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Spectaculum 28: Sieben moderne Theaterstücke
 
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Spectaculum 28: Sieben moderne Theaterstücke [Sondereinband]

Samuel Beckett , Thomas Bernhard , Thomas Brasch , Gerlind Reinshagen , Stefan Schütz , Botho Strauß , Alexander Wampilow , Elmar Tophoven

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Samuel Beckett: Damals.
Samuel Beckett setzte seine Erkundungen szenischer Grenzbereiche fort. Die sichtbaren Vorgänge reduzieren sich auf ein altes, weißes Gesicht, dessen Augen sich zeitweise öffnen und schließen. Der Strom der Erinnerungen ist auf drei Tonbändern gespeichert, die abwechselnd eingespielt werden, von oben und von den beiden Seiten.

Thomas Bernhard: Minetti. Ein Porträt des Künstlers als alter Mann.
Silvesterabend, ein drittklassiges Hotel in Oostende. Aus dem Schneesturm tritt ein alter Mann: Minetti. Er ist mit dem Flensburger Theaterdirektor verabredet, um dort noch einmal nach dreißig Jahren den Lear zu spielen. Einstmals selbst Theaterdirektor in Lübeck: damals wurde er verjagt, weil er die Klassiker verweigerte.

Thomas Brasch: Lovely Rita.
Ein Land ist besetzt. Rita lebt mit einer Gruppe von Frauen, die der Krieg aus dem Gefängnis befreit hat. Sie läßt sich mit einem Besatzungsoffizier ein. Er will Ehe, Aufbau, weiß, wie alles werden soll. Sie ermordet ihn. Die Frauen, mit denen sie Raubzüge unternahm, liefert sie als Mörderinnen aus. Ihr Gesicht liefert sie dem Film.

Gerlind Reinshagen: Himmel und Erde.
Das Stück ist ein großer Monolog einer Frau, die in einem Sanatorium an Krebs stirbt: sie sucht ihre Partner, die Kranken, die Krankenschwester. Sie will reden von ihrem Leben. Sie löst von sich ab, was sie mitgeschleppt hat in all den Jahren, tätig in der Kneipe, den gemeinen Alltag, die Vorurteile, Aburteilungen. Ihr Sterben ist eine Rückkehr aus dem Tod.

Stefan Schütz: Die Amazonen.
Die Athener kämpfen gegen die Amazonen. Antiope, die Königin, fällt in ihre Hände. Sie will sterben. Theseus, König der Athener, führt sie heim. Ihre Liebe steht gegen die Welt.

Botho Strauß: Trilogie des Wiedersehens.
Ein Sommertag. In der Kunsthalle versammeln sich Mitglieder und Freunde des Kunstvereins zur Vorbesichtigung einer Ausstellung über kapitalistischen Realismus. Die Versammelten suchen den Dialog, verfangen sich in Monologe, sehen sich selbst wieder.

Alexander Wampilow: Letzten Sommer in Tschulimsk.
Ein Sommertag in Tschulimsk, einer Kreisstadt in der Taiga. In der Teestube begegnen sich Menschen, beobachten einander, entdecken sich gegenseitig. Diese Menschen aus der Provinz, am Rande der Städte, spüren die Unzulänglichkeit ihres Lebens, aber verbergen es noch mit Vehemenz. Die Frauen stehen am Anfang, zerrissen zwischen Anpassung, Verweigerung, Kampf.

