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Sphären I ist ein philosophisch aufgerüsteter tiefenpsychologischer Rettungsversuch des Individuums aus dem unbewußten Wissen seiner Teilung und des Verlustes faszinogener Ansichten des anderen. Öffentliche Kräftefelder, Gewißheiten eines begleiteten Raums, nicht selbstverlorene Heroen einer beschnittenen Individualität sind neu zu entdecken: Urbegleiter, Genien, Engel und Erzengel -- eine existenzielle Topographie des Subjekts und seiner Begleiter entsteht, Örter, die wir vergessen hatten.
Eine abschließende Beurteilung, ob der Versuch, Möglichkeiten und Grenzen des geometrischen Sphärenhumanismus auszuloten, gelingt, wird erst im hermeneutischen Zirkel der auf drei Bände angelegten Untersuchungen möglich sein. Immerhin zeichnet sich ab, daß Sloterdijk mit dem Ehrgeiz des platonischen Geometers Seelenräume neu vermißt, die im Diskurs der Moderne chronisch unterbelichtet geblieben sind und gegenwärtig in Globalisierungskriegen, telematischem Beschleunigungsterror und ästhetizistisch-kontingenten Lifestyle-Ideologien weiter demontiert werden. Der mimetische Sprachwitz Sloterdijks gegenüber seinem Gegenstand allein ist aber bereits jetzt hinreichender Lektüregrund und verdient die Anerkennung, daß im deutschen Sprachraum zur Zeit vermutlich kein anregenderes psychophilosophisches Sprachspiel existiert. --Dr. Goedart Palm
Über den Autor
Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.