... auf jeden Fall lesens- und hörenswert.
Die Gesprächspartner und Autoren blicken erfreulich subjektiv und ohne jede Nostalgie auf ihre ersten musikalischen Gehversuche mit 2-Track-Taperecorder und Schwarzen Teufeln zurück. Ganz nebenbei erfährt der Leser, wer wen weshalb nicht leiden konnte und wie in der Szene um den Prenzlauer Berg Kontakte geknüpft und Freundschaften gepflegt wurden. Die beigelegten CDs sind zum Teil recht harter Tobak, stecken allerdings auch voller Überraschungen - Acid House-Experimente, Techno-Urschleim und selbst veritable Ohrwürmer (wie "Calling me home" von Local Moon) tummeln sich zwischen sehr eigenen Spiel- und Abarten internationaler Trends der Zeit. Interessant ist darüber hinaus, dass vieles heute zeitgemäßer denn je klingt.
Dem interessierten Leser möchte ich noch die beiden, ebenfalls von Galenza veröffentlichten Bücher "Wir wollen immer artig sein" (zu DDR-Underground allgemein) sowie "Mix mir einen Drink" (zu Feeling B) empfehlen, die "Spannung. Leistung. Widerstand" zu einer Quasi-Trilogie erweitert. Gerade ersteres ist für das Verständnis einiger Zusammenhänge und aufgrund etlicher Querverweise den Kauf wert.
Zuguterletzt bleibt noch, die Gestaltung des Buches ob seiner augenschmeichelnden Typografie und klug platzierter Abbildungen in den höchsten Tönen zu loben - das sei hiermit geschehen.
Ein gewissenhafteres Lektorat hätte dem ganzen allerdings gut getan. Vielleicht ja in der nächsten Auflage.