Über den Autor

1906 13. April: Samuel Beckett wird als zweiter Sohn des Ehepaars May und William Beckett geboren.
1911 Beckett wird eingeschult und fällt seinen Lehrern vor allem durch herausragende sportliche Leistungen auf.
1923 Nach dem Abitur Beginn eines Romanistikstudiums am Dubliner Trinity College. — Bekanntschaft mit dem unorthodoxen Professor Thomas B. Rudmose-Brown. — Verliebt sich in den Schwarm aller Studenten: Ethna MacCarthy. Die Liebe bleibt unerwidert.
1926 Becketts erster Besuch seiner späteren Wahlheimat Frankreich: Fahrradtour entlang der Loire.
1927 Bildungsreise nach Venedig und Florenz. Abschluss des Studiums als Jahrgangsbester. — Beginn einer Liebesgeschichte mit seiner Cousine Peggy Sinclair (Tochter von Cissie und William (Boss) Sinclair, einem liberalen Kunsthändlerehepaar, das in Kassel lebt).
1928 Zwei Semester als Lehrer an einem Gymnasium in Belfast. — Ab Herbst: Zwei Jahre lang Englischlektor an der Ecole Normale Supérieure in Paris. — Bekanntschaft mit James Joyce und Entdeckung des Pariser Künstlerlebens. Lange nächtliche Barbesuche. Unterrichtet seinen einzigen Schüler daher erst nachmittags.
1929-1930 Erste Publikationen: eine Kurzgeschichte, ein Aufsatz über Joyce sowie Übersetzungen in der englischsprachigen Zeitschrift transition. — Gewinnt mit Whoroscope (1930) einen Lyrikwettbewerb. — Beginnt eine Monographie über Marcel Proust. — Rückkehr nach Dublin ans Trinity College. Arbeit als Assistent von Thomas B. Rudmose-Brown. Schwierigkeiten mit der Umstellung auf das Leben in Dublin. — Ein Lichtblick: die Bekanntschaft mit dem Maler Jack B. Yeats.
1931 Psychosomatische Erkrankungen (Herzrasen, Niedergeschlagenheit, Mattigkeit). Entschließt sich, die akademische Laufbahn aufzugeben. — Veröffentlichung seiner Proust-Studie. —  Besucht über Weihnachten seine Verwandtschaft in Kassel. Die Liebe zu Peggy ist abgeflaut.
1932 Kündigt von Deutschland aus seine Stelle am Trinity College. — Reist nach Paris und schreibt seinen ersten Roman Traum von mehr bis minder schönen Frauen (1992). — Rückkehr nach Dublin.
1933 Tod Peggy Sinclairs und kurz darauf seines Vaters. — Die gesundheitlichen Beschwerden treten verstärkt auf, und Beckett beginnt eine zweijährige Psychotherapie bei Wilfred Bion in London. — Abschluss der Erzählungen für den Sammelband Mehr Prügel als Flügel (1934).
1935 Beginnt seinen zweiten Roman, Murphy. — Rückkehr nach Dublin.
1936 Fertigstellung von Murphy (1938). — Sechsmonatige Deutschlandreise (bis April 1937). Beckett besucht Museen, Galerien und nimmt Kontakt zu zeitgenössischen Künstlern und Kunstwissenschaftlern auf Er beobachtet die Veränderungen durch das nationalsozialistische Regime und kommentiert diese scharf
1937 Umzug nach Paris. — Bekanntschaft mit den Malern Bram und Geer van Velde sowie mit Peggy Guggenheim.
1938 Er wird durch einen Messerstich schwer verletzt. — Erneuerung der Freundschaft zu seiner späteren Lebensgefährtin, der Pianistin Suzanne Deschevaux-Dumesnil.
1939 Nach der Kriegserklärung Deutschlands bricht Beckett einen Familienbesuch in Irland ab und kehrt nach Frankreich zurück.
1940 Während der Besatzung von Paris arbeiten er und Suzanne für eine Widerstandsgruppe der Résistance.
1942 Zahlreiche Mitglieder ihrer Gruppe werden verhaftet. Beckett und Suzanne entkommen nach Roussillon ins unbesetzte Südfrankreich. — Bekanntschaft mit dem Maler Henri Hayden.
1943-1944 Landarbeit und Arbeit am Roman Watt (1953).
1945 Rückkehr nach Paris. — Nach einem Familienbesuch in Dublin arbeitet Beckett als Dolmetscher und Lagerverwalter für ein Zivil-Lazarett des Irischen Roten Kreuzes in der Normandie.
