"Sperling" ist eines der besten ScienceFiktion-Bücher, die ich bisher gelesen habe. Die Autorin wendet hier eine für mich neue und ungewohnte Technik des Erzählens an, indem sie in den Kapiteln abwechselnd die Ereignisse in chronlologischer Reihenfolge, dann aber rückblickend in Form einer Anhörung des einzigen Überlebenden der Mission zu einem fremden Planeten erzählt. Dadurch werden einige zentrale Punkte der Handlung zwar vorweggenommen, doch wird gleichzeitig eine ganz neue Art von Spannung erzeut. Der Leser fragt sich ständig, wie es zu diesen Ereignissen kommen konnte, zumal diese ganz und garnicht zu den Personen zu passen scheinen, die man anfangs kennenlernt. Doch langsam holt die erzählte Geschichte die Anhörung ein, teilweise ergänzen sich beide und es entsteht ein Bild, dass sich der Leser anfangs unmöglich hätte selbst ausmalen können. Gleichzeitig beschreibt Maria Doria Russel die Handung teilweise aus Sicht der Hauptperson, Emilio Sanchez, aber auch aus der Sicht eher Aussenstehender, die während der Anhörung für den Leser die Fragen stellen und versuchen, wie der Leser, die Ereignisse zu verstehen. Ich bewundere die Autorin für dieses Geschick, zeigt sie doch auch während des gesamten Buches keinerlei Einbrüche in Form von Ungereimtheiten. Sie ist jederzeit in der Lage, die Vorgänge logisch zu erklären; auch die von ihr beschriebenen Techniken, die Bräuche und Verhaltensweisen sind absolut glaubwürdig. Die philosophischen Inhalte des Buches, die Frage nach Gott und dem Warum, beschäftigen einen auch noch weit über die letzte Seite des Buches hinaus! Ich selbst habe das ca. 650-seitige Buch in 3 Tagen verschlungen und warte nun sehnsüchtig auf das Erscheinen der Fortsetzung!