Maria Hede läßt uns durch Tagebuchaufzeichnungen teilhaben an ihrem Kampf gegen eine Krankheit, an der immer mehr Mädchen, aber auch Jungen, leiden: Magersucht. Das Buch zeigt realistisch wie schwer es ist zwischen Realität und Wahrnehmung zu unterscheiden, wenn die Grenzen verschwimmen und eine realistische Gewichtseinschätzung und Körperwahrnehmung bald nicht mehr möglich ist. Obwohl sie mitunter schon ein lebensgefährliches Untergewicht erreicht haben und zu einem Skelett abgemagert sind, werden ihre täglichen Stimmungen vom Zeiger der Waage bestimmt und außer Kalorienzählen und Hyperaktivität gibt es bald nichts mehr, womit sie sich beschäftigen. Wenn sich eine anfängliche Diät zu einer Sucht entwickelt hat, dann ist es sehr schwer allein wieder herauszufinden, auch das Umfeld kann oft nur mit Hilflosigkeit reagieren, dann hilft oft nur noch eine Therapie. Maria Hede hat sie stationär erlebt und nach langem Kampf für sich beschlossen: „Ich will!" gesund werden. Ihr Buch versucht Kranke aufzurütteln und plädiert dafür, mehr Verständnis für die schier ausweglose Situation Magersüchtiger aufzubringen. Mehr als eine Dokumentation kann dieses Buch aber nicht sein, denn Jeder, der mit Eßgestörten privat oder beruflich zu tun hat/hatte, weiß, daß Magersüchtige nur noch eine verzerrte Wahrnehmung haben. Wie will man Jemanden der sich als fett und unförmig im Spiegel sieht, glaubhaft vermitteln, daß er mit seinem Gewicht lebensgefährlich auf der Kippe steht? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)