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Spiegelbild und schwarzer Spuk: Gedichte: Gesammelte und neue Gedichte
 
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Spiegelbild und schwarzer Spuk: Gedichte: Gesammelte und neue Gedichte [Musiknoten]

Alfred Brendel , Max Neumann , Luis Murschetz , Oskar Pastior
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Musiknoten: 296 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 3 (25. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446203494
  • ISBN-13: 978-3446203495
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 442.802 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Alfred Brendel
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Grazie und Anarchie «Spiegelbild und schwarzer Spuk»: Alfred Brendels lyrische Dämonenkunde Wer sich als Wappentier einen bastardierten Engel erwählt, dem ist nichts heilig. Auf dem Titelbild seiner jüngsten Gedichtsammlung, die Arbeiten der letzten zehn Jahre versammelt, hat Alfred Brendel unübersehbar ein bizarres Zwitterwesen placiert, das uns weniger das Fürchten als vielmehr das Lachen lehrt. Hier ist, nach einer Collage der Künstlerin Elisabeth Haas, der «Sebald» abgebildet, ein höchst lächerlicher Dämon mit dem Rumpf eines Affen und den üppigen Schenkeln eines Putto. Am Gesäss dieses seltsamen Affen-Engels sind wie zum Hohn Flügel angebracht. Solche ebenso kauzigen wie heimtückischen Wesen bringen in den Gedichten nicht nur die traditionelle Mythologie, sondern auch die vertrauten Abläufe der Alltagswelt in Unordnung. Vor vielen Jahren schon hat der von Alfred Brendel wenig geliebte Theodor Adorno verkündet, es sei Aufgabe der Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen. Diesem Chaos-Dekret, dem er sich auf seinem ureigenen Terrain des Klavierspiels wohl versagen würde, scheint Brendel in seinen Gedichten und lyrischen Exerzitien lustvoll zu huldigen. Seit etwa einem Jahrzehnt versucht der weltberühmte Pianist eine in der Moderne wenig genutzte Möglichkeit der Gattung Lyrik fortzuentwickeln: den komödiantischen Vers, das grotesk-humoristische Maskenspiel. Als Pianist ein Vertreter der kompromisslosen Werktreue, präsentiert sich der Dichter Brendel als ein Liebhaber der Anarchie, als ein Apologet des vorsätzlichen Formverstosses und des frivolen Sarkasmus. Sein bevorzugtes Mittel ist die Parodie, der Gegengesang, der als Wortspiel, Kalauer, abgestürztes Lautgedicht oder kauzige Anekdote auftreten kann. Seine Gedichte sind bevölkert von Dämonen und Fabeltieren aller Art, deren Unheimlichkeit nur noch von ihrer Komik überboten wird. Hier begegnet man einem telefonierenden «Speckschwein», einem dackelbeinigen Dromedar, einem schnarchenden Hund – und natürlich allerlei «Klavierteufeln», die alle Kunstanstrengung des Pianisten zunichte zu machen drohen. In dauerhafter Karnevalslaune setzen Brendels Engel, Teufel und Gespenster ein groteskes Geschehen in Gang, das unsere profane Welt aus den Angeln hebt. In vierzehn Motivgruppen zusammengefasst, entwirft Brendel kleine humoristische Ketzereien, die erfolgreich alle religiösen und ästhetischen Erhabenheitsgefühle ernüchtern. Nicht nur sein «Lachengel» ist wild entschlossen, den Ernst des Lebens und das Pathos der letzten Dinge zu vertreiben, auch die übrigen «Götter und Monstren» tun das Ihre, um den Aberwitz der menschlichen Existenz kenntlich zu machen. Er sei, so hat Brendel deutlich gemacht, trotz seiner Bewunderung für die Kunstrevolutionäre des Dadaismus nicht an sprachexperimentellen Konstruktionen interessiert. Er bevorzugt Gedichte, die auf syntaktische und semantische Fassbarkeit setzen und Lesbarkeit nicht als Skandal empfinden. In einem programmatischen Gedicht erblickt ein «Dadaist» im Spiegel nicht nur einen verfremdeten Beethoven mit Schnurrbart, sondern auch die Elemente einer künstlerischen Dialektik, die auch der Autor für sich adoptiert hat: «Albernheit und Methode / Sinn im Unsinn / Grazie Anarchie / ein Stück Welt / zugleich absolut gar nichts.»