1946 Rückkehr nach Paris. Beginnt konsequent auf Französisch zu schreiben. — Freundschaft mit dem Verleger und Kunstpublizisten Georges Duthuit. — Schreibt den Roman Mercier und Camier (1970) sowie vier Novellen und Kunstkritiken.
1947 Schreibt das Theaterstück Eleuthéria (1995), beginnt mit dem Roman Molloy (1951).
1948/49 Beendet Molloy und schreibt die Romane Malone stirbt (1951) und Der Namenlose (1953) sowie das Theaterstück Warten auf Godot (1952, Uraufführung 1953).
1950 Kurze Prosastücke Texte um Nichts (1955). — Tod der Mutter.
1954 Tod des Bruders.
1955 Beginnt das Theaterstück Endspiel (1957).
1956 Beendet Endspiel. — Schreibt sein erstes Hörspiel Alle die da fallen (gesendet 1957) und die Pantomime Acte sans Paroles I.
1958 Schreibt das Theaterstück Das letzte Band.
1959 Schreibt das Hörspiel Aschenglut (1959, Prix Italia) sowie das kurze Prosastück Das Bild. Beginnt mit Acte sans Paroles II (1960). — Erhält die Ehrendoktorwürde des Trinity College Dublin.
1960 Schreibt den Roman Wie es ist (1961).
1961 Internationaler Verleger-Preis (zusammen mit Jorge Luis Borges). — Beendet das Theaterstück Glückliche Tage. — Heirat mit Suzanne Descheveaux-Dumesnil.
1962 Schreibt das Hörspiel Words and Music sowie das Stück Spiel (1963).
1963 Das Hörspiel Cascando entsteht. — Beginnt das Drehbuch zu seinem Film (1964).
1964 Beendet Film und assistiert in New York bei den Dreharbeiten.
1965 Schreibt das Theaterstück Come and Go (1966). — Uraufführung von Film in Venedig (in der Folge zahlreiche Preise). — Beginn der Arbeit am Fernsehspiel He, Joe. — Berät den Regisseur Deryk Mendel bei dessen Regie von Warten auf Godot an der Werkstatt des Berliner Schiller Theaters.
1966 Produktion von He, Joe beim Süddeutschen Rundfunk (SDR) in Stuttgart, Beckett führt Regie. — Schreibt das Prosastück Der Verwaiser (1970).
1967 Inszeniert Endspiel an der Werkstart des Berliner Schiller Theaters.
1969 Erhält den Nobelpreis für Literatur.
1970 Erste Augenoperation am grauen Star. — Beendet den Prosatext Der Verwaiser.
1971 Zweite Augenoperation am grauen Star. — Inszeniert Glückliche Tage in Berlin.
1972 Schreibt das Theaterstück Nicht Ich.
1975 Nicht Ich wird als Fernsehversion konzipiert (gesendet 1977). Beckett schreibt das Fernsehstück Geistertrio.
1976 Schreibt das Fernsehstück ... nur noch Gewölk ...‚ das er 1977 zusammen mit Geistertrio beim SDR inszeniert.
1977 Bei John Calder in London erscheint der Band Collected Poems in English and French.
1980 Schreibt den Prosatext Schlecht gesehen schlecht gesagt (1981) und das Theaterstück Rockaby (1982).
1981 Entstehung des Fernsehstücks Quadrat I and II, das Beckett im selben Jahr beim SDR inszeniert. — Schreibt das Theaterstück Ohio Impromptu. — Beginn der Arbeit am Prosatext Aufs Schlimmste zu (1983).
1982 Anlässlich einer Solidaritätsveranstaltung für den inhaftierten Schriftsteller Václav Havel schreibt Beckett das Stück Katastrophe. — Entstehung des Fernsehfilms Nacht und Träume.
1983 Uraufführung von Nacht und Träume beim SDR. —Schreibt das Theaterstück Was wo.
1986 Inszeniert die Fernsehversion von Was wo beim SDR und schreibt seinen letzten Prosatext Immer noch nicht mehr (1984-1988).
1988 Becketts letztes Gedicht Comment dire (Wie soll man sagen; 1989) entsteht.
1989 Übersetzt die englische Fassung von Immer noch nicht mehr ins Französische. — Überträgt das Gedicht Comment dire als What is the Word ins Englische. — Juli: Becketts Frau Suzanne stirbt. — Beckett stirbt am 22. Dezember.



