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Speak German!: Warum Deutsch manchmal besser ist [Gebundene Ausgabe]

Wolf Schneider
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

18. Januar 2008
Wo befinden wir uns, wenn der Human Resources Manager den City Call auf seinem Handy beendet und am Service Point nach dem Rail & Fly-Ticket fragt? Klar: In Deutschland natürlich. – Haben wir das wirklich nötig: all diese Anglizismen? Wäre weniger nicht mehr? Und ob, sagt Wolf Schneider.Vor zwei Jahren hat er die Aktion «Lebendiges Deutsch» mitbegründet, um das Deutsche mit frischen Worten zu beleben: Startuhr statt Countdown, Schnellkost statt Fastfood, Aktionärsnutzen statt Shareholder-Value. Mit gewohnter Leichtigkeit und Klarheit wendet sich Wolf Schneider in diesem Buch gegen die grassierende Anglo-Manie, gegen die Affenliebe zum Englischen – und nur gegen sie: «Müssen wir es denn den Sprüchemachern der Werbung und ein paar globalisierungs-besoffenen Unternehmen überlassen, wie die deutsche Sprache sich entwickelt? Entwickeln wir mit!» Dieses Buch ist eine entschiedene Liebeserklärung an unsere Muttersprache – gedacht für alle, denen sie nicht egal ist.


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 5 (18. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498063936
  • ISBN-13: 978-3498063931
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 184.096 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Neu sind sie nicht die Kassandrarufe, die angesichts der Anglizismen-Flut das Ende des (deutschsprachigen) Abendlandes voraussagen. Wolf Schneider kann jedoch für sich in Anspruch nehmen, das eleganteste, originellste und amüsanteste Plädoyer verfasst zu haben - für ein bisschen weniger Service Point, Anti-Aging und Customer Relationship.

Wolf Schneider, das journalistische Urgestein, kennt die Argumente der Verfechter einer "lebendigen" Sprache, die schon immer Begriffe aus anderen Sprachen aufgenommen und integriert habe. Doch geht es Schneider und seiner Aktion "Lebendiges Deutsch" nicht darum, eine Wagenburg-Mentalität zu etablieren. Sein Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass 60 Prozent der Deutschen überhaupt kein Englisch verstehen und nur 10 Prozent sich sicher in dieser Sprache bewegen können. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl der "Slogans" und "Claims", die über Werbeagenturen und andere Multiplikatoren verbreitet werden, gar nicht oder nur missverständlich ankommen. Die Übersicht von zurückgezogenen Werbesprüchen großer Konzerne gehört dabei zu den komischsten Passagen des Buches. So wurde Mitsubishis Schlagwort "Drive alive" (gemeint war "Lebendiges Fahren") leider nur von 18 Prozent der Bevölkerung richtig übersetzt; häufige Interpretationen lauteten: "Lebend ankommen" bzw. "Überlebe die Fahrt." Inzwischen hat das Unternehmen umgeschwenkt auf: "Heute. Morgen. Übermorgen."

Schneider fordert zu mehr Fantasie auf, zu mehr Mut, Anglizismen, die nicht nur unverständlich, sondern vielfach auch überflüssig oder einfach albern sind, aus dem eigenen Sprachgebrauch zu verbannen und neue deutsche Worte einzuführen. Dazu hat die Aktion "Lebendiges Deutsch" schon etliche Wettbewerbe durchgeführt und Empfehlungen ausgesprochen: So könnte aus Brainstorming leicht "Denkrunde" werden, aus Flatrate "Pauschale" oder aus Cursor "Blinker". Weniger elegant allerdings lesen sich Begriffe wie "Rufdienst" für Call Center oder "Hingeher" für Event. Auch scheint der Autor streckenweise ein wenig zu streng ans Werk zu gehen, wenn er Wörter wie Kreativität ("Modewort für Phantasie"), Netzwerk ("Netz") oder Technologie ("Technik") geißelt. Dafür klagt er im Zuge seiner ausführlicheren Duden-Schelte an, dass Goethes "Fraubaserei" (Schwatzfreudigkeit der Frauenzimmer) in der aktuellen Ausgabe nicht mehr aufgeführt wird.

