Wer bei dieser "Dokumentation" Neues oberhalb des Wissenstandes eines 8-Klässlers erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Fast gänzlich unwissenschaftlich wird versucht, aus jedem Thema ein Horrorszenario zu kreieren. Jedes kosmische Ereignis erscheint in hohem Maße bedrohlich. Nichts ist einfach schön oder beeindruckend. Alles ist furchtbar gefährlich. Ein Feuerwerk von einschlagenden Kometen oder explodierenden Sternen wiederholt sich in einem fort. Dazu macht Sam Neill ständig diese bedeutungsvolle angespannte Miene...
Tatsächlich könnte der unkritische Zuschauer jetzt den Eindruck gewinnen, das Ende der Welt stehe unmittelbar bevor und gestern und heute hatten wir noch einmal Glück. Nein, nicht Kriege, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung bedrohen unseren Planeten. Das alles ist ein Klacks gegen die ständige Gefahr aus dem All. Unter anderem heißt es: "In nicht allzu ferner Zukunft wird die Sonne die Erde verschlingen." Nun ja, da es leider doch noch einige Milliarden Jahre dauern wird, lohnt es sich vorerst trotzdem, sich mit der Abbezahlung des Hauses und der Altersvorsorge zu beschäftigen.
Schwarze Löcher sind ja auch riesige Bestien, die überall lauern. Nicht irgendwo im Universum, nein, direkt in unserer Galaxie. Dass das dann einige 1000 Lichtjahre bedeutet, tröstet wohl kaum, wenn die Animation Sam Neills doch so Schlimmes verheißt. Dazu kommen teilweise so genannte Wissenschaftler zu Wort, die die Vernichtungsthesen der Produktion scheinbar stützen. Und für Prognosen, wann und in welcher Form der Mensch auf anderen Welten weiter leben kann, wer ist da prädestiniert, zu sprechen? Genau, ein Sciencefiction-Autor; vermittelt der sicher am besten die aktuellen Erkenntnisse des Fachgebietes.
Einzig sehenswert, da auch teilweise am aktuellen Wissenstand orientiert und fast ohne Vernichtungsszenarien auskommend, ist die zweite Hälfte des dritten Teils. Ein Segen, wenn man denn bis dahin durchgehalten hat. Aber ganz ohne explodierende Sterne kommt auch dieser Abschnitt nicht aus... warum auch, wenn's doch so toll aussieht, gleich noch mal...
Effekt heischend bis zum "Gehtnichtmehr" ist diese Mini-Serie visuell durchaus gefällig, doch darf man keine Nüchternheit oder gar Objektivität erwarten, von realistischen Einschätzungen ganz zu schweigen. Das wirklich Wissenswerte könnte man in 15 Minuten packen, den Rest einer Astronomie-Lasershow überantworten, die man dann -ganz ohne Sam Neills bedeutungsschweres Getue- genießen kann. Dem Anspruch einer wissenschaftlichen Dokumentation über Themen der Astronomie wird dieses Machwerk in keiner Weise gerecht. (362 Wörter)