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Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau
 
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Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau [Taschenbuch]

Max Mannheimer
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 8,95  
Taschenbuch, 2001 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: Pendo Verlag; Auflage: 4., Aufl. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3858423742
  • ISBN-13: 978-3858423740
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 580.437 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nie mehr wollte Max Mannheimer über diese vier Jahre reden, nie mehr wollte er in das Land seiner Peiniger zurückkehren. Und das war nur zu verständlich. Als Überlebender des Holocaust hatte er buchstäblich mit ansehen müssen, wie nahezu seine gesamte Familie, Vater, Mutter, Geschwister ins Gas getrieben wurden. Wie muss jemand fühlen, der seine Frau, die er wenige Monate zuvor geheiratet hatte, zum letzten mal an der Todesrampe von Auschwitz sah? Mannheimer schwieg, wie so viele andere, die den unauslöschlichen Schmerz über das Unfassbare in sich verschlossen, 20 Jahre lang.

Erst 1964 entschloss er sich, seine Erinnerungen mit dem Titel "Spätes Tagebuch" für seine damals 17-jährige Tochter festzuhalten, 1986 erschienen sie im ersten Band der "Dachauer Hefte". Seitdem ist Mannheimer pausenlos unterwegs und hält Vorträge, diskutiert mit Schülern und versucht so, seine Erinnerungen weiterzugeben.

Sein einfacher Schreibstil geht einem unweigerlich unter die Haut. Man identifiziert sich mit den Menschen, die er beschreibt, mit all ihren Stärken und Schwächen und empfindet ihre Ängste. Von der erzwungenen Emigration aus dem Sudetenland in die sogenannte "Rest-Tschechei" bis hin zur Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz, Warschau und schließlich der Endstation Dachau. Eine Liste von Orten, die für Tod und Erniedrigung, Leid und Entwürdigung stehen. Seit dem 2. Februar 1943 kein Mensch mehr, sondern eine Nummer: 99728, ohne Würde, ohne Freiheit, ohne Hoffnung.

Dafür, dass sich so etwas niemals wiederhole, setzt sich dieser außergewöhnliche Mensch mit aller Energie ein. Denn zwar sind die nachfolgenden Generationen "nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." --Manfred Schwarzmeier