Wolf Schneider ist als Korrespondent, Chefredakteur, Journalisten-Ausbilder und Buchautor einer der gewandtesten Schreiber in der deutschen und über die deutsche Sprache. Auch wenn er hin und wieder in allzu strengen Rigorismus verfällt, legt er ein insgesamt lehrreiches Buch vor, das sich mindestens so amüsant liest wie Bastian Sicks "Zwiebelfisch-Kolumnen". Vor allem aber macht der Band Lust mitzumachen: beim Erdenken, Ausspinnen und Herbeifabulieren neuer deutscher Begriffe, die die deutsche Sprache lebendig halten. -- Henrik Flor, Literaturtest

Über den Autor

Wolf Schneider, geboren 1925, ist Ausbilder an fünf Journalistenschulen, Lehrer für lesbares Deutsch in Wirtschaft, Medien und Behörden und Autor zahlreicher Sachbücher. Er war Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» in Washington, Verlagsleiter des «Stern», Chefredakteur der «Welt», Moderator der «NDR Talkshow» und sechzehn Jahre lang Leiter der Hamburger Journalistenschule. Seit 2007 ist er Honorarprofessor an der Universität Salzburg. Zuletzt erschienen «Speak German. Warum Deutsch manchmal besser ist» (2008) und «Der Mensch. Eine Karriere» (2008).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliges Plädoyer für die deutsche Sprache 16. Oktober 2008
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
60% der Deutschen sprechen kein Englisch, 30% mehr schlecht als recht und nur 10% können sich halbwegs passabel verständlich machen. Gutes Englisch ist nämlich recht anspruchsvoll. Was soll also der geradezu manische Drang deutscher Unternehmen und ihrer Werbung, alles mit englischen Modebegriffen auszudrücken? Viele Werbesprüche werden von den Kunden gar nicht verstanden und verfehlen eigentlich ihre Wirkung (obwohl es andererseits vielleicht auch gerade der Zweck ist, die Inhaltsleere vieler Aussagen, Produkte und Jobs zu kaschieren). Am witzigsten fand ich die Douglas-Parfümerien, die mit gigantischem Aufwand den deutschen Kunden beibrachten: "Come in and find out" - komm herein, und finde wieder heraus!

Schneider stellt gleich zu Anfang klar, dass ein importiertes Wort nicht automatisch schlecht ist, schließlich ist unsere Sprache voller Wörter, die im Laufe der Jahrhunderte aus dem Lateinischen, Italienischen, Französischen dazugekommen sind (ein schönes Buch zur Sprachentwicklung bzw. Etymologie ist übrigens von Jutta Berg, "Deutsch - die schreckliche Sprache?"). Schneider zeigt vielmehr mit vielen Beispielen die aburdesten Auswüchse der 'Anglomanie' auf - und dazu, welche einfachen und klaren deutschen Parallelen es gibt. Schneiders Vorschlag: Nützliche, vornehmlich kurze Fremdworte importieren, unnütze übersetzen oder streichen. Schneider ist also für "Team" statt Arbeitsgruppe oder "Sex" statt Geschlechtsverkehr, aber er geht im Bahnhof lieber zur Auskunft statt zu einem "Service Point" und mag den Nachtzug mehr als die "City Night Line".

Neben diesen praktischen Inhalten kommt er auch immer wieder auf den Wert der Sprache als Kulturgut zu sprechen. Deutsch ist die zweite Sprache im globalen Büchermarkt und im Internet, Deutsch ist die Sprache des Exportweltmeisters, Deutsch ist die meistgesprochene Sprache der EU - und trotzdem muss der Bundestag um Übersetzung der Gesetzesvorlagen aus Brüssel bitten. Franzosen oder Engländer wären umgekehrt darüber entsetzt, obwohl deren Sprachen viel schwächer vertreten sind. "Deutsche machen sich auf internationalen Konferenzen mittlerweile mit der Verweigerung ihrer Muttersprache lächerlich", und dazu gehören Kapriolen wie der Chef des Goethe-Instituts oder der der Koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache, die vor einem erstaunten Publikum lieber auf Englisch vortrugen. Als Schneider, ehemaliger Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und Journalisten-Ausbilder an mehreren Universitäten, seinen Studenten sagte, Deutsch sei eine Weltsprache, wurde er ausgelacht. "Deutsch sollte keine Weltsprache sein! Sie wollten es nicht, sie ertrugen es nicht!"

Die Angst der Deutschen vor ihrer eigenen Sprache und Kultur sieht Schneider letztlich in historischen Schuldgefühlen. "Warum haben die Deutschen sich der amerikanischen Invasion so viel bereitwilliger geöffnet als Franzosen, Spanier, Italiener? Natürlich, weil wir unter dem Desaster der Nazijahre litten." Schneider geht auch dieses Phänomen galant an. Ausgerechnet im Osten, wo Hitler einmarschiert ist, ist Deutsch die beliebteste Fremdsprache, und diese Begeisterung hat nach der Maueröffnung selbst viele Experten überrascht (wahrscheinlich reduziert der Osten die deutsche Geschichte nicht wie die Amis von 2000 auf 12 Jahre). Schneider macht also Mut, wieder mehr zur deutschen Sprache zu stehen. Ich fand sein Buch kurzweilig und absolut lesenswert.

