... der Film und das Album mögen unscheinbar sein (die CD ist auch recht kurz geraten), aber die Musik gehört zum Besten, was Hans Zimmer jemals geschrieben hat. Für diesen Film hat Has Zimmer wunderschöne Melodien und Themen geschaffen - eingängig, sehr atmosphärisch, emotional ansprechend, anregend und oft einfach betörend schön. Dabei sind sie durchaus nicht simpel oder gar banal, sondern raffiniert und inspiriert. Wer dem Album ein paar 'Rundläufe' gestattet, dem bleiben die Themen noch lange im Ohr.
Sie tauchen im Verlauf des Albums immer wieder auf, werden aber so geschickt variiert, dass sie nicht so klingen wie 'more of the same'. Dabei ist die Instrumentierung und Orchestrierung eher kammermusikalisch, d.h. sie klingt luftiger, kleiner, unmittelbarer, intimer und hat mit der bei Zimmers Action-Scores meist üblichen 'fetten' Bombast-Orchestrierung wenig gemein - zum Glück, denn sonst käme z.B. das von Heitor Pereira auf der akustischen Gitarre exzellent gespielte wunderschöne (an spanische Gitarrenkonzerte erinnernde) Hauptthema unter dicken orchestralen Geweben gar nicht angemessen zur Geltung. Die Grundstimmung der Musik ist heiter und angeregt auf der einen Seite, aber auch nachdenklich und stellenweise etwas melancholisch auf der anderen Seite - und untermalt damit den Film in abolut perfekter Weise. Aber auch ohne den Film (den ich erst lange nachdem ich dei CD schon kennen und lieben gelernt hatte, gesehen habe) behauptet sich die Musik dank ihrer hervorragenden musikalischen Substanz und der geschickten Orchestrierung absolut mühelos.
Neben George Fenton's "Dangerous Beauty" gehört diese CD zu den Alben, die ich fortwährend hören kann, ohne dass sie mir langweilig wird.
Gänzlich verzichtbar ist zwar der mehr oder weniger 'am Esstisch hingerölte' Gershwin-Song am Ende der CD - weil er aber glücklicherweise an Schluss des Albums gestellt wurde, kann man ihn auslassen, ohne den musikalischen Fluss des Scores unterbrechen zu müssen - deshalb tut er der Freude keinen Abbruch.
Hans Zimmer sollte öfter die Gelegenheit bekommen, solche Scores komponieren. Hier zeigt sich nämlich nicht nur besonders deutlich, dass er auch etwas anderes kann als krachende Blockbuster-Scores - ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass ihm die Komödien-Scores noch viel mehr liegen als die Tonspuren zu den Bruckheimer-Krachern wie 'King Arthur' und Co. - er ist bei 'Spanglish' eindeutig inspirierter.