Die dritte Auflage von "Spanien heute" präsentiert sich in völlig überarbeiteter Form. Mehrere Artikel dieses Standardwerks der Spanienliteratur wurden komplett aktualisiert, andere kamen neu hinzu. Ziel war es, neben dem Spanien der "transición" (der demokratische Übergang nach der Franco-Diktatur 1975) auch das Spanien nach der konservativen Wende von 1996 zu berücksichtigen. Die einzelnen Beiträge des Buches wurden in fünf große Kapitel gruppiert. Das erste befaßt sich mit der Demokratischen Konsolidierung und der neuen politischen Kultur, während im zweiten die alten und neuen Machtträger wie Monarchie, Militär und Wirtschaft vorgestellt werden. Das nächste Kapitel beschreibt den Wandel in der spanischen Gesellschaft und widmet sich Themen wie Kriminalität, Drogen, Religion, Erziehungssystem und Frauen. Unter dem Titel "Spanien und das Fremde" geht es im vierten Teil unter anderem um das Verhältnis zwischen Spanien und Lateinamerika. Der letzte Abschnitt umfaßt mehrere Aufsätze zum Thema Medienkultur. Abgeschlossen wird das Buch durch einen umfangreichen Anhang, in dem die Autoren des Buches vorgestellt und eine Auswahlbibliographie gegeben werden. Am Anhang sehr zu loben, sind die Zeittafel sowie der Index. Letzterer erleichtert es erheblich, das Buch als Überblickswerk zu benützen. Insgesamt fällt bei der Lektüre des Buches immer wieder auf, daß es den Herausgebern nicht ganz gelungen ist, sich von der Zeit der "transición" zu lösen. Viele der Aufsätze bleiben auch nach der Überarbeitung zu sehr an der "transición" verhaftet, worauf bereits Überschriften wie "Demokratische Konsolidierung", "Alte und neue Machtträger" oder "Zum Wandel in der Gesellschaft" hinweisen. Trotz der angeführten Defizite kann das Buch insgesamt aber überzeugen. Als Fazit ist festzuhalten, daß es sich bei "Spanien heute" um das deutschsprachige Überblickswerk zu Spanien handelt, dessen Kauf trotz des hohen Preises allen Spanieninteressierten sehr empfohlen werden kann. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)