Schon seit meiner Kindheit esse ich leidenschaftlich gerne Spargel. Das weiße Gold der Erde, gerne aber auch „grün" ist für mich der Inbegriff des Frühlings. Selten war ein Gemüse so hinreißend und verführerisch. Unter den richtigen Händen entfaltet es seine volle Pracht, lässt aber bei unsachgemäßer Behandlung schnell den Kopf sinken. Mit dem Buch „Spargel" von Gertrud und Eberhard Löbell wird gezeigt wie man es richtig macht.
Ein sehr gutes Buch über Spargel, so der gleichnamige Titel von Gertrud und Eberhard Löbell das richtig Lust macht in die Spargelsaison wieder voll einzusteigen - 7 Wochen pure Lust, so könnte man diese Zeit gut umschreiben und das Buch hält was es verspricht.
Insbesondere die geschichtliche Darstellung des Spargels, als wahrscheinlich vorderasiatisches Gemüse mit weit über 5.000jähriger Tradition und der ersten Kultivierung der Pflanze durch die Römer, welche sie von den Griechen übernahmen, ist sehr wissenswert.
Die Rezepte sind passend und wieder einmal perfekt in Szene gesetzt (der Photographin Frau Endress sei gedankt). Von Vorspeisen, über Hauptgerichte mit Fleisch, Fisch oder ganz vegetarisch zu (sogar) Nachspeisen - ist alles möglich. Wobei der Einsatz von Spargel zu Nachspeisenzwecke doch eher klein geraten ist, jedoch das Spargeleis klingt verführerisch.
Salate aus rohem Spargel sind in Italien übrigens sehr modern, hierzulande aber fast unbekannt, dies sollte man ändern, roher Spargel ist nämlich ebenfalls eine Delikatesse.
Die Rezepte sind einfach, so wie das Gemüse in seiner Bearbeitung. Je weniger man mit ihm anstellt, umso besser schmeckt es. Auch die dazugehörigen Soßen, allen voran die „Sauce Hollandaise" wird vorgestellt und was sich gegenüber dem Spargel etwas zurücknimmt, unterstützt diesen perfekt.
Auf in die Spargelsaison - mit diesem Buch sollte der Start gut gelingen und schmackhaft zudem werden.