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Das Spiel des Engels. Roman [Gebundene Ausgabe]

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (321 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

10. November 2008
Wir schreiben das turbulente Jahrzehnt vor dem Bürgerkrieg, als alles aus den Fugen gerät. Die Bevölkerung Barcelonas explodiert, die Stadt expandiert, Gaudí erschafft seine Kathedrale, Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und die Anarchisten zünden ihre Bomben. Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät...

Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewigem Leben und Ruhm regiert wird.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 710 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1. (10. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100954009
  • ISBN-13: 978-3100954008
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,7 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (321 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.402 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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David Martín ist siebzehn, als er die Chance seines Lebens erhält: Der Chefredakteur einer Regionalzeitung fragt ihn, ob er für einen ausgefallenen Beitrag Ersatz liefern könne. Und David Martín kann: seine Erzählungen "Geheimnisse von Barcelona" werden ein Riesenerfolg. Doch im Laufe der Zeit wird klar: Dieser Erfolg hat seinen Preis... Die mystisch-spannende Geschichte, die Bestsellerautor Zafón in Das Spiel des Engels entfaltet, zieht den Leser rasch in ihren Bann und entführt ihn in ein faszinierend morbides Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zafóns grandioses Debüt Der Schatten des Windes begleitete den Buchhändler Daniel Sempere auf einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Das Spiel des Engels führt nun noch weiter zurück, nämlich bis zu Daniels Großvater. Der alte Buchhändler Sempere ist jetzt der väterliche Freund Davids. Nach seinem erfolgreichen Einstand verdient der aus armem Hause stammende Literat David bald sein Geld mit dem Fortsetzungsroman "Verdammte der Stadt". Doch im Laufe seiner 127 Folgen zehrt die Arbeit ihn auf, seine Liebe zur schönen Cristina bleibt unerwidert, und seine Gesundheit nimmt schweren Schaden.

Eines Tages, als es David Martín besonders schlecht geht, nimmt der alte Buchhändler Sempere ihn mit an einen geheimnisvollen Ort, der schon im Der Schatten des Windes verzauberte: den Friedhof der vergessenen Bücher. Bald darauf erhält der inzwischen schwer kranke David eine seltsame Offerte von einem dubiosem Verleger. Für das Schreiben einer ganz speziellen Auftragsarbeit macht dieser dem Schriftsteller ein verlockendes Angebot - ein guter Deal oder ein Pakt mit dem Teufel?

Das Spiel des Engels ist gleichzeitig Fantasy-Märchen, Liebesgeschichte, Krimi und Horrorstory. Das Buch fesselt den Leser mit den fein gesponnenen Fäden seiner Geschichte, sodass man bald nicht mehr zwischen erzählter Wirklichkeit und imaginiertem Trugbild zu unterscheiden vermag. Wie schon in Der Schatten des Windes verknüpft Zafón äußerst kunstvoll verschiedene Ebenen und Stränge miteinander. Über geheimnisvolle Orte und metaphysisch anmutende Begegnungen verdichtet sich die Handlung immer mehr - bis zu dem Punkt, da sie schließlich in einen erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod mündet. -- Ulrike Künnecke, Literaturtest


Interview: 5 Fragen an Carlos Ruiz Zafón

Herr Zafón, Ihr letztes Buch Der Schatten des Windes entführte uns an einen geheimnisvollen Ort, an dem Bücher niemals sterben. Wohin entführt uns Ihr neuer Roman Das Spiel des Engels?

Das Spiel des Engels entführt den Leser wieder in das literarische Universum des Friedhofs der Vergessenen Bücher und in das mysteriöse gotische Viertel Barcelonas. Es ist eine Geschichte, in der es Intrigen und Romanzen gibt, die tragisch und komisch ist. Und sie steckt voller Überraschungen.

Wie arbeiten Sie an einem Roman?

Zafon Wenn ich mich hinsetze, schreibe ich tagelang durch und gönne mir nur einen freien Tag in der Woche. Einen Teil vom Das Spiel des Engels habe ich in Los Angeles geschrieben. Ein Freund hat mir ein Arbeitszimmer überlassen und ich habe dort von 6 Uhr früh bis 2 Uhr mittags geschrieben, völlig gegen meine Veranlagung. Sonst arbeite ich immer nachts. Schreiben ist ein komplizierter Prozess, der mich viel Zeit kostet und für den ich mich ein wenig aus der Welt zurückziehen muss.




In Spanien ist "Das Spiel des Engels" noch erfolgreicher als Ihr erster Roman. Woran, glauben Sie, liegt das?

