Die neue Technik, die seit der Blu-ray in den Wohnzimmer eintritt gehalten hat, lässt den Hobbycineasten jubeln und was da jenseits der 50Zoll LCD- und Plasmakanonen geboten wird, sieht man die neuen Referenzfilme wie "Avatar" oder TDK (zu Teilen in IMAX gedreht), lässt einem die Spuke trocknen.
Die meist schlechten Kritiken zu "Spartacus", den ich durch die exzellenten Darsteller (Laughton, Ustinov, Olivier) immer etwas den Vorrang zum oft herangezogenen Pondon "Ben Hur" geb' (nach dem Wagenrennen ist Schluss mit lustig, da steckt die Karre im Morast der Langeweile), beziehen sich auf die Bildoptimierung.
Inwieweit die Blu-ray hier durch die digitale Waschmaschine gespült worden ist, kann ich nicht sagen. Besticht er aber nicht immer durch ein "scharfes" Bild. Oft sind Unschärfen auszumachen, die aber nicht störend sind, wenn man sich auf den Film selbst konzentriert.
"Spartacus" ist in 35mm Quer (also Super Technirama 70) abgedreht worden.
Im Abspann wird darauf hingewiesen, das es sich um die 1991 Restauration handelt (daher auch die jetzt vorhandenen, nachsynchronisierte Badszene mit Oliviers anzügliches Homo-Angebot, die ich von der Kinofassung nicht kannte). Ergo, wird die Blu-ray nicht anders sein als die letzte DVD-Fassung, die ich nicht kenne. Ob nun die Blu-ray vom DVD-Master kopiert wurde, weiß ich nicht, jedoch sind eben, besonders an den Rändern, Unschärfen. Evtl. liegt dies aber auch am alten Techniramaverfahren selbst, denn jedes Bild/Photoverfahren hat seine -speziellen- Vor- und Nachteile (Linse; Lichtstreuung u.ä.; kenn' mich da aber nicht so gut aus). Kann mir natürlich auch vorstellen, dass die Herrn von Universal nicht über einen Abspielgerät verfügen, das jenes seltene Super Technirama gedrehte Werk, umkopiert auf 65 mm, zum digitalisieren braucht, um meinen Kritikereinwand für das Blu-ray-Format zu beseitigen.
Zur hier im Netz immer wieder aufflackernden "verkehrten" Breitwandverhältnisse:
Also, Technirama hat 2.25:1 (2.20:1), hingegen Cinemascope 2.35:1; ergo: Cinemascope ist B r e i t e r!
Technirama ist wie Cinemascope auf 35 mm gedreht, nur eben quer gelegt. Die einzelnen Negativbilder sind dadurch GRÖßER, aber auf der Leinwand nicht "BREITER". Das Querlegen und das daraus resultierende größere (Negativ)Bild -in etwa wie 70 mm- ist dann weniger körnig, also feiner und detaillierter, als der "normale" -aber breitere- 35mm Cinemascopefilm.
"Spartacus" wurde also hier korrekt auf Blu-ray gezogen und ist nicht so "breit" wie der oft herangezogene "Ben Hur", der in Ultra Panavison (2.76:1), also auf original 70 mm breiten Film (also nicht 35 mm quer) belichtet wurde.
Im Gegenteil, quetscht man nämlich das spezielle Techniramaverfahren (umkopiert auf 65 mm) später in das breitere Cinemascope, oder gar ins Ben-Hur-Format -man denke nur an die vielen Kritiken zu TDK, wegen der häufig wechselnden Bildformate durch den Einsatz von IMAX; hätte man die IMAX-Szenen nachträglich ins Cinemascopeformat gepresst, wären Joker und Co. ohne Köpfe durch Gotham City stolziert-, hätte man einen Bilderrahmeneffekt auf dem 16:9 TV. Oder Spartacus wird oben und unten beschnitten; also Igelschnitt und Grübchen verschwinden.
Man muss also durch die nichtkompatiblen Seitenverhältnisse, der einzelnen Filmformate untereinander, Beschneidungen in Kauf nehmen.
Technisch ist das aufwendiger, als sich der Leihe denkt.
Meine Kritik bezieht sich aber auf die Bildschärfe.
Und selbst da würde Technirama die Blu-ray nicht sichtbar steigern, denn da reicht eigentlich eine gut gezogene 35 mm Kopie vollkommen, um die blaue Scheibe randvoll zu packen (sofern man in heimischen Kino nicht jenseits der 5 Meter Bildschirmdiagonale liegt, sind 35 mm Kopien ausreichend zur Digitalisierung; und sogar ausreichend für zukünftig DVD-Formate die die Blu-ray toppen).
Der Film hat einfach, besonders an den Seiten, ein unscharfes Bild. Aber wie bereits angesprochen: Vielleicht liegt das auch am Techniramaverfahren selbst.
Fazit: So wie ich ein wenig enttäuscht war, in Sachen Bildschärfe, von der letztens erworbenen Brücke-am-Kwai-Blu-ray-Fassung (35 mm Kopie), so erhielt ich vom Sandalenfilm ebenfalls diesen marginalen Dämpfer.
Jedoch ist die Tatsache nicht von der Hand zu weisen, das Kirk Douglas Grübchen nie schärfer zusehen war, als von dieser preiswerten 50th-Anniversary-Version des Kubrick-Klassiker "Spartacus".
Für den reinen Filmfan, dem das kritische Heulen des Wolfsrudels bei Vollmond am Felsrand egal ist und sein Augenmerk nur dem Ausnahme(breitwand)film gilt, wird seinen Spaß haben, wenn die Blu-ray von seinem Player verschlungen wird und nicht die ganz dicken Balken zu sehen sind.
Meine Wertung: 4,5 Sterne, für den im richtigen Bildformat gezeigten SPARTACUS, der aber manchmal marginale Unschärfen aufzeigt, sowie 0,5 Sterne verliert, wegen des etwas "westernhaften" Musicscore (da ist Ben Hur klar im Vorteil).