1931
geboren am 9. Februar in Heerlen (Niederlande) als unehelicher Sohn von Herta Bernhard, der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler; den Vater Alois Zuckerstätter lernt Bernhard nie kennen

1931-35
zusammen mit der Mutter und deren Eltern in Wien; schwierige ökonomische Situation; enge Beziehung zum Großvater mütterlicherseits

1935
Übersiedlung mit Mutter und Großeltern nach Seekirchen am Wallersee (Land Salzburg)

1938
Übersiedlung nach Traunstein (Bayern); Bernhards Mutter hat mit ihrem Ehemann Emil Fabjan zwei weitere Kinder; Peter (geb. 1938), Susanne (geb. 1940)

1943
ab Herbst im NS-Schülerheim in Salzburg; Gymnasium; in den folgenden Jahren u.a. Geigen- und Gesangsunterricht

1945
katholisches Schülerheim Johanneum

1946
Übersiedlung der gesamten Familie nach Salzburg (Radetzkystraße )

1947
Abbruch des Gymnasiums; Kaufmannslehre (Scherzhauserfeldsiedlung)

1949-51
in der Folge Lungentuberkulose; Aufenthalte im Krankenhaus, in Sanatorien und Heilstätten (u.a. in der Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau, Land Salzburg)
1949
Tod des Großvaters

1956
lernt Hedwig Stavianicek - seinen ›Lebensmenschen‹ - kennen; Tod der Mutter

1952-55
freie Mitarbeit beim Salzburger ›Demokratischen Volksblatt‹; Gerichtssaalberichte, Buch-, Theater- und Filmkritiken; erste literarische Veröffentlichungen: Gedichte, Erzählungen 1955 erste von zahlreichen Jugoslawienreisen mit Hedwig Stavianicek

1955-57
Hochschule für Musik und darstellende Kunst ›Mozarteum‹ in Salzburg: Musikunterricht, Regie- und Schauspielstudium

1956
erste Venedigreise mit Hedwig Stavianicek

1957-60
Freundschaft mit dem Komponisten Gerhard Lampersberg; längere Aufenthalte auf dessen Tonhof (Maria Saal, Kärnten)

1957
erster Gedichtband: Auf der Erde und in der Hölle

1958
In hora mortis; Unter dem Eisen des Mondes (Gedichtbände)

1959
die rosen der einöde. fünf sätze für ballett, stimmen und orchester

1960
Aufführung der Kurzoper Köpfe und einiger Kurzschauspiele im Theater am Tonhof; erste große Italienreise mit Hedwig Stavianicek (u.a. Sizilien), Reise nach England (kurzer Aufenthalt in London)

1963
literarischer Durchbruch mit dem Roman Frost; erste Polenreise

1964
Amras; Julius Campe-Preis

1965
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen; Kauf eines Vierkanthofs in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich; vermittelt durch den Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair), jahrelange Restaurierung des Gebäudes; später Kauf zweier weiterer Häuser bei Reindlmühl und Ottnang; daneben immer wieder Aufenthalte in Wien (Wohnung Hedwig Stavianiceks in der Döblinger Obkirchergasse) und Reisen vor allem in den mediterranen Süden (Jugoslawien etc.), wo auch einige Werke entstehen

1967
Verstörung; Prosa; Operation im Pulmologischen Krankenhaus der Stadt Wien auf der Baumgartner Höhe

1968
Ungenach; Kleiner Österreichischer Staatspreis 1967; Anton Wildgans-Preis

1969
Watten; Ereignisse (entstanden 1957); An der Baumgrenze

1970
Das Kalkwerk; Ein Fest für Boris (uraufgeführt in Hamburg unter der Regie von Claus Peymann, der auch einen Großteil der weiteren Stücke erstinszeniert), Fernsehfilm Drei Tage (Regie: Ferry Radax); Vortragsreise durch Jugoslawien und Italien

