Abby und Neil Randall (Maria Bello und Gerard Butler) stehen mitten im Leben: sie haben eine wunderhübsche Tochter, Neil ist im Job sehr erfolgreich und beide haben sich für ihre Familie ein schönes Leben aufgebaut. Doch der Schein trügt und wird jäh zerrissen, als plötzlich ein Fremder (Pierce Brosnan) mit einer Waffe auf dem Rücksitz ihres Wagens auftaucht. Die vermeintliche Babysitterin ist seine Komplizin und der Fremde hat mit der Tochter als Geisel das völlig verstörte und verängstige Ehepaar voll in seiner Gewalt. Die Beweggründe bleiben zunächst im Dunkeln, doch schnell wird klar, dass der Fremde das Leben der Randalls systematisch zerstören will. Doch dies tut er nicht völlig ohne Grund, wie sich gegen Ende der Odyssee herausstellt.
"Spiel mit der Angst" ist ein grundsolider Thriller mit einigen kleinen Schönheitsfehlern. Die Rollen sind sehr gut besetzt worden: Brosnan als Bösewicht passt ebenso wunderbar wie Gerard Butler und Maria Bello als Ehepaar. Schauspielerisch bekommt man ebenfalls eine gute Darstellung, wobei der Charakter des Ehemanns Neil schon etwas nervend schwach angelegt ist. Zu lange beobachtet der Zuschauer wie die Randalls von dem Entführer mit kuriosen Aufgaben schikaniert werden. Diese Darstellung des Ausgeliefert-Seins ist zu lange und wird somit langweilig. Man erwartet im Grunde genommen mehr ein Katz- und Mausspiel, wird aber hier leider enttäuscht. Einige zaghafte Versuche dem Ganzen zu entrinnen scheitern kläglich und machen die Figur des Entführers zusammen mit der professionellen Planung der Tat geradezu übermächtig. Dies beißt sich mit mit der Aufdeckung der wahren Beweggründe, die zwar durchaus unerwartet sind, jedoch in ihrer Einfachheit nicht zu der vorangegangenen, bis ins letzte geplanten skrupellosen Entführung passen.
Kaum ist die gesamte Sache enthüllt, endet der Streifen nahezu urplötzlich und man fühlt sich ein wenig abgefertigt. Dies war aber aufgrund der Gesamtstory kaum anders möglich. Die komplette Handlung hätte deutlich mehr Tiefgang und Komplexität vertragen, um den Film über die volle Distanz spannender zu machen. Infolgedessen wäre auch ein wesentlich packenderer Schluss möglich gewesen. So bleibt "Spiel mit der Angst" leichte, anspruchslose Kost, die etwas mehr Pepp gut vertragen hätte.