Die Ähnlichkeiten im Filmtitel sind kein Zufall - das Movie startet als grandiose Hommage auf "Sex, Lügen und Video": wie im Original braust James Spader mit flattrigem Haar im offenen Wagen über einen Highway, um schließlich die protzige, rote Corvette mit quietschenden Reifen auf einem Parkplatz zum Stehen zu bringen.
Dr. Kling ist die maßlos überzogene Version jenes Männertyps, den James Spader Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre berühmt gemacht hatte: der sexuell verklemmte Softie, Anzugträger und Yuppie, der die Frauen betört.
Kling, besorgter Psychotherapeut und Depressionsexperte, hat endlich die frigide Patientin Melinda aufgespürt, in einer Holzhütte und unverschämterweise beim Sex mit dem eigenen Ehemann. Und während der gekränkte Seelenklempner hysterisch nach Fassung ringt, taucht die völlig durchgeknallte Eheberaterin (Lara Jessica Boyle aus „Twin Peaks", „The Practice") der Patientin auf, um pistoleschwingend Revanche von Kling einzufordern. Aus diesem Chaos gelingt Melinda der rettende Sprung aus einem Fenster und den inzwischen eingetroffenen Polizisten erklärt sie schließlich, wie der ganze Schlamassel zustande gekommen ist: wie sie selbst zum Porno-Star wurde, warum ihr Mann bis dato impotent war, wie es zum Sex mit Dr. Kling im Fahrstuhl kam und zu einem Gerichtsprozeß, der Heerscharen von Anwälten reich machen sollte.
Fazit:
Der Film ist purer Slapstick, was vor allem gegen Ende durch filmische Stilmittel aus der Stummfilmära besonders deutlich hervorgehoben wird. Alle Darsteller haben sichtlich viel Spaß, allen voran als Anwalt Bill Murray („Und täglich grüßt das Murmeltier"), der endlich wieder Gelegenheit hat, melancholisch-knautschig aufzutrumpfen. Sicherlich genügt diese DVD keinem tiefergehenden Anspruch, bietet aber gute und solide Unterhaltung. Ein unbedingtes Muß ist sie jedoch für alle James-Spader-Fans: in seiner Performance offenbart sich nicht nur eine völlig neue, komödiantisch-überdrehte Facette, es ist ein Genuß zu sehen, wie Spader eigene Klischees süffisant demontiert.