Michael Kloft ist für mich der Meister der spannenden Geschichtsdarstellung im Mediuem Fernsehen. Schon mit "Das dritte Reich in Farbe" und den entsprechenden Nachfolgern "Der Krieg in Farbe" und "Der kalte Krieg in Farbe" usw. konnte Kloft Werke schaffen, die aussergewöhnlich erscheinen. Es ist die Fantasie und das Abtrifften von der klassischen Dokumentation, was die Produktionen Klofts ausmachen.
Die vorliegende Doku "Tod im Führerbunker" ist durch die Kombination aus Originalaufnahmen, Ausschnitten des Kinoerfolgs "Der Untergang" (u.a. Interview mit dem Produzenten Eichinger), Interviews mit inzwischen verstorbenen Augenzeugen, sowie der Befragung der wenigen noch lebenden Zeitzeugen ein wirklich interessanter Blickwinkel zu den Geschehnissen in den letzten Tagen Hitler-Deutschlands. Ich glaube es ist allerdings wichtig, auf die wahrscheinlich nicht immer ganz korrekte wissenschaftlich-historische Aufarbeitung der Themen hinzuweisen. Dies ist meiner Meinung nach immer bei Kloft zu bedenken.
Allerdings ist die spannende Art in dem auch wieder diese Werk gehalten ist und wofür dieser Produzent bekannt ist, eine mehr als gute Entschuldigung für die geringen Unzulänglichkeiten des Films. Das Berücksichtigen aller kleinen Fakten, die schließlich nur von akademischen Interesse sind, können der Geschichte einfach auch die Spannung nehmen. Das Ergebnis sieht dann so aus, wie es Generationen von Schülern aus dem oftmals alzu langweiligen Geschichtsunterricht kennen.
Das Ansehen dieser Doku im Vorfeld der Premiere von "Der Untergang" konnte meinen Appetit auf dieses Kinoereignis nur steigern. Nachdem ich den Film gesehen hatte, war die Doku sogar noch ein bißchen interessanter, obwohl ich sie ja schon kannte.
Wer sich also nicht nur mit trockenen Fakten, Daten und Zahlen über die Vorgänge informieren will, sondern auch noch einen wirklich gelungenen Mix aus verschiedenen Blickwinkeln sehen möchte, dem kann ich diese Doku nur empfehlen. Für die weiterführende Information gibt es mehr als genug Literatur, wobei sicherlich die Werke von Joachim C. Fest mit zu den wichtigsten gehören. Immerhin bilden seine Bücher eine wichtige Grundlage für die vorliegende Doku.
Ich bin davon überzeugt, das Michael Kloft noch weitere spannende und interessante Produktionen plant und ausführen wird. Der "Tod im Führerbunker" ist ein Werk, dass das Warten auf die nächste Doku langwierig erscheinen lässt.