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"Germania", so sollte die Hauptstadt von Adolf Hitlers "Tausendjährigem Reich" einst heißen. Für das neue Berlin waren u.a. eine riesige Versammlungshalle für 250.000 Volksgenossen und ein 120 Meter hoher Triumphbogen geplant. Bis zum Untergang der Naziherrschaft ist davon nicht viel gebaut worden.
Autor Michael Kloft hat sich in seiner Dokumentation auf Spurensuche nach den vergessenen Bauwerken gemacht. In Berlin und Umgebung stieß er gemeinsam mit engagierten Hobbyforschern auf mysteriöse Bunkerbauten, verlassene Gemäuer und die wenigen Überbleibsel von Hitlers Hauptstadt "Germania". Archivaufnahmen dokumentieren die monströsen Bauvorhaben.
SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft besucht u.a. eine ehemalige Ordensburg in Sonthofen, entdeckt vergessene Autobahnbrücken bei Würzburg und gelangte sogar in die Zimmer auf der zweiten Etage des Hauses Prinzregentenstrasse 16 in München, wo Hitler bis 1945 seine Privatwohnung hatte 397qm plus Luftschutzbunker im Keller.
Der zweite Film Das unterirdische Reich Die geheimen Welten der Nazis bietet faszinierende Einblicke in die unterirdischen Anlagen der Nazis, die sonst nur mit Sondergenehmigung betreten werden dürfen.
Überall im Dritten Reich und den von Deutschland besetzten Gebieten wurden 1944 ganze Fabrikanlagen in unterirdische Stollensysteme verlegt, um sie dem Bombenhagel der Alliierten zu entziehen. Sklavenarbeiter mussten bis Kriegsende unter unmenschlichen Bedingungen kilometerlange Tunnel in Berge graben, um die Rüstungsproduktion der Nazis zu sichern und um eines der gigantischsten Bauvorhaben der Menschheitsgeschichte zu verwirklichen.
Michael Kloft und der Historiker Michael Foedrowitz haben für diese Dokumentation einige der heute vergessenen Anlagen erforscht und die Geschichte des "unterirdischen Reiches" rekonstruiert. Sie entdeckten dabei unveröffentlichtes Archivmaterial und sprachen mit vielen Zeitzeugen.
Bildbewertung:
Schon seit vielen Jahren bürgt der Name "Spiegel-TV" für interessante und fernsehgerechte Umsetzungen von vielfältigsten Themen im Stil des klassischen erfolgreichen Spiegel-Journalismus. Beginnend im Jahr 1988 mit dem Einstieg der Spiegel-Gruppe in den Fernsehmarkt, startete das "Spiegel TV-Magazin", welches im Wechsel von Stefan Aust und Maria Grez moderiert wurde. Der große Erfolg der Sendung ermöglichte den Weg hin zu weiteren zahlreichen Sendeformaten. Mit Gründung der Spiegel TV GmbH 1990 haben diese verschiedensten Sendungen ihren festen Platz bei Sendern wie RTL, SAT.1 oder auch Vox gefunden. Viele der Produktionen erhielten höchste Auszeichnungen und Ehrungen und setzten so auch Maßstäbe für einen aktuellen und zeitgemäßen TV-Journalismus. Seit dem Juli 2000 gibt es bei Spiegel-TV eine eigene Abteilung; die sich in Zusammenarbeit mit "History" speziell mit zeitgeschichtlichen Themen befasst. Das Team dieser Arbeitsgruppe arbeitet unter der Leitung von Michael Kloft und produzierte schon viele von Zuschauern und Kritik positiv bewertete und hoch geschätzte Dokumentationen. Das Label "POLYBAND", welches unter anderem auch, besonders im Bereich anspruchsvoller und äußerst gelungener DVD-Veröffentlichungen im Dokumentationsbereich, einen verdient guten Namen hat, beginnt im Jahr 2009 mit der Auflage und Veröffentlichung einer DVD-Edition mit dem Titel "Spiegel-TV", in der Höhepunkte bisheriger Produktionen zeitgeschichtlicher Themen gezeigt werden.