Kurzbeschreibung

Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Mißhandlung. Wie durch ein Wunder hat er, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, die Hölle überlebt. Nie wieder, so schwor er sich, wollte er zurück nach Deutschland, das Land seiner Peiniger. Doch dann lernte er eine junge Deutsche kennen, die im Widerstand gewesen war, und gründete in München, der ehemaligen Hauptstadt der Bewegung, eine Familie. Mannheimer sprach nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er irrtümlich seinen Tod nahen glaubte, entschloß er sich, für die Nachgeborenen das Durchlittene festzuhalten. Heute ist Max Mannheimer unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. Seit 1988 ist er Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem auch in vielen Schulen, leistet er die schmerzliche Arbeit der Erinnerung und ist so ein unentbehrlicher Streiter für unsere demokratische Kultur.Max Mannheimer geboren 1920 in Neutitschein/Tschechoslowakei, Ausbildung zum Kaufmann. Nach der deutschen Besetzung übersiedelte er nach Ungarisc Brod, wurde 1943 nach Auschwitz deportiert, im Oktober 1943 als "Arbeitsjude" nach Warschau überstellt und kam im August 1944 nach Dachau. Am 30. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit, lebt er heute in der Nähe von München. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sachlich bedrückend, 30. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau (Taschenbuch)
Ich habe einiges zum Thema gelesen; man muss nicht immer in Details der Grausamkeiten gehen. "Renas Versprechen" zum Beispiel ist diesbezüglich sehr eindrucksvoll,hier erfährt man vor allem, was Grausamkeit bedeutet. Das hat mich auch tief berührt.
Ebenso berührt hat mich aber auch die sachliche Aufarbeitung Mannheimers. Man muss bedenken, was er alles verloren hat; und er ist in der Lage darüber zu reden. Und das ist ja wohl wichtig.Und - das finde ich auch wichtig - er ist für den Leser als Autor stets zum Gespräch bereit.Man kann ihm schreiben und mit ihm telefonieren.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist mit Sicherheit anders, als "Renas Versprechen", aber unter dem Strich auch sehr bewegend.
Dieses Buch ist anders als andere; aber für mich ist es ebenfalss ein "Muss".
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen unglaublich, 19. Juni 2009
Max Mannheimer war heute zu Besuch an unsrer Schule anlässlich des Anne-Frank-Tags.. auf jeden Fall ist dieser 89-jährige Mann die faszinierendste Person die ich bisher getroffen habe.. Klar, ich bin erst 16 Jahre alt, aber es war unglaublich wie er eine komplette 10.Klasse in seinen Bann gezogen hat.. Seine Geschichte ist unfassbar, er selbst ist unglaublich.. er spricht mindestens 9 Sprachen, hat außer einem Bruder in seiner KZ-Zeit alle Mitglieder seiner immerhin 8-köpfigen Familie verloren und wenn man ihn persönlich sieht und sich mit ihm unterhält ist das eine unglaubliche geistige Bereicherung.. Ich bin unsrer Schule sehr dankbar, dass sie den Kontakt zu Herrn Mannheimer über Jahre gewahrt hat und uns die Chance gibt solche Menschen "kennenzulernen".. Deswegen denke ich auch dass sein Buch sehr lesenswert ist.. Es spiegelt das grausame Schicksal wieder, dass leider extrem vielen Menschen damals wiederfahren ist.. Er selbst hat mich mit seiner Art und vor Allem auch mit seinem Humor, den er trotz der grausamen Erlebnisse besitzt, wirklich umgehauen..
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erschütternder Bericht vom Überlebenskampf im KZ, 13. Juli 2008
Vor einiger Zeit habe ich mich durch Walter Kempowskis "Echolot" gearbeitet. Im besonderen sind mir dabei die Beschreibungen von Max Mannheimer aus dem KZ-Alltag aufgefallen, die sich durch einen dokumentarisch-ungeschminkten Stil auszeichneten. Die Beschränkung auf Wesentliches und der Verzicht, sich in Details zu vertiefen, ist prägnant und authentisch.

Auf eben diese Weise erzählt Mannheimer in seinem "Späten Tagebuch" über seine Kindheit, die Judenverfolgung im 3. Reich, die Flucht aus seiner mährischen Heimat in die Slowakei, der Deportation und seinem Überlebenskampf in verschiedenen KZs.

Einer unbeschwerten Kindheit im mährischen Neutitschein, folgte nach Annektion durch das Hitlerreich ein Spiessrutenlauf bis zu seiner Deportation in das KZ Theresienstadt. Sein unbändiger Überlebenswille und seine gefühlte Verantwortung gegenüber seinem jüngeren Bruder Erich, dem einzigen Überlebenden Verwandten, liess ihn die Jahre in den verschiedenen Konzentrationslagern überstehen. Durch geschicktes Einbringen seiner Arbeitskraft konnte er wiederholt dem drohenden Tod entgehen und bis zur Befreiung in der Nähe seines physisch stabileren Bruders bleiben.

Während 6 Millionen ermordeter Juden eine anonyme Masse darstellen, sind es immer wieder die Einzelschicksale der Betroffenen, die erschüttern. Max Mannheimer gelingt es darzustellen, wie er, als unbescholtener junger Mensch plötzlich seine Freunde, sein Ansehen und seine Rechte verliert und so schutzlos in die Mühlen einer pathologischen und verbrecherischen Politik gerät, die sich in den Kopf gesetzt hat Feindbilder zu schaffen und diese rücksichtslos "wie Schlachtvieh" auszumerzen.
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