Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb, sie konnten einander nicht finden...
Wer kennt nicht die Steigerung der Tonhöhe in diesem Liedchen, die das Drama der Entfernung untermalt. Bowie verfährt im ersten Song, der den verlorenen Astronauten, der steuerungs- und kontaktlos im Raum abdriftet zum Thema hat, nach einem ähnlichen Schema, das die Verlorenheit im Universum noch mit Mollklängen melancholisiert und im Unterschied zwischen lautem und leisem Gesang den Dialog Bodenstation und Raumkapsel isomorph-ikonisch imitiert. Der Text tut ein übriges, die spezifisch verzweifelte Stimmung zu verdeutlichen. Gitarren zeichnen klimpernd im Instrumentalpart die Bewegung der Raumkapsel bei Start und Abdriften. Wenn nun Steve Miller auf schnörkellose Weise genau so klingt, wie es die Begleitmusik der Raumfahrtzeit tun soll, dann zeigt Bowie die verspielt-ornamentierte Version der komplizierten Melodieführung, die sich von Stück zu Stück weiter steigernd so fortsetzt und vom radiokompatiblen Space Oddity bis zum Memory of a Free Festival reicht. Zeittypisch sind die meisten Stücke lang gehalten, Don't sit down, eine Art Bluesnummer, fällt mit 40 Sekunden aus dem Rahmen.
Eine der fantasievollsten, besten Bowie-CDs, das Remastering nimmt der Technik der Siebziger unangenehme Härten. Guter Einstieg in den, sagen wir, nichtkommerziellen Bowiekatalog.