Unter dem Titel "Brutalität in Stein" finden sich auf der vorliegenden DVD die beiden Dokumentationen "Die Bauten der Nazis" aus dem Jahr 2002 und "Das unterirdische Reich - Die geheimen Welten der Nazis" von 2004.
In der ersten der beiden Dokumentationen begibt sich Michael Kloft auf die Suche nach zum Teil längst vergessenen, aber immer noch vorhandenen Überbleibseln von Hitlers Hauptstadt "Germania". Neben Bildern einer ehemaligen SS-Ordensburg, entdeckt er vergessene Autobahnbrücken und mysteriöse Bunkerbauten, selbst ein Blick mit der Kamera, in Hitlers frühere Privatwohnung in München, wird gezeigt. Erstmals in dieser Dokumentation sind die Bilder einer Leni-Riefenstahl-Produktion zu sehen, die als verschollen galten und innerhalb dieser Dokumentation erstmals in Ausschnitten gezeigt werden.
Film zwei zeigt faszinierende und zugleich erschreckende Bilder, die nur erahnen lassen können, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Zwangsarbeiter in Hitlers Reich kilometerlange Tunnel und ganze Fabrikanlagen unter der Erde graben und anlegen mussten. Dabei gehen Spiegel TV-Autor Michael Kloft und der Historiker Michael Foedrowitz auf die Suche, nach heute fast vergessenen Anlagen und unveröffentlichtem Archivmaterial. Sie sprachen mit vielen Zeitzeugen und rekonstruierten die Geschichte des unterirdischen Reiches. So entstand ein faszinierender Einblick einer unterirdischen Welt, die heute nur noch mit Sondergenehmigung betreten werden darf.
Die technische Qualität der Bilder zeigt sich in dem seiner Produktionszeit angemessenen und zu erwartenden Standard. Innerhalb der Dokumentation wird historisches Filmmaterial, welches zum Teil weit über 60 Jahre alt ist verwendet, dass dieses nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen kann, wird sicher jeder verstehen. Es ist aber gelungen diese alten Aufnahmen gut in die Dokumentation zu integrieren und mit den neu entstandenen Aufnahmen aus den Jahren 2002 und 2004 zu zwei sehr gelungenen, packenden und informativen Dokumentationen zu vereinen.
Tonbewertung:
Ein stets sehr gut verständlicher deutscher Ton, im Format Dolby Digital 2.0, kommt von der DVD mit ihren beiden Dokumentationen zu Gehör. Immer wieder eindrucksvoll die beeindruckende und äußerst wandlungsfähige Stimme des Kommentators Peter Buchholz in beiden Dokumentationen. Neben ihm sind als weitere Sprecher Kay Siering und Robert Wortmann im zweiten Film zu hören. Mit Ein Erkennungszeichen innerhalb der Reihe "Spiegel-TV" ist zweifelsohne, auch die sehr gelungene und stimmungsvolle Musik von Clemens Winterhalter. Neben der Musik zu den auf dieser Veröffentlichung enthaltenen Dokumentationen, wirkte er auch an solch erfolgreichen Produktionen wie "Die Frauen der Nazis" oder "Das Dritte Reich in Farbe" mit, um nur zwei Beispiele seines umfassenden Wirkens vorzustellen. Wir möchten uns bei Herrn Clemens Winterhalter für die Bereitstellung einiger Musiksequenzen, als Hörbeispiele für die Leser dieser Rezension, aus der Spiegel TV Dokumentation "Brutalität in Stein" recht herzlich bedanken.
Untertitel gibt es auf dieser Veröffentlichung leider keine.
Gesamteindruck:
Mit dieser Veröffentlichung bringt "POLYBAND" in für das Label gewohnt gelungener Qualität, zwei filmische Höhepunkte bisheriger Produktionen aus dem Dokumentationsbereich zeitgeschichtlicher Themen von "Spiegel-TV" in die Veröffentlichung. Sehr empfehlenswert.
Autor: Torsten
www.Fernseh-Serien-Auf-DVD.de