Zafon "Der Schatten des Windes" habe ich vor zehn Jahren angefangen zu schreiben. Ich glaube, dass ich in dieser Zeit etwas hinzugelernt habe. Man lernt aus seinen Fehlern und mit dem Alter. Zudem war das Buch aus der Perspektive eines heranwachsenden Jungen geschrieben und deshalb liebenswürdiger. Beim Das Spiel des Engels war ich mutiger, und so ist dabei die ruchlose Schwester von Der Schatten des Windes herausgekommen. Es hat mehr von Charles Dickens: Es ist eine Hommage an die Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, die die Literatur auf fieberhafte Weise lebten.


Wann haben Sie angefangen zu schreiben?

Zafon Als ich zum ersten Mal Geld für etwas von mir Geschriebenes erhielt, war ich acht Jahre alt und dachte, mit 13 bin ich berühmt. Ich gründete mit einigen Freunden an der Schule einen Verlag. Einer kümmerte sich um die Gestaltung, ein anderer machte die Kopien, und ich schrieb. Es waren Horrorgeschichten mit Außerirdischen und Vampiren. Mit dem Geld, das wir einnahmen, kauften wir uns Süßigkeiten. Seitdem habe ich nicht aufgehört zu schreiben.



Was ist Glück für Sie?

Zafon Ich tu gerne einmal nichts, aber irgendetwas mache ich immer. Ich höre gern Musik, lese, gehe ins Kino, reise und lerne. Ich lerne sehr schnell. Viel wichtiger als der Erfolg meiner Bücher ist für mich, dass ich seit langer Zeit zum ersten Mal mit mir selbst zufrieden bin. Was ist für mich das Glück? Darauf antworte ich immer das Gleiche: geistige Zufriedenheit.





Über den Autor

Carlos Ruiz Zafón Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren, wuchs im Schatten von Gaudís Kathedrale Sagrada Família auf und besuchte die gotische Jesuitenschule von Sarría. Deren wuchernde Architektur regte schon den 10-Jährigen zu Schauergeschichten an und inspiriert ihn bis heute zu seinen kunstvoll konstruierten Romanhandlungen. Seine berufliche Laufbahn begann er als Texter, bevor es ihn 1994 nach Los Angeles zog, wo er zehn Jahre als Drehbuchautor und Journalist arbeitete. Für sein Erstlingswerk Der Fürst des Nebels erhielt Ruiz Zafón 1993 den Edebé-Preis für Jugendliteratur. Sein Roman Der Schatten des Windes von 2001 wurde zum größten Bucherfolg Spaniens und begeisterte, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, Leser in aller Welt.














Pressestimmen

Es hat gut sechs Jahre gedauert, bis der Nachfolger zum Weltbestseller "Der Schatten des Windes" erscheint. Die große Frage: Kann Zafón das hohe Niveau des Vorgängers halten und die großen Erwartungen efüllen? "Yes, he can!", möchte man rufen. Zafon kehrt in das Universum des "Schatten" zurück und liefert quasi ein Prequel seines großen Erfolges. Der junge Autor David Martin verschleudert im Barcelona der 20er-Jahre sein Talent als Gelegenheitsschreiber, bis ihm der undurchsichtige Verleger Corelli ein Angebot unterbreitet, das er nicht ablehnen kann... Erneut beschwört Zafón die Magie des Lesens und erzählt zugleich spannend wie ein Thrillerautor. Dabei ist der Ton des Romans deutlich dunkler als zuvor, an allen Ecken spürt man die Bedrohung des Faschismus' und des bevorstehenden Krieges. Wieder ist Zafón ein großer Wurf gelungen, der den Leser auf den Friedhof der Vergessenen Bücher führt und verzaubert. (am) -- kulturnews.de

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
208 von 229 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespalt 7. Mai 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch auf der Welt, der den Schatten des Windes noch nicht gelesen hat. Insofern hatte ich bei der Lektüre von Das Spiel des Engels auch keine Erwartungen, die enttäuscht werden konnten. Und enttäuscht bin ich auch nicht. Nur vollkommen zwiegespalten.

Einerseits habe ich das Buch gerne und zügig gelesen, und insbesondere die schaurig-schönen Beschreibungen von Barcelona, das hier keineswegs als sonnendurchflutete Mittelmeerstadt daherkommt (wie ich es mir vorgestellt hatte), haben mir gut gefallen. Andererseits denke ich seit Tagen darüber nach, was genau ich in diesem Buch nicht begriffen habe - oder ob es vielleicht gar nichts zu begreifen gab.

