Ein Album voller Trauer und Herzschmerz – William Fitzsimmons verwandelt seine Biographie in ein musikalisches Kunstwerk mit lyrischen Ausrutschern.
William Fitzsimmons hat seine ersten beiden Platten komplett ohne Produzent oder Techniker und mit selbst zusammen gekauften Aufnahmegeräten praktisch aus dem Nichts erschaffen. Während „Goodnight“ und „Until When We Are Ghosts“ noch ungeschliffen und in jeder Hinsicht echt klangen, kann das erste Studioalbum „The Sparrow And The Crow“ nicht mehr ganz die richtige Stimmung vermitteln und klingt an manchen Stellen zu geschönt und standardisiert. Das Kantige und allseits beliebte Live-Gefühl der ersten Alben des Singer/Songwriters sucht man hier vergeblich.
Nichtsdestotrotz ist William Fitzsimmons immer noch einer der Besseren seines Genres. Die unverkennbare und sanfte Stimme des Amerikaners wird mit schön arrangierten Klavier- und Gitarrenmelodien umspielt. Die überwiegend melancholischen Songs zeigen deutlich, was Fitzsimmons während der Zeit der Aufnahmen beschäftigt hat: die Scheidung von seiner Frau ist in jedem einzelnen Lied spürbar. Jedoch versteht er es, hin und wieder auch solch traurige Themen in eine etwas hoffnungsvollere Verkleidung zu packen. In „You Still Hurt Me“ hüpfen die Töne leicht durch den Raum und geben dem Ganzen einen optimistischen Beigeschmack.
Auf „The Sparrow And The Crow“ gibt es keine Highlights, aber jeder der Songs ist konstant gut und folgt demselben Muster: traurige Stimme trifft auf leise Töne. Die Duetts mit weiblichen Gesangspartnern, wie in „I Don't Feel It Anymore (Song Of The Sparrow)“, geben dem Ganzen Abwechslung und betonen einmal mehr die Verletzlichkeit, die jedes der Lieder ausstrahlt.
Man merkt, dass Fitzsimmons Stärken eindeutig im kompositorischen und instrumentellen Bereich liegen, denn textlich enttäuscht er in den meisten seiner Songs. Zeilen wie „I still love you / I still want you / I still need you / For better or worse / Sickness and Health / Till death do us part“ aus dem Eröffner „After Afterall“ klingen viel zu sehr nach abgegriffenen Boygroup-Lyrics als nach einem kreativen Songwriter. Durchgehend von Liebeskummer und Trennungsschmerz gezeichnet, könnten diese Texte auch von Take That stammen.
Insgesamt ist „The Sparrow And The Crow“ ein solides Singer/Songwriter Album. Fitzsimmons, der alle Instrumente selbst spielt und zudem noch mit einer samtigen Stimme gesegnet wurde, macht das beste aus seiner Situation und packt die volle Ladung an Gefühlen in die Songs. Für Fans von sanftem Songwritertum à la Iron&Wine - mit dem er nicht zuletzt wegen des Barts häufig verglichen wird - oder Elliott Smith ist William Fitzsimmons definitiv ein guter Tipp.