Wer Maria Nurowska kennt, weiß, daß ihre Romane keine leichte Kost sind, und so ist es auch bei diesem Buch. Zwar las es sich wunderbar spannend und ich konnte es kaum aus der Hand legen, auf der anderen Seite hat es mich auch einige "Verdauungsarbeit" gekostet. Zentrales Thema des Romans ist die psychologische Analyse einer äußerst komplizierten Beziehung von Mutter und Tochter. Die Mutter, die als polnische Kommunistin einige Jahre in russischer Gefangenschaft verbracht hat, kann diese Erfahrung nicht verarbeiten und projeziert alle ihre Ängste und Komplexe auf die Tochter. Diese Tochter ist Produkt einer Vergewaltigung im Lager. Die Lage spitzt sich zu, als die Tochter selbst ein Kind bekommt, und die Tochter - genau wie ihre Mutter zu ihr - keine Beziehung zu dem Kind aufbauen kann. Der Roman ist hart, Nurowska geht in ihrer Darstellung gnadenlos mit dem Leser um; man muß sich einfach mit dem Schicksal der beiden Frauen konfrontieren, und das fällt nicht immer leicht angesichts der drastischen Ereignisse und Gefühle, die die Beziehung zwischen Mutter, Tochter und Enkel prägen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)