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Die Botschafterin der Minbari, Delenn (Mira Furlan), entwickelt sich zudem zu einem Mischwesen zwischen Mensch und Minbari und hält sich für die Auserwählte im Kampf gegen den "alten Feind". Dieser zeigt sich in diesem Jahr das ein oder andere Mal, tritt aber vor allem dadurch hervor, dass er politische Abhängikeiten erschafft und den Beginn eines Krieges verursacht. Auch auf der Erde ziehen Probleme auf: Präsident Clark strebt mit neuen Behörden wie dem "Ministerium für Frieden" und "Nightwatch" eine Gedankenkontrolle der Erdbevölkerung an, was Sheridan an Bord der weit entfernten Raumstation mit stetig wachsender Besorgnis zur Kenntnis nimmt. Am Ende des Jahres droht die Situation schließlich zu eskalieren.
Viele Fans der SF-Serie um die Raumstation Babylon 5 halten die Staffeln zwei, drei und vier für die besten der gesamten Reihe. Und tatsächlich startet Babylon 5 mit dieser zweiten Season richtig durch und lässt den Zuschauer mit jeder Folge neugieriger und gespannter zurück. Eine Geschichte von epischer Breite wird hier von dem Serienerfinder J. Michael Straczynski aufgebaut. Zahlreiche lose Enden über die Dauer eines Jahres werden miteinander verwoben oder bewusst offen gelassen. Strazynskis Anlehnungen an das Werk J.R.R. Tolkiens treten dabei im Laufe der Zeit immer offensichtlicher zu Tage, schmälern das Fernsehvergnügen aber absolut nicht.
Der neue Kommandant der großen Raumstation ist dagegen gewöhnungsbedürftig. Nach dem sehr ruhig agierenden Jeffrey Sinclar übernimmt Bruce Boxleitner das Kommando, vielen noch gut bekannt als Agent Lee Stetson aus der 80er-Jahre-Serie Agentin mit Herz, und strapaziert mit seinem permanenten Colgate-Lächeln anfangs stark die Nerven der Zuschauer. Letztendlich richtete sich mit der Figur des John Sheridan die Serie jedoch auch stärker auf Action aus, was nicht zuletzt ebenfalls zu der anfangs erwähnten Qualitätssteigerung geführt hat. Mit der zweiten Staffel von Bayblon 5 begann tatsächlich die Hochzeit der Serie und diese machte sich spätestens damit in jedem Präsenzbestand eines SF-Fans unabkömmlich. --Mike Hillenbrand
Die zweite Staffel "The Coming of Shadows" nun hat diese Probleme nicht mehr und plötzlich, von der ersten Folge an, hat man das Gefühl, da hat jemand Nitro in den Tank geschüttet, so geht die Fahrt ab: Ist ja kein Wunder, denn die erste Staffel endete ja gleich mit mehreren Cliffhangern: Der Präsident wird ermordet, Garibaldi wird angeschossen und liegt im Koma, Delenn ist in einem Cocoon verschwunden...und damit das nicht reicht, beginnt die zweite Staffel gleich mit der Absetzung des Commanders und der Neubesetzung seiner Stelle durch einen Militär: John Sheridan.
Einige der besten Folgen der Serie finden sich in dieser Box, die wie schon die Erste in neuer Bild- und Tonqualität erstrahlt und das ein oder andere schicke Extra mitbringt. Ebenfalls ist die englische Originaltonspur dabei, die wesentlich zur Stimmung beiträgt: Die Originalstimmen von Andreas Katsulas (G'Kar) und Peter Jurasik (Londo Mollari) sind sträflich schwach synchronisiert worden.
Das Babylon 5 Universum scheint mit Hyperlichtgeschwindigkeit zu explodieren: Ein riesiger Mythenteppich wird hier (im Gegensatz zur noch recht technischen ersten Staffel) aufgerollt, durch eine ebenso grosse Verschwörung um die Machtergreifung des Vizepräsidenten gerät Babylon 5 in schwere politische Bedrängnis und die gute Ausarbeitung der Charaktere zahlt sich aus: Man hat ein riesiges Ensemble an Darstellern, von denen man jeden einzelnen, selbst unmoralischen oder gar "bösen", vertehen und schätzen lernt. Die CGIs sind wesentlich besser als noch in der ersten Staffel, das PSI-Corps mischt sich ein und Walter Koenig (Chekov aus Star Trek) spielt wieder Oscarreif die Rolle seines Lebens als Alfred Bester.
"The Geometry of Shadows", "The Coming of Shadows" und "In the Shadows of Z'Ha'Dum" sind die Schlüsselfolgen der Gesamtstory, die so geschickt geschrieben sind, dass man beim ersten sehen noch nicht bemerkt, wie viel eigentlich hier schon verraten wird.
Die besten Einzelfolgen sind "And now for a Word", das inzwischen erstaunlich aktuelle Bezüge hat (Es geht um die Manipulation von Medien) und "Comes the Inquisitor", eine der mystischsten Folgen der zweiten Staffel.
Die Atmosphäre und Spannung nimmt teilweise beklemmende Züge an und man fiebert der nächsten Folge regelrecht entgegen - dass die Autoren der Serie keine Happy-End Schreiber sind bzw. die Handlung wirklich nicht vorhersehbar ist wird einem als Zuschauer sehr schnell klar.
Wem die erste Staffel bereits gefallen hat, wird von diesem Epos umso mehr begeistert sein. Ich ziehe den Hut vor der Fantasie der Macher dieser Serie, die eine solche Handlung verschachtelt und dabei spannend über mehrere Staffeln hinweg zu erzählen vermögen - eine Leistung, zu der sonst nur wenige grosse Literaten oder Regisseure in der Lage waren.
Unbedingt kaufen - danach ist man nicht mehr der alte!
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