1971
Gehen; Midland in Stilfs; Der Italiener (verfilmt von Ferry Radax)

1972
Der Ignorant und der Wahnsinnige (Uraufführung bei den Salzburger Festspielen); Franz Theodor Csokor-Preis, Adolf Grimme-Preis, Grillparzer-Preis

1974
Die Jagdgesellschaft (Uraufführung am Wiener Burgtheater); Die Macht der Gewohnheit; Der Kulterer (verfilmt von Vojtech Jasny); erste Portugalreise

1975
Die Ursache (erster Band der autobiographischen Pentalogie; wie die übrigen Bände erschienen im von Wolfgang Schaftier geleiteten Salzburger Residenz-Verlag; Ehrenbeleidigungsklage des Salzburger Stadtpfarrers Franz Wesenauer); Korrektur; Der Präsident

1976
Der Keller; Die Berühmten

1977
Minetti; größere Reisen nach Italien (u.a. Rom, Sizilien), in den Iran, nach Ägypten und Israel

1978
Der Atem; Ja; Der Stimmenimitator; Immanuel Kant; erste Reise nach Mallorca

1979
Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand; Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Reise in die USA (New York)

1980
Die Billigesser

1981
Die Kälte; Ober allen Gipfeln ist Ruh; Am Ziel; Ave Vergil Ende der fünfziger Jahre entstandenen Gedichten); Reise in die Türkei

1982
Ein Kind; Beton; Wittgensteins Neffe; Premio Prato

1983
Der Untergeher; Der Schein trügt; Premio Mondello; erste Reise nach Spanien

1984
Tod Hedwig Stavianiceks
Holzfällen (vorübergehende Beschlagnahmung des Romans auf Antrag Gerhard Lampersbergs); Der Theatermacher; Ritter, Dene, Voss

1985
Alte Meister

1986
Auslöschung; Einfach kompliziert

1987
Elisabeth II

1988
Heldenplatz (große öffentliche Auseinandersetzung um Bernhards am Wiener Burgtheater uraufgeführtes Theaterstück zum ›Bedenkjahr‹ 50 Jahre Anschluß Osterreichs an NS-Deutschland); Prix Medicis; letzte Reise nach Spanien (Torremolinos)
1989
gestorben nach jahrelanger schwerer Krankheit am 12. Februar in Gmunden (Oberösterreich); beigesetzt im Grab Hedwig Stavianiceks auf dem Grinzinger Friedhof in Wien



1945
Am 19. Februar in Westow/Yorkshire (England) als Sohn jüdischer Emigranten geboren.

1946
Übersiedlung der Familie nach Deutschland in die sowjetische Besatzungszone.

1956
Besuch der Kadettenschule der Nationalen Volksarmee in Naumburg. Erste Veröffentlichungen in der "Lausitzer Rundschau": Fuchs, Adler und Nilpferd (Märchen).

1960
Nach Auflösung der Kadettenanstalt Schulwechsel an ein Gymnasium in Ost-Berlin.

1961
Gerhart-Hauptmann-Preis der gleichnamigen Schule für das Gedicht Mahnung der letzten Toten.

1963
Nach dem Abitur Ausbildung als Setzer, Entwässerungsarbeiter und Schlosser.

1964
Studium der Journalistik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig.

1965
Das Hörspiel Monologe zur Nacht entsteht.
Exmatrikulation von der Universität aus politischen Gründen.

1966
Inszenierung des Vietnamprogramms Seht auf dieses Land im Theater im 3. Stock in der Volksbühne Berlin-Ost, das nach der Generalprobe abgebrochen und verboten wird.

1967
Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg.

1968
Der Schallplattentext Leon Segel entsteht.
Verhaftung und Verurteilung zu 27 Monaten Gefängnis wegen "staatsfeindlicher Hetze" im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR. Exmatrikulation von der Filmhochschule.
Haftentlassung auf Bewährung. Zuweisung eines Arbeitsplatzes als Fräser im Transformatorenwerk "Karl Liebknecht" in Berlin.

