SpektrumIn einer nahen Zukunft hat die seltsame Rasse der "Schließer" der Erde und anderen bewohnten Planeten das Geschenk von Sternentoren ("Stargates") gemacht. Im Gegensatz zur amerikanischen Version stehen diese Tore jedoch wirklich jedem offen, der den Schließern eine für diese interessante und neue Geschichte erzählen kann.
Der Held Martin ist ein russischer Privatdetektiv, der den Auftrag bekommt, eine durch die Sternentore verschwundene 17-jährige Tochter aufzuspüren. Dies gelingt ihm, wenn auch ganz anders, als gedacht und mit ungeahnten Folgen...
"Spektrum" ist wieder ein typischer Lukianenko: er sinniert seitenweise übers Essen, kulturelle Unterschiede, den Sinn des Lebens, Moskau usw. Nie weiß man, wohin die Geschichte sich wendet. Martin ist ein echter Antiheld, mit allen Vorzügen und Schwächen eines echten Menschen, der sehr oft an sich zweifelt, aber instinktiv oft das Richtige tut. Da er auf sieben verschiedene Welten reisen muss, werden auch sieben verschiedene außerirdische Kulturen recht farbig und intelligent, teils auch humorig beschrieben. Clever ist auch die Idee, dass die Schließer als Bezahlung interessante Geschichten verlangen, sowie der Hintergrund dieser Aktion. Logisch durchdacht die Weiterentwicklung des Zolls für interplanetares Reisen sowie die Beschreibung der russischen Staatssicherheit mit Anklängen an "westliches Gedankengut". Lukinaneko ist halt ein Idealist.
FAZIT: Der beste Lukianenko seit Langem, absolute Lese- und Kaufempfehlung; auch für Nicht-SF/Fantasy-Fans geeignet!