"Im Spessart sind die Geister los" ist nicht direkt ein Remake des Liselotte Pulver-Streifens aus den 60ern, aber man merkt dem SAT.1-Fernsehfilm deutlich an, dass die kultige Klamotte Pate dafür gestanden hat. Drehbuchautor Stefan Barth übernimmt nur die Prämisse und einige Ideen, passt diese aber an den Zeitgeist an. Ach ja, und gesungen wird ' anders als in der Vorlage ' hier nicht. Was handlungstechnisch auf den ersten Blick ziemlich abgegriffen wirkt, funktioniert in der TV-Komödie ganz gut. Das liegt vor allem daran, dass das Drehbuch zwar Klischees bedient, die Dialoge aber recht charmant daher kommen, einige Ideen wirklich witzig sind und die Darsteller ' inklusive der jugendlichen Nachwuchsschauspieler ' offenbar mit Spaß an der Sache sind. Sie liefern gutes TV-Format ab, und das erzeugt eine sympathische Atmosphäre. Obwohl der Film im Rahmen der "Annette Frier"-DVD-Edition erscheint, spielt die Schauspielerin hier eher eine wichtige Neben- als eine Hauptrolle. Im Mittelpunkt stehen der verwitwete Familienvater Ralf und seine beiden Sprösslinge. Während sein Sohn Nico in der Schule damit zu kämpfen hat, der Neue zu sein, ist Tochter Carla einfach nur genervt von der Tatsache, dass sie von ihrem Freund hunderte Kilometer entfernt ist. Frier spielt die Kellnerin Valerie, die für ihren neuen Arbeitgeber trotz eines holprigen Starts bald Gefühle entwickelt. Neben den charmanten Darstellern überzeugt auch die heimelige Kulisse, die Kleinstadtatmosphäre versprüht und durch für eine Fernsehproduktion überraschend gelungene und optisch reizvolle Spezialeffekte.
Insgesamt ist "Im Spessart sind die Geister los" sicher kein großer Wurf, aber dennoch eine stimmige Familienkomödie. Denen, die das phantastische Element der Geister nicht mögen, ist er sicher zu blöd, alle anderen jedoch werden solide unterhalten.