Pressestimmen

"Kaustischer Witz, Spukbilder der Albernheit: Die Gedichte des Pianisten Alfred Brendel." Andreas Dorschel, Süddeutsche Zeitung, 15.01.04 "Sprach-Capriccios in einer perfekt scheinlogischen Lakonik." Gerhard. R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.04 "Der Autodidakt zündet ein Feuerwerk an skurrilen Absonderlichkeiten, denen eines gemeinsam ist: Sie treffen immer ins Schwarze." Hilmar Bahr, Frankfurter Neue Presse, 05.02.04 "Kein Zweifel, der Pianist Brendel hat nicht nur Töne, sondern auch Sprache und vor allem Humor. Manchmal beisst dieser hinterlistig, wie Emil, wenn er hungrig die Zähne ins Dichtermark schlägt. Manchmal lächelt er auch nur verschlagen engelhaft und teuflisch." Der Bund, 17.04.04

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literarische Kostbarkeit 12. März 2010
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Musiknoten
Alfred Brendel ist nicht nur einer der größten Pianisten unserer Zeit, sondern auch ein Essayist über musikalische Themen, wobei er sich in seinen zahlreichen Aufsätzen mit den Eigenarten großer Komponisten beschäftigte. Brendel hat auch viele, schöne, zum Teil exzentrisch - groteske Gedichte geschrieben. Vor gut einem Jahr hat er nun seinen Konzertflügeldeckel zugeklappt und so darf man annehmen, dass er jetzt die Zeit nutzt, um noch mehr zu schreiben. Er ist ein begnadeter Universalkünstler, der in seinem Leben nicht nur komponiert, gemalt und musiziert hat, sondern der immer das Bedürfnis hatte voller Lust mit der Sprache umzugehen.

Auf dem Titelbild befindet sich ein Zwitterwesen, ein Affen-Engel, mit dem Korpus eines Affen und den Schenkeln eines Knäbleins. Dieses Wesen hat grotesker Weise dann auch noch Flügel und so tummeln sich in den "Spukbildnern der Albernheiten" und Skurrilitäten, in sarkastisch und ätzend spöttischen Witzen, allerlei Dämonen, kauzige Wesen, Teufel, Gespenster und ulkige Fabeltiere aller Art. Als Pianist hat sich Brendel stets der Komposition verpflichtet gefühlt, hier bringt er totale Verwirrung in eine geordnete Alltagswelt.

Brendel ist nicht an sprachexperimentellen Fantasiekonzeptionen interessiert, er bevorzugt in seinen Gedichten die korrekte Verknüpfung sprachlicher Einheiten die auch in der verfremdeten Bedeutungsbeschreibung verständlich bleiben. Die immer wieder fein heraus gearbeitete Ambiguität begeistert.In seiner lyrischen Dämonenkunde richten seine Figuren hinsichtlich alt überlieferter Mythologien ein kreatives Chaos an, wobei Brendels skurriler Humor mit somnambuler Klarsichtigkeit und fiebriger Empfindsamkeit immer ins Schwarze trifft.

Eine literarische Kostbarkeit, ein kurzweiliges, kluges Buch. Ich denke für dies Buch gilt, was Robert Gernhardt einmal über gute, gelungene Gedichte gesagt hat:"Gut gefühlt, gut gefügt, gut gedacht und gut gemacht". Ich muss sagen, dass ich dieses Buch mit großer Begeisterung und permanentem Vergnügen gelesen habe.
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