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Spiegelbild im goldnen Auge
 
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Spiegelbild im goldnen Auge [Taschenbuch]

Carson McCullers , Richard Moering
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es gibt in einem der Südstaaten ein Fort, wo vor einigen Jahren ein Mord geschah. An dieser unglücklichen Begebenheit waren beteiligt: zwei Offiziere, ein Soldat, zwei Frauen, ein Filipino und ein Pferd.

Über den Autor

Carson McCullers, geboren 1917 in Columbus/Georgia, verließ mit 17 Jahren die Südstaaten und ging nach New York, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. 1937 heiratete sie Reeves McCullers, ab 1940 zahlreiche Buchveröffentlichungen sowie Bände mit Kurzgeschichten. Die Autorin starb 1967 in New York.

Auszug

Eine Garnison in Friedenszeiten ist ein langweiliger Ort. Es geschieht wohl hin und wieder etwas, aber fast immer das gleiche; und die bloße Anlage eines Forts genügt, diese Eintönigkeit noch zu steigern. Die riesigen Betonkasernen, die langen Reihen der Offiziershäuser, alle blitzblank und genau nach demselben Modell gebaut, die Turnhalle, die Kirche, der Golfplatz und die Badeplätze - alles ist nach ein und demselben unerbittlich sturen Plan entworfen. Vielleicht aber ist an der Ode einer Garnison vor allem ihre inselhafte Abgeschlossenheit schuld, sowie ein Übermaß an Muße und Regelmäßigkeit; denn wer einmal ins Heer eingetreten ist, braucht fortan nur genau das gleiche zu tun, was sein Vordermann tut. Immerhin geschehen gelegentlich sogar in einer Garnison Dinge, die sich nicht so leicht wiederholen.

Es gibt in einem der Südstaaten ein Fort, wo vor einigen Jahren ein Mord geschah. An dieser unglücklichen Begebenheit waren beteiligt: zwei Offiziere, ein Soldat, zwei Frauen, ein Filipino und ein Pferd. Der beteiligte Soldat hieß Ellgee Williams. Oft konnte man ihn gegen Abend allein auf einer der vielen Bänke sitzen sehen, die den Bürgersteig vor den Kasernen säumen. Es war ein Vergnügen, hier unter der doppelten Reihe junger Ahornbäume zu sitzen, die ihre lichtgesprenkelten, kühlen und windbewegten Schattenspiele über Weg und Rasen warfen. Im Frühling war das Laub der Bäume leuchtend grün und wurde dann in den heißen Monaten dunkler und ruhiger, um sich im Spätherbst in flammendes Gold zu verwandeln. Hier also pflegte der Soldat Williams mit Vorliebe zu sitzen und auf das Signal zum Abendessen zu warten. Er war ein junger und schweigsamer Mann, der in seiner Kaserne weder Feinde noch Freunde hatte. Sein rundes, sonnengebräuntes Gesicht trug den Ausdruck wachsamer Unschuld. Seine vollen Lippen waren rot, und die Ponyfransen fielen ihm dicht und braun in die Stirn. In seinen seltsam bernsteinfarbenen Augen lag jener stumme Ausdruck, den man sonst eigentlich nur bei Tieren findet. Auf den ersten Blick wirkte der Soldat Williams ein wenig schwerfällig und linkisch. Aber dieser Eindruck täuschte. ...

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