Die Handlung: Der junge, ehrgeizige weil aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Schriftsteller David Martin bekommt von einem geheimnisvollen Verleger den geheimnisvollen Auftrag ein geheimnisvolles Buch zu schreiben. (Das Buch ist so geheimnisvoll, daß wir, die Leser, nie auch nur eine einzige Zeile aus dem Buch im Buch zu lesen bekommen. Das an sich finde ich bei einem Buch über das Bücherschreiben schon etwas befremdlich). Sowohl David als auch der Leser erkennen schnell, daß es sich um den klassischen Teufelspakt handelt, weshalb die verspäteten Versuche Davids, sich daraus zu befreien, für ihn und alle um ihn herum nur im Unglück enden können.

Das Buch hat meiner Meinung nach zwei Schwächen: Erstens verzettelt es sich in zu vielen phantastischen Elementen, von denen kein einziges schlüssig aufgelöst wird. Und da auch dem Autor die Lösungen fehlen, läßt er alles einfach in Mord und Totschlag enden.
Zweitens, und das ist wirklich fatal bei einem Roman, der in der ersten Person erzählt wird: Für den Ich-Erzähler David Martin kam bei mir bis zur letzten Seite keine Sympathie auf. Er wirkte auf mich eigenartig passiv und schwach, abhängig von stärkeren Charakteren wie seinem väterlichen Freund Don Pedro oder dem sympathischen Senor Sempere, und wird damit ein williges Opfer des "Engels". Selbst die eingeflochtene Liebesgeschichte berührte mich überhaupt nicht, weil ich den Protagonisten nicht liebenswert fand.

Und dann, andererseits, auch wieder starke Szenen: David hat endlich sein erstes Buch unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Voller Stolz läßt er seiner Mutter, die ihn als Kind verlassen hat, ein Exemplar zukommen. Er beobachtet, wie sie das Buch verständnislos anschaut und dann wegwirft. - Und während ich ernsthaft bis zur letzten Seite erwartet habe, daß die Mutter nochmals auftaucht, hat David die Kränkung innerhalb weniger Absätze vergessen und kommt nie wieder darauf zurück.

Mein Gesamteindruck ist, daß der Autor - der echte, Ruiz Zafon - sehr viele nette Ideen, aber keine Zeit, keine Lust oder keine Energie hatte, sie in einem logisch aufgebauten Roman zu verarbeiten. Folglich hat er einfach einzelne Szenen und Gedanken durch Fantasy-Elemente miteinander verbunden. Sehr clever. Frage ist nur, ob Klappentext und Kritik so wohlwollend gewesen wären, wäre dies der Erstling eines unbekannten Autoren und nicht der Nachfolger eines Weltbestsellers gewesen. Den werde ich übrigens als nächstes lesen... sehr gespannt und voller Erwartungen.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein typischer Zafón - und doch ganz anders... 7. Januar 2010
Von Xirxe TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
...zumindest wenn man von 'Der Schatten des Windes' ausgeht.
Nach einer unglückseligen Jugend darf der 17jährige David Martin, dessen Leidenschaft das Schreiben ist, seine ersten Geschichten in einer Zeitung veröffentlichen. Er hat Erfolg, doch durch Neid und Mißgunst von Kollegen verliert er seine Stelle. Sein Freund und Förderer Vidal vermittelt ihn an zwei ausbeuterische Verleger, für die er eine neue Serie anspruchsloser Geschichten schreibt - diese ist bald ebenfalls sehr erfolgreich. Er mietet sich im Haus seiner Träume eine Wohnung, doch glücklich wird David dennoch nicht, denn er ist unglücklich verliebt ohne Aussicht dass dieser Zustand sich ändert. Auch das Schreiben befriedigt ihn nicht und als ein mysteriöser Verleger ihm für eine immense Summe einen Auftrag für ein Buch erteilt, nimmt er diesen an.
Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Dieser Auftrag und der auf merkwürdige Weise verstorbene Vorbesitzer seiner Wohnung scheinen miteinander in Zusammenhang zu stehen. David beginnt nachzuforschen und wird in ein verworrenes Komplott verstrickt, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Zafóns Sprache ist unverkennbar: bilderreiche Beschreibungen, eine Wortvielfalt die ihresgleichen sucht. Doch im Vergleich zu 'Der Schatten des Windes' fehlen die Geschehnisse und Erzählungen, die Ausführungen und Anekdoten zu allem und jedem, die zeitweise beinahe märchenhaft anmuteten. Stattdessen gibt es eine durchgängige Geschichte, die an Düsternis und Trostlosigkeit fast nicht zu überbieten ist. Kaum ist dem Protagonisten etwas Glück hold, trifft ihn bereits der nächste Schicksalsschlag. Und Zafón handelt diesmal auch , zumindest ansatzweise, eine der großen Fragen der Menschheit ab: Was ist Religion, wie entsteht der Glaube an Gott? Keine Angst, auch für Atheisten ist dies durchaus lesenswert. Zudem nimmt dieser Teil nur einen kleinen (zu kleinen?) Raum des Buches ein. Ich persönlich hätte gerne mehr darüber gelesen.
Fazit: Wieder sehr gute Unterhaltung, diesmal sogar mit etwas Tiefgang :-), wenn auch insgesamt die düstere Stimmung fast etwas überhand nimmt.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher 11. September 2012
Von Roxane
Format:Taschenbuch
Auch ich habe zuerst "Schatten des Windes" gelesen und mich zunächst auf die Fortsetzung bzw. Vorgeschichte gefreut, jedoch war ich teilweise richtig erschrocken über den plötzlich so schlechten Schreibstil des Autors und die einfallslosen Wendungen. Hatte er bei "Schatten des Windes" einen Ghostwriter?

