewinnt, spürt er, dass er erwachsen geworden ist. Da ist auch dann die Zeit reif, dass die Großmutter ihr großes Geheimnis lüftet, das sich um Norberts Großvater rankt.

Norbert ist fasziniert von der Welt und der Sprache, in der die Großmutter lebt: "Als ich etwa zwölf war, wurde mir klar, dass dieser widerborstige, unmoderne Jargon meiner Großmutter mehr war als nur eine Eigentümlichkeit. Er war der Schlüssel zu ihrer Welt. Und weil ich mir keine Welt vorstellen konnte, zu der ich lieber gehörte, begann ich, mir ihre Sprache anzueignen."

Diese gemeinsamen Sommerurlaube stehen in scharfem Kontrast zu dem Leben davor und danach. Diese Erfahrungen Norberts werden in wechselnden Erzählperspektiven auf den ersten 180 Seiten des Buches erzählt. Es beginnt mit den Erfahrungen einer Jungenclique in der Grundschule, zu der Norbert gehört, einer Zeit, in der die sozialen Unterschiede zwischen den Buben sich noch nicht bemerkbar machen. Sie leben in ihrer Indianerwelt und erkunden ihre Umgebung. Dann erfolgt nicht nur der Wechsel Norberts ins Gymnasium, sondern mit der Pubertät erschließt sich für ihn noch eine weitere Welt. Die Welt der Bücher, die Annäherung an das andere Geschlecht, die Auseinandersetzung mit der streng calvinistisch-protestantischen Religion, der er in Pfarrer Overduijn begegnet und von der er sich aufrecht und mutig distanziert.
Von der Großmutter ist in diesem Teil des Buches nur selten die Rede und die Urlaube werden gar nicht erwähnt, sodass am Ende der Eindruck eines fast geteilten Jugendlebens entsteht. Doch es wird auch deutlich, dass Norbert ohne die Erfahrungen und die Prägungen durch die von seiner Mutter übrigens gemiedene Großmutter niemals so aufrecht und gut durch seine Pubertät gekommen wäre.

Ohne die Großmutter wäre er ein anderer Mensch geworden und dies wird ihm von ihr bleiben ein Leben lang. Als er im letzten Absatz des Buches am Grab der Großmutter steht, "wie ich mich räuspere und anfange, etwas Persönliches über meine Großmutter zu sagen," da wird er in meiner Phantasie genau das beschreiben.

Mit einer sehr einfühlsamen und poetischen Sprache voller Kraft, die zeigt, wie sehr der Autor seine eigene Jugend reflektiert hat, beschreibt Enter eine Etappe eines Lebens von großer Intensität.
Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt; es hat mich an die eigene Kindheit und Jugend versetzt. Gerne würde ich mehr von diesem Autor kennen lernen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Subjektiv Erwachsenwerden 18. August 2009
Von Uli Geißler TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte beginnt mit einem Jungenspiel, wie es wohl viele Jungs gespielt haben. Als männlicher Leser "swicht" man ziemlich schnell in die eigene Kindheit zurück, entdeckt Parallelen und gleichgedachte Phantasien. Protagonist ist Norbert Vijgh, ein niederländischer Junge aus dem offensichtlich kleinen Dorf Brevendal.

Kern der teilweise in Ich-Form erzählten Ereignisse sind das Finden der eigenen Kraft, des eigenen Willen, der eigenen Rolle, schlicht der eigenen Identität als Kind, als Jugendlicher und schließlich Erwachsener.

Dabei zeigt sich, wie sehr doch jeder Augenblick gleich in welchem Alter doch eine Ernsthaftigkeit besitzt, welche oftmals missachtend herabgewürdigt wird, weil es nicht der eigenen Situation oder Empfindung der beurteilenden Person entspricht. Einzig die Großmutter Norberts verhält sich anders. Sie gesteht dem Jungen bei seinen zahlreichen Besuchen und während ihrer gemeinsamen Unternehmungen in jedem Alter seiner Entwicklung altersadäquat entsprechend das Ernsthafte zu. Besonders zeigt sich das beim Wortfindungsspiel "Scrabble".

Norberts Geschichte ist das Spiel um erste Freundschaft, erste Anerkennung, erste Sehnsucht, erste Liebe, erste Enttäuschung, erster Verlust. In geradezu detailfreudig und adjektivreicher Poetik erzählt ist es ein persönlicher, intimer, Erinnerungen reflektierender, ein wenig melancholisch die Lesefreude anhaltender Lebens-Roman. © 8/2009, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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