„Ally McBeal" ist eine Fernsehserie, die immer wieder für Lachkrämpfe sorgt. Sie ist abwechslungsreich, mitreißend und hintergründig. Sie ist unterhaltsam, aber nicht seicht, ist niveauvoll, aber nie langweilig. „Ally McBeal" beweist: Es ist noch nicht ausgestorben, das echte Qualitätsfernsehen.
Wie muss nun ein Buch über „Ally McBeal" sein? Es sollte ausführlich über die Hintergründe zur Serie aufklären, zugleich aber genauso gut unterhalten wie die Serie. Eine Herausforderung, die die Autoren Thomas Höhl und Peter Osteried, beide offensichtliche Fans und Kenner der Serie, gemeistert haben. Ob nun als Liebhaber der Serie oder als gelegentlicher Zuschauer, das Buch führt einem noch einmal viele witzige Momente vor Augen und liefert Hunderte von coolen Sprüchen und Zitaten. Hinzu kommt: Das Buch mit seinen vielen Bildern - komplett in Farbe - ist ein wahrer Augenschmaus.
Schwerpunkt des Buches aber sind die geballten Hintergrundinfos zu allen Episoden der ersten vier Ally-Staffeln. Dabei wird nichts ausgespart: Infos über spezielle Eigenheiten des amerikanischen Rechtssystems, eine komplette Auflistung der Songs, Widersprüche innerhalb der Serie sowie versteckte Anspielungen auf das amerikanische Tagesgeschehen und andere Serien. Zugleich gibt es zu jeder Folge ausführliche Kommentare, die durchaus auch kritisch sind. Nach der Lektüre dieses Buches weiß man die Serie noch mehr zu schätzen und findet vieles noch viel komischer.
Besonders erfreulich ist, dass sich das Buch nicht nur den Darstellern, sondern auch sehr ausführlich dem Erfinder der Serie widmet: David E. Kelley. Kelley, inzwischen erfolgreichster Fernsehproduzent und Ehemann von Michelle Pfeiffer, hat eine Biographie, die sich fesselnder liest als mancher Roman.
Fazit: Spannend, witzig, sehr schön aufgemacht und hochinformativ. Wenn nur alle Sachbücher zu TV-Serien so geglückt wären.