Positiv fand ich den Anfang der Story, er öffnet phantasievoll Türen für Gedankenspiele und Spannung, man will wissen, wie es letztendlich ausgeht. Nur darum habe ich durchgehalten bis zum Schluß. Auch schön war die Verknüpfung zu den Figuren im Vorgängerroman.

Kritisieren kann man dagegen folgendes:

Schreibstil:
Der Autor ergeht sich in schwülstigen Fabulierungen, man könnte meinen, er wird nach Menge der Adjektive bezahlt. Die Sonne geht entweder gerade auf pathetischste Weise auf oder unter, der Himmel ist immer blutrot, oder es ist gerade Schlag Mitternacht und es regnet "gläserne Doche". Ehrlich gesagt hatte ich den Eindruck, dass er mindestens die zweite Hälfte des Buches betrunken geschrieben haben muss.

Die Figuren:
Die Figren sind eigentlich im Grunde nur eine Figur in verschiedenen Gestalten. Alle reden auf die gleiche Weise, alle haben den sarkastischen Humor der Hauptfigur David. Gedankenlesen kann auch jeder. Und David Martin ist ja sooo ein toller Kerl, dass ihm die Damen des Buches zu Füßen liegen, auch wenn er dann eine davon großzügig an einen Freund spendet. Kommt mir fast vor wie aus nem Aufsatz von meinen 16-jährigen Schülern, die sich gerne mal mit ihrer Phantasiefigur identifizieren und ihre Heldenträume niederschreiben.
Dabei ist der Protagonist eher ein larmoyanter Kotzbrocken, zu dem ich einfach keine Symphatie aufbauen konnte.
Außerdem agieren die Personen teilweise völlig unlogisch. Gerade noch krank und dem Tode nah, verschwendet der "Held" nach seiner wundersamen Genesung nicht einen Gedanken mehr an seinen Tumor. Auch nicht an gewisse paranormale Phänomene, die werden bis zum Ende nicht geklärt. Auch die Liebesgeschichte ist von einem einzigen Fragezeichen gekennzeichnet.

Die Story:
Schon fast unfreiwillig komisch fand ich David Martins Recherche - er will jahrzehntelang gehütete Geheimnisse lüften und bricht dabei in Häuser ein oder "überfällt" einen Ladenbesitzer... alle wollen erstmal nichts sagen und doch - o Wunder - brechen sie nach zwei Zeilen Hin und Her ihr langes Schweigen und quasseln detailliert los wie bei der Telefonseelsorge. Auch was das seltsame Spiel des Polizisten zum Ende hin soll - keinen blassen Schimmer. Dem Autor ist wohl keine Geschichte für den Showdown eingefallen und hat sich dann an 80er-Jahre-Action-Serien orientiert.

Der Epilog: (bitte nicht lesen falls Sie sich noch vom Ende überraschen lassen wollen, es lohnt sich ;-)
Der Epilog ist eine Frechheit. Die sowieso sehr eindimensional gezeichnete Figur des "Bösewichts" (immer mit "wölfischem" Grinsen) packt auf einmal die Reue und er schenkt David Martin die getötete Geliebte in Gestalt eines Kindes!!! Das kleine Mädchen soll jetzt bei ihm bleiben. Wie darf ich mir denn das bitte vorstellen? Erst darf er sie erziehen, und wenn sie alt genug ist, darf er sie... nennen wir es heiraten? Wie praktisch, dass er nun, verflucht wie er ist, genau wie der böse Patron nicht mehr altert.

