Ein nicht nur unterschätzter Film, sondern auch ein unterschätzter Soundtrack, von einem der zur Zeit angesagtesten Komponisten in Hollywood, Michael Giacchino. Ich wurde auf ihn aufmerksam, nachdme ich seine wundervollen Scores zu "LOST" gehört hatte. "Speed Racer" ist ein Feuerwerk an Emotionen: Mal schnell, rasant und verspielt und dann wieder sehr gefühlvoll und sanft, das drückt Giacchinos Musik aus. Dabei ist der Score genauso bunt, wie der wunderbare Film.
Schon der erste Track "I Am Speed" ist wie eine Einleitung in die Geschichte von "Speed Racer". Hier wird auch das bekannte Thema von der Fernsehserie "Speed Racer" neu präsentiert.
"WorldŽs Best Autopia" zeigt schonmal gleich, dass der Score kein 0 8 15 Haudraufsoundtrack ist. Hier wird auch das (ich nenn es mal so) Siegesthema präsentiert.
"Thunderhead" geht dann gleich fetzig los und untermalt das Eröffnungsrennen. Hier hören wir das Rennthema zum ersten Mal, das Giacchino mehrmals variieren wird auf der CD. Er arbeitet viel mit witzigen Elementen, wie zum Beispiel dem Xylophon, dadurch bekommt die Stimmung des Scores eine schöne Richtung. Aber es fehlt "Speed Racer" auch nicht an Dramatik... Das kommt besonders gut im nächsten Track "The Tragic Story Of Rex Racer" zur Geltung. Hier benutzt Giacchino auch zum ersten Mal seinen Chor (?!). Ja ein Chor, bzw auch eine atmosphärische Frauensolostimme, die mit dem Thema für die tragische Vergangenheit kombiniert einen beeindruckenden Track präsentiert. Dazu gibt es viele Synthesizerbeats im Hintergrund, die aber immer organisch klingen.
"Vroom And board" leitet das Royaltonmotiv ein (Ja, ich fande es auch erstaunlich, wie viele Themen Giacchino in so einen Film einbrachte). Der Track beginnt sehr pompös, wird dann aber wieder sehr "cartonnmäßig", mit viel Mickey Mousing und verschiedenen Instrumenten. Gegen Ende wird der Titel aber wieder ernster und düsterer und erinnert etwas an "LOST".
"WolrdŽs Worst Road Rage" ist wieder ein schneller und rasanter Titel, der eine sehr schöne Dynamik in der zweiten Hälfte hat.
"Racing Is In Our Blood" wird wieder sehr emotional und ist ein toller kurzer Track, besonders durch die langsame Version des Speed Racer- themas mit einer schönen Klavierpassage in der Hälfte und einer kraftvollen Version des Seigthemas.
"True Heart Of Racing" ist düster und zeigt das Royaltonthema von seiner bedrohlichen Seite. Der Track wird nach einer Minute etwa sehr treibend und spannend.
"Casa Cristo" wird wieder sehr actionreich und episch mit dem wundervollen Chor. Eine schöne Mischung aus verschiedenen Themen und mit einem packenden Finale.
"End Of The First Leg" ist nochmal etwas dunkler und langsam und bremst die Action von vorhin sehr drastisch aus.
Ein kurzer und toller Titel ist "Taejo Turns Trixie" mit Allem, was diesen Score ausmacht. Hier wird die rasante Musikuntermalung aus "Casa Cristo" weitergeführt mit besonders schönen Beats und Drums im Hintergrund.
"Bumper To Bumper, Rail To Rail" beginnt etwas jazzig, wird danach aber wieder rasant und schneller und "The Maltese Ice Cave" leitet die Musik ins Dramatische und läuft schließlich mit "Go Speed, Go!" in einem tollen Höhepunkt des Speed Racer- themas auf. Bei "The Maltese Ice Cave" zollt Giacchino an einigen Stellen seinem Vorbild John Williams Tribut und komponiert in dessen Stil, sehr schön.
Mit "He AinŽt Heavy" holt der Score nochmal etwas Luft, bevor es in die heiße Phase geht. Diese beginnt mit dem dynamischen "32 Hours", in dem der Aufbau der Mach 6 sehr schön untermalt wird. Hier wird sehr gekonnt zwischen dem Speed Racer- thema und Royaltonmotiv gewechselt.
"Grand Ol Prix" ist das packende Finale des Films und des Scores mit Allem, was "Speed Racer" an Action zu bieten hat und dazu noch sechs Minuten lang.
"Reboot" ist das Highlight der CD für mich. Die letzten Minuten, wenn Speed seine Mach 6 zum letzten Mal in Fahrt bringt und seine Gegner hinter sich lässt oder sie zerscheppert und am Ende ins Ziel fliegt sind musikalisch ein Genuss. Herr Giacchino lässt erst den Chor sprechen, dann ein paar sehr schöne Momente Revue passieren (die mich im Film sogar ein oder zwei Tränen gekostet haben und hier auf CD ebenfalls wirken!) und schließlich das Siegesthema in seinem vollen Glanz erstrahlen. Einfach genial, dieses wundervolle Stück. Hier zeigt einer meiner neuen Lieblingskomponisten in drei Minuten die ganze Palette an Gefühlen für "Speed Racer"!
"Let Us Drink Milk" behält aber unglaublich toll diesen grandiosen Moment und führt ihn weiter, wenn das Geheimnis um Rex Racer gelöst wird und Speed und seine Familie schließlich den Sieg feiern. Dazu gibt der Chor am Ende nochmal Alles!
Zum Schluss ertönt das tolle "Speed Racer", ein lustiger Zusammenschnitt aus der neuen Komposition und der alten Speed Racermelodie: Dieser Track hätte nicht passender sein können als Abschluss dieser umwerfenden CD.
Fazit: Ein echt schöner, knalliger und spaßiger Soundtrack! Seit dieser CD ist Giacchino für mich in die obere Liga der Filmmusikkomponisten gestiegen. Wer allein durch Musik so viel Spaß, Action und Drama verbinden kann, der hat einfach Anerkennung verdient. Auch wenn die Meisten mit dem Film Nichts anfangen können, so ist die Musik doch für Fans von Soundtracks ein Leckerbissen unter den heutigen Kompositionen!