Ich habe mich doch ziemlich gewundert, dass bislang nur eine Rezension zu diesem Album geschrieben wurde. Das mag daran liegen, dass der Film selbst (wohl zurecht) nicht gerade ein kommerzieller Erfolg war. Die absolut geniale Vorlage des Comics von Todd McFarlane wurde in diesem Film auch ziemlich lieblos durchgekaut. Man kann nur hoffen, dass die seit Jahren geplante Fortsetzung (die sich, sofern sie denn noch in Produktion geht, zumindest nicht mehr mit der Einführung der Story herumplagen muss) besser wird. Aber egal, zum Soundtrack: hier findet man 14 Songs, bei dem jeweils eine Metal- und eine Rap-Kombo zusammenspielen. Darunter findet man Größen wie Marilyn Manson, Metallica, Silverchair, The Prodigy oder Korn.
Ein dickes Plus ist die Tatsache, dass meines Wissens nach keiner der Songs auf einem Album der beteiligten Bands bereits vorhanden ist (mal abgesehen von Silverchairs "Spawn" in einer leicht abgeänderten Fassung auf dem Album "Neon Ballroom"), zumindest nicht im entsprechenden Mix. Das einleitende "Can`t You Trip Like I Do?", das in einer Kooperation zwischen Filter & The Crystal Method entstand, ist gleich mal einer der Knaller des Albums. Ein weiterer Anspieltipp: "Torn Apart" von Stabbing Westward & Wink. Für die HipHop/R`n`B-Richtung sei das groovige "Familiar" von Incubus & D.J. Greyboy erwähnt. Weniger überzeugen kann dafür der von DJ Spooky gemixte Klassiker von Metallica "For Whom The Bell Tolls", der doch etwas zerstückelt daherkommt. Dafür kommt der Korn-Style bei der Zusammenarbeit mit den u.a. aus dem Titeltrack von "Fight Club" bekannten Dust Brothers an "Kick The P.A." voll zur Geltung. Die letzten beiden Tracks des Albums sind nichts für meinen Geschmack; die erinnern zu sehr an Hardcore-Musik wie bei "Thunderdome" & Co.
Im Vergleich mit anderen Soundtracks schneidet Spawn-The Album für Fans der Musikrichtung extrem gut ab. Man kann die Songauswahl als vollständiges Album betrachten, während andere nur wie eine willkürliche, motivationslose Mischung erscheinen. Ich besitze "Spawn - The Album" bereits seit ca. 6 Jahren, und es steht noch immer im Regal bei meinen meistgehörten CDs. Wer sowohl Metal- als auch Rapelemente in einer ungeschliffenen Form hören will, ist hier bestens bedient.