1970
Uraufführung des Stückes Sie geht, sie geht nicht in Berlin-Ost, abgesetzt nach der 2. Vorstellung.

1971
Das beispielhafte Leben und der Tod des Peter Göring (zus. mit Lothar Trolle) uraufgeführt in Berlin-Ost, nach der Premiere verboten.
Förderung der schriftstellerischen Arbeit durch Helene Weigel, Anstellung im Bertolt-Brecht-Archiv Berlin.

1972
Galileo Galilei - Papst Urban VIII. (zus. mit Lothar Trolle) uraufgeführt in Berlin-Ost, danach verboten.

1973
Die Veröffentlichung der Stücke Bericht vom Sterben des Musikers Jack Tiergarten nach Boris Vian und Herr Geiler (UA: Foyer Deutsches Theater Kammerspiele Berlin, 27. August 1999, Regie: Hilde Stark) wird nicht genehmigt.

1974
Fertigstellung des Stückes Eulenspiegel und des Jazzoratoriums Hahnenkopf (UA: Jugendklub Weißensee, Berlin-Ost, 1975, Regie: Thomas Brasch). Beginn der Arbeit an den Stücken Der Papiertiger (UA: Austin Theatre Group, Austin/Texas, 1976, Regie: Denis Schulz) und Lovely Rita (UA: Werkstatt des Schiller-Theaters Berlin, 7. März 1978, Regie: Niels-Peter Rudolph).
Produktion der Kinderschallplatten Die wilden Schwäne und Der Schweinehirt (zwei Märchen nach Hans Christian Andersen) und Vom dicken Herrn Bell, der das Telefon erfunden hat bei Deutsche Schallplatte, Litera, Berlin-Ost.

1975
Der Gedichtband Poesiealbum 89 erscheint.
Die argentinische Nacht. Eine Hundetragödie nach Oswaldo Dragúns Geschichten zum Erzählen (UA: Zimmertheater Tübingen, 19. Oktober1977, Regie: Helfried Foron) und die Übersetzung des Stückes von Norberto Ávila Hakims Geschichten (EA: Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, 8. August 1976, Regie: Horst Rehberg) entstehen.

1976
Beginn der Arbeit an dem Stück Rotter (UA: Württembergische Staatstheater Stuttgart, 21. Dezember 1977, Regie: Christof Nel) und an der deutschen Fassung der Geschichten zum Erzählen von Osvaldo Dragún (EA: Foyer-Café der Volksbühne, Berlin-Ost, 15. Oktober 1976, Regie: Renée Eigendorff).
Im Dezember wird eine "einmalige Ausreise zwecks Übersiedlung aus der DDR" gestattet.
Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland

1977
Veröffentlichung des Prosabandes Vor den Vätern sterben die Söhne (Rotbuch Verlag) und des Sammelbandes Kargo.32. Versuch auf einem untergehenden Schiff aus der eigenen Haut zu kommen.
Lessing-Preis der Stadt Hamburg und Stipendium aus dem Fond zum Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin. Erster Aufenthalt in den USA. Tätigkeit als künstlerischer Berater des Generalintendanten der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin.

1978
Lucie, geh oder Das Unglück aus dem Theater entsteht und die Übersetzung und Bearbeitung des Stückes Platonow von Anton Tschechow zusammen mit Andrea Breth (EA: Freie Volksbühne Berlin, 16. Dezember 1978, Regie: Luc Bondy).
Ernst-Reuter-Preis für das Hörspiel Robert, ich, Fastnacht und die Anderen.
Beginn der Arbeit am Drehbuch zum Film Engel aus Eisen (UA: Berlin, 23. April 1981).

1979
Entstehung des Stückes Lieber Georg (UA: Schauspielhaus Bochum, 12. Januar 1980, Regie: Manfred Karge und Matthias Langhoff).
Erhält das Villa-Massimo-Stipendium. 1980
Der Gedichtband Der schöne 27. September erscheint.
F.A.Z. Preis für Literatur. Fördergabe zum Schiller-Gedächtnis-Preis.

