Seit der letzten Umgruppierung der Herner Metal-Institution Rage sind einige Jahre ins Land gezogen und seit dem Einstieg von Gitarrenvirtuose Victor Smolski und Drum-Gott Mike Terrana mauserte man sich von Album zu Album immer mehr zu einer technischen Metal-Band. Leider fielen dieser Entwicklung speziell die geliebten Trademarks der Kapelle (geradlinige, harte, melodiöse Tracks aus der Feder von Bandkopf Peavy Wagner) zum Opfer, und so waren Rage zwar technisch nahezu perfekt, aber emotionslos geworden.
„Speak of the Dead" räumt mit diesem Problem auf und bündelt nun die Stärken aus Eingängigkeit und Virtuosität, wobei speziell der 8-teilige Opener „Suite Lingua Mortis" ein herausragendes Beispiel für die nahezu perfekte Symbiose aus Klassik und Metal darstellt: Rage spielen erstmals seit seligen „Lingua-Mortis"-Tagen wieder mit einem kompletten Orchester und man darf getrost sagen, dass Victor Smolski hier ein wahrer musikalischer und kompositorischer Leckerbissen gelungen ist, der Metallicas leidige „S&M"-Story in nur einem Stück zur Lachnummer degradiert. Hinzu gesellen sich 7 weitere bärenstarke Tracks, die endlich wieder den (modernisierten) Spirit alter Rage-Alben à la „Trapped" transportieren, ohne dabei angestaubt zu klingen - dafür sorgen schon allein die intelligent in die angenehm eingängig gestalteten Kompositionen eingebauten Kabinettstückchen der Herren Smolski und Terrana, die sich songdienlich geben und "nur" den Stempel des "Gewissen Etwas" aufdrücken - also endlich ist der Name eines Vorgängeralbums Programm: Rage präsentieren sich auf "Speak of the Dead" als Eineit!