Das Fragezeichen:
Vielleicht liegt's an mir, aber kapiert hab ich nicht, was der Patron ist bzw. am Schluss auch David Martin. Vegetarische Vampire? So ne Art Teufel? Und was war das mit den unschuldigen Seelen, die die sündigen Seelen retten können, dieser Opferkram? Und warum braucht der Patron einen Ghostwriter für sein Religionsbuch? In dem alten Horrorfilm "Mouth of Madness" kam sowas auch vor, ein unglaublich erfolgreicher Autor, der ein Buch schreibt, das die Welt ins Chaos stürzen soll, aber der schreibt's eben selbst. Wozu braucht der Patron den Schauergeschichterschreiberling? Will er alle Schriftsteller der Welt für die Verbreitung des Bösen akquirieren? Wenn er mit jedem so langatmig textet wie mit David Martin müssten wir aber noch lang auf den Weltuntergang warten... Ganz im Ernst: für ne Erklärung wäre ich dankbar, wenn's jemand kapiert hat, vielleicht bekomme ich ja auch noch nen Aha-Effekt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mich über das Buch geärgert habe. Und über mich selbst, weil ich es ja hätte weglegen können. Ich wollte halt die Auflösung wissen. Ich werde mir das dritte Buch dieser Barcelona-Reihe trotzdem besorgen wenn es rauskommt, schließlich war "Der Schatten des Windes" ein wirkliches Lesevergnügen; aber sollte mich Teil 3 nach 100 Seiten wieder nerven, lese ich einfach den Epilog und entscheide dann ob es zum Papiermüll wandert. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Weiterempfehlung!
Habe das Buch geradezu verschlungen. Konnte es nicht mehr aus der Hand geben und der Fernseher blieb auch aus. :) kann es guten Gewissens weiterempfeheln.
Vor 1 Tag von Insider veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Zafón
Einer der großartigsten Autoren, von denen ich je gelesen habe!
Dafür gibt es alle 5Punkte und hoffe, noch mehr lesen zu dürfen!
Vor 3 Tagen von Maik Siebert veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Ein Leben zwischen Traum, Magie und Wirklichkeit
In diesem Roman erfahren kundige Leser die Vorgeschichte von Isabella Gispert, also Daniel Semperes Mutter und von David Martin, Protagonist aus "Der Gefangene des Himmels". Lesen Sie weiter...
Vor 10 Tagen von k_taplan veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Spannung zum kleinen Preis
Wie erwartet hat mich auch dieser Titel von Zafon mitgerissen. Spannend, nicht ganz leicht zu lesen. Empfehlenswert! Preis-Leistung in Ordnung
Vor 12 Tagen von B. Bertoletti veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Toller Schmöker
Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen und aufgrund der beeindruckenden Bildsprache des Autors völlig in der Geschichte versunken, wie auch beim Vorgänger... Lesen Sie weiter...
Vor 29 Tagen von S.H. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Das Spiel des Engels
Das Spiel des Engels
Der Schriftsteller schreibt wie auch in seinen anderen Werken sehr geheimnisvoll und spannend. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Kamuran Bastian veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wunderbar und bezaubernd
Für die Sprache müsste ich eigentlich fünf Sterne vergeben. Leider sind aber inhaltlich doch einige Wiederholungen aus "Schatten des Windes" vorhanden. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von buecherkatze veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen 1a
habe so einige hörbücher von carlos ruiz zafon. und bin von allem begeistert. Die Stimme ist sehr angenehm und macht einfach spass hinzuhören :)
Vor 1 Monat von Jale veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Nach "Der Schatten des Windes" sehr schön
Das Buch habe ich nach "Der Schatten des Windes gelesen" und war von Anfag an begeistert. Wollte es gar nicht mehr weglegen.
Vor 1 Monat von Yvonne Thiele veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Anders als sein Vorgänger - Jedem Buch sein eigener Charme.
Sehr viel düsterer, aber nicht minder reizvoll, lesenswert und fesselnd als "Der Schatten des Windes". Habe das Buch ebenso schnell verschlungen, wie seinen Vorgänger. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von marco strumpf veröffentlicht
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