Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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58 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Letzte Worte ?, 3. August 2006
Was verlangen wir von einem Dichter?
Gedichte. Und dann noch soetwas wie Wahrheiten oder anders ausgedrückt, etwas, das uns Mut macht.
"Heute schon genial gewesen?Nun, das wäre nachzulesen".
So kennen wir und lieben ihn.
Robert Gernhardt hat gelitten und in dieser letzten Zeit mit
Hand angelegt an die letzten seiner Texte.
Sie sind, wie sollte es anders auch sein, mitteilungsfreudig, humorvoll oft und etwas bitter zuweilen.
Wie könnte es denn auch anders sein, wenn man gequält wird mit Chemotherapie und dennoch hofft.
Und der Tod erscheint uns, in Gestalt und in Wirklichkeit, an sich selbst erfahrbar und an anderen erkennbar.
So sind seine Gedichte getragen von dem Willen, mitzuteilen und uns nicht zu sehr zu ängstigen, darauf vorzubereiten, was uns allen droht, das Ende, zu beschreiben.
Daß in qualvollen Stunden Zeit blieb für Liebesmüh für uns Leser, das allein ist stark und macht ihn für lange Zeit (wenn nicht für ganz lange) unsterblich. Doch auch dies ist, unter vorgehaltener Hand gesagt, immer fraglich. Eine Auswahl seiner Texte, die er, wie gesagt, noch in Auftrag gab, liegt nun mit
"Später Spagat" vor und zeigt uns den ernsten Dichter, mutig und gefasst.
"Trägst den Tod in dir?
Trägst schwer.
Tod ist nicht irgendwer:
Wiegt.
Stirbst wie nur je ein Tier?
Nimms leicht.
Tod wird durch nichts erweicht,
Siegt."
Diesen Sieg gönnt er also dem Tod. Das ist mutig und klug zugleich. So lieb(t)en wir ihn, ihn und seine Verse.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ars moriendi, 16. Februar 2007
Robert, Du wirst halt ausgegliedert. So lakonisch das eigene Sterben akzeptieren, ist eine Kunst, die eher als ausgestorben gelten muss. Den Tod nicht verdrängen, sondern ihm sein Bestes entgegenhalten und ihn zugleich akzeptieren, das ist die ars moriendi.Primärkrebs links,Zweittumor rechts, das Schlachtkind in der Mitten. Das Leiden wird nicht ignoriert, aber literarisch überhöht,dadurch nicht schwerer als es ist, ohne es zu verniedlichen. Wahrlich ein Spagat. Gegen den Schrecken des Leidens die Kraft des wachen, bissigen Geistes: ich spiegele mich, du armes Mensch!wie heisst dein Schöpfer ? Frankenstein ? Oder: der Haufen dessen wächst, was ich vergessen muss,wächst nirgendwo ein Kraut, das dem Erinnern wehrt? ...und wie es heisst: Bratwurst ? Da stemmt ein heroischen Lachen gegen Leid und Angst und Schmerz. Gernhardt zeigt uns in seinen letzten Gedichten nochmals seinen virtuosen Umgang mit Sprache. Bewegend, ja überwältigend.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vorhang, 3. August 2007
Was immer Robert Gernhardt (lyrisch) angepackt hat, ist ihm - finde ich - gelungen. So auch der "Späte Spagat".
Dieses zweiteilige Werk (Standbein - Spielbein) ist freilich ein wenig anders als zum Beispiel das locker schwebende "Lichte Gedichte" und ähnliche Beweise seiner fantastischen Fähigkeit, Ernsthaftes komisch zu sagen, Lehrreiches spaßhaft und Nachdenkliches sorglos. Kein Wunder, denn es ist sein Abschied, den er hier vollzieht. Nicht weinerlich, nicht übermäßig schwermütig, aber doch nachdenklich, ein wenig ironisch, gleichzeitig aber voller Angst vor dem, was kommen mag. Der nackteste, der verletzlichste Gernhardt.
Chapeau!
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