1981
Übersetzung der Komödie Der Kirschgarten von Anton Tschechow (EA: Schauspielhaus Bochum, 3. Juli 1981, Regie: Manfred Karge und Matthias Langhoff). Entstehung des Drehbuches zum Film Domino (UA: Berlin, 11. Juni 1982).

1982
Übersetzung des Stückes Iwanow von Anton Tschechow (EA: Schauspielhaus Zürich, 9. Dezember 1982, Regie: Arie Zinger).
Bayerischer Filmpreis für den Film Engel aus Eisen.

1983
Das Stück Mercedes entsteht bei einem Aufenthalt in der Schweiz (UA: Schauspielhaus Zürich, 5. November 1983, Regie: Matthias Langhoff). Übersetzung der Stücke Die drei Schwestern von Anton Tschechow (EA: Ulmer Theater, 3. Mai 1983, Regie: Dietrich Hilsdorf) und Was ihr wollt von William Shakespeare (EA: Schiller-Theater Berlin, 20. Dezember 1984, Regie: Ernst Wendt).
Beurkundung des Verzichts auf die deutsche Staatsangehörigkeit.

1984
Toter Mann - Höhe 304 (UA: Brialmont-Theater, Brüssel, 22. Mai 1985, Regie: Marc Steemans) und Überarbeitung der Fassung des Stückes unter dem neuen Titel Frauen. Krieg. Lustspiel. (UA: anläßlich der Wiener Festwochen vom Theater der Kreis und den Bregenzer Festspielen, 10. Mai 1988, Regie: George Tabori). Beginn der Arbeit an der musikalischen Komödie Alles Glück der Welt. Übersetzung der Komödien Onkel Wanja (EA: Staatstheater Kassel, 8. Februar 1986, Regie: Heinz Kreidl) und Die Möwe (EA: Saarländisches Staatstheater - Großes Haus, 10. Mai 1986, Regie: Wolfgang Engel) von Anton Tschechow. Arbeiten am Drehbuch für den Film Der Passagier - Welcome to Germany zusammen mit Jurek Becker (UA: Berlin, 4. Mai 1988).

1985
Übersetzung des Stückes Prawda von Howard Brenton und David Hare (EA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 12. November 1986, Regie: Matthias Langhoff). Verfilmung von Mercedes für das niederländische Fernsehen (Erstsendung: 16. November 1985).
Der Band Anton Tschechows Stücke. Übersetzt und bearbeitet von Thomas Brasch. erscheint.

1986
Übersetzung der Stücke Richard III. von William Shakespeare (EA: Burgtheater, Wien, 5. Februar 1987, Regie: Claus Peymann), Rote Nasen von Peter Barnes (EA: Düsseldorfer Schauspielhaus, 5. Oktober 1986, Regie: Horst Zankl) und Nachtasyl oder Die letzte Bleibe von Maxim Gorki (EA: Theater am Alten Markt, Bielefeld, 14. Dezember 1986, Regie: Dieter Reible).

1987
Kleist-Preis. Laudatio: Christa Wolf.

1990
Nachspiel. Im Himmel (UA: Nationaltheater Mannheim, 23. Februar 1990, Regie: Manfred Weiß) .Übersetzung der Stücke Die Tragödie des Macbeth (EA: Burgtheater Wien, 15. Februar 1992, Regie: Claus Peymann) und Romeo und Julia (EA: Landesbühnen Sachsen-Anhalt, 29. Februar 1992, Regie: Frank Hofmann und Ulrich Fischer) von William Shakespeare und Fertigstellung des Stückes LIEBE MACHT TOD oder Das Spiel von Romeo und Julia nach William Shakespeare (UA: Werkstatt des Schiller-Theaters Berlin, 8. November 1990, Regie: Katharina Thalbach und Thomas Brasch).