TIPP
Man ist zuweilen regelrecht aufgeschmissen, wenn man für Mode-Anglizismen den passenden deutschen Begriff sucht. Das ist eine Übersetzung wie in eine andere Sprache. Hierbei hilft mir immer wieder der Anglizismen-Index des Vereins der Deutschen Sprache, der sowohl als Buch als auch kostenlos im Netz verfügbar ist (googeln). Er hat mich noch nie im Stich gelassen.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich ist die These des neuen Buches von Wolf Schneider unumstritten: Heutzutage wird sehr oft im deutschen Sprachgebrauch überflüssige englische Begriffe verwendet. Es bleibt nur die Frage, wie wir am besten damit umgehen sollten. Meines Erachtens hat Herr Schneider seinen Standpunkt relativ gut dargestellt und zusammengefasst, allerdings mit ein paar Widersprüchen und Fehlern, wie in anderen Rezessionen auf dieser Seite ausführlich erläutert werden. Recht hat Herr Schneider allerdings auf jeden Fall, wenn er schreibt, dass die deutsche Sprache durch Begriffe wie "Human Resources" eher verwässert als bereichert wird. Und zurecht betont er auch, dass weitaus weniger Bundesbürger die Feinheiten der englischen Sprache beherrschen, als offenbar in den Werbeabteilungen und Führungsetagen großer Firmen geglaubt wird. Ferner fand ich seine Meinung bezüglich der Aufgabe der Duden-Redaktion interessant und schlüssig.

Fazit: Obwohl "Speak German" für meinen Geschmack manchmal etwas polemisch wirkt, kann ich es empfehlen, am besten mit einem anderen neuen Buch vom Rowohlt-Verlag zu diesem Thema: "Der die was?" von David Bergmann.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Höchst amüsant! 27. Januar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Wolf Schneider setzt sich mit seinem Buch für Überprüfung unsinniger und falscher englischer Begriffe in der deutschen Sprache ein.
Da trifft er natürlich vollkommen meine Meinung: mir geht jedes Mal der "Hut hoch", wenn - auch gestandene Journalisten, nicht nur verbale Laien - das Wort "realisieren" falsch benutzen.
Und amüsante "Kleinigkeiten" habe ich auch jede Menge gefunden: zum Beispiel: daß JOGGEN mit "schlendern, trotten" übersetzt werden müßte...
DAS gibt doch den "Joggern" eine hübsche Lächerlichkeit.
Der Punktabzug bezieht sich auf den einfach zu langen "Werbeteil" für die "Aktion Lebendiges Deutsch" des "Vereins Deutsche Sprache e.V." - aber das sei ihm verziehen.
Schon allein die Übersetzungen der unabsichtlich ulkigen Werbesprüche lohnen die Lektüre!
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4.0 von 5 Sternen Nette Einladung zum Synapsen-Tango
"Synapsen-Tango", eines der vom Buch vorgeschlagenen Worte für das häufig benutzte "Brainstorming" stellt meiner Meinung nach eine der intellektuellen Kostbarkeiten des... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. März 2011 von Gerbiophilie
4.0 von 5 Sternen Anglizismen ja, aber nur, wenn sie gut sind!
Vieles, was in diesem Buch zur deutschen Sprache und den englischen Einflüssen geschrieben wird, ist hinlänglich bekannt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Februar 2011 von Dieter Franse
4.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsames Buch
Super gutes Buch !!!
Es fällt dem Durchschnittsmensch gar nicht mehr auf, wie oft er ein "nicht deutsches Wort" benutzt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Februar 2011 von Innocentia
4.0 von 5 Sternen Rettet das Deutsche!
Der Verfasser beschreibt den traurigen gegenwärtigen Zustand der deutschen Sprache. So zu sagen, den inneren Zustand und den ausseren Zustand. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Januar 2011 von F. Bergeot
5.0 von 5 Sternen unterhaltsam
Sehr unterhaltsam, wie die dummen, albernen Anglizismen-Sprüche vor allem der Werbeindustrie und "Wirtschaftwichtigen" vorgeführt werden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. November 2010 von espresso
5.0 von 5 Sternen Unterhaltung mit wissenschaftlichem Charakter
Dieses Buch wird jedem Sprachinteressierten eine Freude bereiten und ist zugleich eine nette Unterhaltungsliteratur mit vielen Anregungen und sehr gut verarbeiteten Informationen.
Veröffentlicht am 10. November 2010 von Jakob
5.0 von 5 Sternen Muttersprache ist nichts Altmodisches
Die Leser dieses Buches kann man sicher grob in zwei Lager aufteilen. Die einen suchen Argumente, weshalb Deutsch auch gut ohne Englisch auskommt, die anderen wollen (tief in sich... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 20. Juli 2010 von cl.fritsch
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Veröffentlicht am 28. Juni 2010 von Meikoe
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