1992
Bis zum Erscheinungsjahr (1999) Arbeit am Roman Mädchenmörder Brunke.
Kritikerpreis der Berliner Zeitung.

1993
Fertigstellung der Übersetzung des Stückes Wie es euch gefällt von William Shakespeare (EA: Staatliche Schauspielbühnen Berlin, 13. März 1993, Regie: Katharina Thalbach).

1997
Das Libretto Der Sprung. Beschreibung einer Oper und das Stück Falada oder Preiswert und Absonderlich entstehen.

1999
Uraufführung der Stücke Stiefel muß sterben (UA: Komödie Theater Basel, 19. November 1999, Regie: Katharina Thalbach) und Die Trachinierinnen des Sophokles oder MACHT LIEBE TOD nach Ezra Pound (UA: Deutsches Theater Berlin, 31. Oktober 1999, Regie: Matthias Langhoff).

2000
Übersetzung des Stückes Richard II. von William Shakespeare (EA: Berliner Ensemble, 30. Juni 2000, Regie: Claus Peymann). Uraufführung des Stückes Frauenkrieg. Drei Übermalungen (UA: Hans-Otto-Theater Potsdam, 7. Oktober 2000, Regie: Martin Meltke).

2001
Übersetzung des Stückes Maß für Maß von William Shakespeare (EA: Berliner Ensemble, 5. Mai 2001, Regie: Claus Peymann).

2002
In der edition suhrkamp theaterreihe erscheint der Band LIEBE MACHT TOD Stücke und Materialien.

2004
Im Insel Verlag e...

Gerlind Reinshagen, geboren am 4. Mai 1926 in Königsberg.

1944 Abitur in Halberstadt, anschließend Apothekerlehre.

1946 - 1949 Studium der Pharmazie in Braunschweig.

1953 - 56 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin.

Seit 1956 freie Schriftstellerin; zahlreiche Romane, Theaterstücke und Hörspiele. Lebt in Berlin. Mitglied des PEN-Zentrums und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Die Stücke von Gerlind Reinshagen im Suhrkamp Theaterverlag:

Die Clownin
Doppelkopf
Drei Wünsche frei
Eisenherz
Die Feuerblume
Die Frau und die Stadt
Die fremde Tochter
Das Frühlingsfest
Göttergeschichte
Die grüne Tür
Joint Venture
Tanz, Marie!

 

 



1944
2. Dezember: Botho Strauß wird in Naumburg/Saale als Sohn eines Lebensmittelberaters geboren. Er lebt heute in Grünheide in der Nähe von Berlin.
Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems. Studium der Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München, das Strauß aber nach fünf Semestern abbricht. Schauspieler auf Laienbühnen.

1967-1970
Redakteur und Kritiker der Zeitschrift ›Theater heute‹.

1970-1975
Dramaturgischer Mitarbeiter an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin.

1974
Dramatikerpreis der Stadt Hannover für Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle.

1975
2. September: Uraufführung des Stücks Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle in Stuttgart.

1976
Als Stipendiat der Villa Massimo in Rom.

1977
18. Mai: Uraufführung des Stücks Trilogie des Wiedersehens in Hamburg. Die Erzählung Die Widmung erscheint.
Verleihung des Förderpreises des Schiller-Preises des Landes Baden-Württemberg.

1978
8. Dezember: Uraufführung des Schauspiels Groß und klein in Berlin.

1980
Der Roman Rumor erscheint.

1981
Verleihung des Literaturpreises der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Der Prosaband Paare, Passanten erscheint.

1982
31. Januar: Uraufführung der Komödie Kalldewey, Farce in Hamburg. Mülheimer Dramatikerpreis für Kalldewey, Farce.

1984
Der Roman Der junge Mann erscheint.
5. Oktober: Uraufführung des Schauspiels Der Park in Freiburg/Breisgau.

1987
Verleihung des Jean-Paul-Preises.

1989
Verleihung des Georg-Büchner-Preises.

1993
Verleihung des Berliner Theaterpreises.

2000
Der Erzählband Das Partikular erscheint.

2003
Der Erzählband Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich erscheint.

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